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Ausstellung "Stromgitarren" in Mannheim und Berlin

Eines wird dem fachunkundigen Besucher klar, wenn er die Ausstellung "Stromgitarren" besucht und die altehrwürdigen Exponate mit denen der jüngsten Vergangenheit vergleicht: Das geniale Konzept und die Formgebung zum Beispiel einer Tele- oder Stratocaster hat sich seit nunmehr über fünfzig Jahren nicht nennenswert verändert. Die Grundformen wurden durch die Jahrzehnte der Gitarrenentwicklung immer beibehalten und das auch dort, wo hinsichtlich der Usability sicherlich massiverer Optimierungsbedarf bestand - etwa bei dem etwas sperrigen Korpusdesign einer Les Paul.

Natürlich ist dies dem fachkundigen Besucher kein Geheimnis und so stellt sich selbigem vielleicht die Frage, was ihn bewegen sollte diese Ausstellung zu besuchen.

Die plausibelste und überzeugendste Antwort darauf wird wohl sein, daß man so viele wirklich schöne Vintage-Instrumente, die mit viel Stil und Sinn fürs Detail arrangiert und - unterstützt durch diverse historische Accessoires wie Werbeposter, Plattenspieler, Schallplatten, Radios u.a. - in einen zeitlichen und kulturhistorischen Kontext gesetzt wurden, nicht alle Tage zu sehen bekommt.

So begegnet man gleich zu Beginn der Ausstellung der 58er Les Paul (ehemals eine Goldtop) von Dickey Betts und in ihrer direkten Nachbarschaft der Les Paul Custom von Peter Frampton. Für den einen nur ein paar alte Instrumente, für den anderen ehrfurchtgebietendes Tonholz. Zwei Glasvitrinen weiter wird man, aufgebracht auf Bässen von Höfner und Rickenbacker, sowohl der Unterschriften der Beatles, als auch der aller Stones gewahr.

Von derartig kultigen Vintage-Objekten, über experimentelle Irrwege des Gitarrenbaus, bis hin zu modernen Arbeitsgeräten der achtziger und neunziger Jahre ermöglicht die Ausstellung mit begleitendem Text-, Ton- und Videomaterial ein famosen Einblick in die technische Entwicklung von Stromgitarren (und -bässen) und den gesellschaftlichen Rahmen, innerhalb dessen sie entstanden.

Was dem ein oder anderen hier - vor allem aus den Reihen des jüngeren Publikums - fehlen könnte, sind beispielsweise die im Nu-Metal so beliebten Bariton-Gitarren und Siebensaiter. Und das ist insofern ein wenig sträflich, als diese Musik und dieser Gitarrentyp maßgeblich dafür verantwortlich war, dass nach dem von Techno und anderen synthetischen Klängen dominierten Jahrzehnt der Neunziger, sowohl die Gitarre, als auch die handgemachte Musik in o.g. Reihen eine Renaissance erlebte. Eine Entwicklung, die in eine Ausstellung gehört die das Saiteninstrument Gitarre und Bass in einen kulturhistorischen Kontext bettet.

Sieht man aber von diesem Versäumnis ab, ist diese kleine, aber sehr feine Ausstellung unbedingt sehenswert und bietet eine Menge Informationen und Anschauungsmaterial.

Ein paar Bild-Impressionen finden sich HIER
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