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Fender MIA Jazz-Bass

Nachdem ich mich mit dem Tokai doch sehr angefreundet hatte, mußte es unbedingt ein originaler sein, und da ich diesen klebrigen Lack auf dem Hals nicht so mag, am besten ein neuer mit dem matt-lackierten Hals. Nach einigen Streifzügen durch die örtlichen Geschäfte musste es unbedingt einer mit Ahorn-Griffbrett in Aqua-Marine-Metalic sein, den es nirgendwo zu kaufen gab. Also habe ich einen bestellt.

Der Zufall wollte es, dass ich genau an dem Tag im Laden erschien, als sowohl mein Bass als auch der Fender-Vertreter erschienen. Während ich mein Schmuckstück ausprobierte, erläuterte der Vertreter gerade dem Inhaber die schönen neuen Modelle, als ob der noch nie eine Strat gesehen hätte.

Mein Jazz hatte einen losen Hals, der schief im Korpus saß, die G-Saite schielte neugierig über die Griffbrettkante. Schob man den Hals nach oben, was dank der losen Schrauben ohne Probleme ging, verließen die Saiten ihren gewohnten Platz über den Polepieces des Halstonabnehmers.

Ich sprach den Vertreter darauf an, und der erklärte miir, dass man das extra so mache, um den Hals während des Transportes zu entlasten. Warum der Bass dann korrekt gestimmt war, wollte ich wissen. Das mache nix. Aha. Die schief verlaufenden Saiten seien normal, weil der Hals erst eingestellt (er meinte wohl ausgerichtet) werden müsse, und überhaupt sei so ein bisschen Toleranz in der Halstasche ganz normal bei Fender (da hat er Recht), und für den Saitenverlauf seien ja die Rillen in den Reitern zum Nachjustieren da. Kurzum, ich habe den Bass dagelassen und den Inhaber gebeten, das Ding entweder bespielbar zu machen oder zurückzuschicken. Er hat ihn bespielbar gemacht (was ihn mehrere Stunden gekostet hat), und er meinte, dass er normalerweise Fender-Instrumente nie ohne vorheriges Setup in den Laden stelle, nur hatte ich ihn mit meinem Besuch überrascht.

Das einzige, was den Fender bis heute vor dem Verkauf bewahrt hat, ist seine Bespielbarkeit und sein Ton. Der Bass ist recht leicht, spielt sich einfach gut im Stehen wie im Sitzen und klingt recht modern, das Brummen der Single-Coils hat man mitllerweile wohl auch ganz gut im Griff. Im Laufe der Zeit riß dann noch der vordere (werkseitig montierte!) Gurtpin aus, der Schrottkoffer steht nur in einer Position sicher (im Liegen) und schließt schlecht, und meine Idee, den Bass wie meine 400 Euro-Kopie ohne Schlagbrett zu spielen, wurde durch Fenders gründliche Auswaidung des Korpus’ zu nichte gemacht. Fender – nie wieder!

Btw, gerüchteweise sollen Fender-Vertreter die überheblichsten und selbstverliebtesten Wesen nach Politikern sein...ich bin froh, dass ich keinen Politiker kenne.


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