Ja, sie ist fertig. Obwohl ähnliche Materialien verarbeitet wurden wie bei der Advocaster I, haben die Schwestern verschiedene Charaktere:
The Adocaster: warm, singend, mit endlosem Sustain.
The Blue: sie twängt, rotzt und bluest -rauh,knallig und agressiv.
Im August 2004 - im Keller stapelt sich herrliches Holz. Einzig ein Hals fehlte. Ein Fachmann bietet hervorragenden Riegelahorn an. Ein Dank an Andreas Pahler, er kennt sich mit Holz bestens aus. Gekauft - gerade dichte Maserung, voll von kleinen braunen Spiegeln und voller schmaler Riegel... .
Die Kopfplatte ist mit einem wild gemasertem Riopalisander belegt, wie das 24 bündige Griffbrett. Die Saiten sind in Schaller-Lockers fixiert und laufen über einen Knochensattel. Zur Bespielbarkeit: eine extrem flache Saitenlage.
Der Korpus: ein 2-teiliges Stück Cedro 30 mm stark. Die Jahresringe stehen im Mittelstück und fallen links und rechts der Fuge um, in den Außenseiten liegen die Jahresringe. Wer es nicht weiß würde den naturfarbenen Korpus als Einteiler bezeichnen. Das Cedro hat breite Jahresringe und ist außergewöhnlich leicht und scheint hochgradig resonant zu sein.
Die Decke: ca. 20 mm dick, wie immer 40 Jahre gelagerter, luftgetrockneter bosnischer Riegelahorn mit einer sehr gechmackvollen Maserung. In der Mitte ein Stück ca. 10 cm. breit, ergänzt um die fehlenden Randstücke. Da hier die Saiten laufen und die Tonabnehmer sitzen, stört dies optisch nicht, macht die Maserung eher interessant. Die Brücke stammt von Ibanez -Gibraltar II- und zeichnet sich durch die hervorragende Einstellbarkeit aus.Ein Präzisionsinstrument. Den Abschluß bildet eine Neutrikklinke mit Verriegelung.
Die PU: am Hals ein Häussel BIGMAC mit Edelholzkappe im Palisanderrähmchen, am Steg: ein Häussel TOZZ, auf
Singelcoil umschaltbar, ebenfalls mit Palisander belegt. Jeder PU hat einen Lautstärkeregler, der am Steg PU hat eine
Push/Push-Schaltung.
Halsrückseite und Decke sind in einem tiefen Blau gebeizt, die Riegel setzen sich dunkel ab und schimmern im Licht. Klasse! Die Lackierung -die Decke hat jetzt ne NC-LAckierung erhalten- glänzt wie verglast. Übrigens: das "Fliegengewicht von 2,8 KG macht glücklich und liegt perfekt ausbalanciert am Gurt.
Wie soll man diesen Sound beschreiben ? Sind die Röhren am Verstärker neu ? The Blue klingt klar, sie twängt und die Tonansprache ist sehr schnell und dynamisch. Auch tiefe Töne bleiben extrem durchhörbar, unabhängig von der Verzerrungstiefe. Der Tozz läßt die Post abgehen. Es klingt stark nach Van Halen, aggressiv und durchsetzungsfähig.Der Sound ist bissig, rotzig und sehr durchsetzungsfähig. Nach einer aktiven Beschallung mit 110 db ( ein Glück ist der Keller nach außen hin schalldicht) über meherer Stunden ist zudem eine Klangänderung feststellbar. Die Gitarre resoniert stärker und bekommt diesen herrlichen Schmelz in den Obertönen. Der BIGMAC: warm , eben Singlecoil. Funkrythmen sind keine Problem, der Sound stimmt. Im Zusammenspiel mit dem Steg-PU erfreut die Mischung beider.
Zudem: jeder verzerrt angespielte Ton fällt
harmonisch in den zugehörigen Oberton um. Und dieses sehr gute Sustain - man spürt die erstklassige
Holzqualität. Es eröffnet sich eine Klarheit im Ton, wie ich sie nur von guten Strats oder Teles her kenne. Mitverursacher sind hier die Tonabnehmer, die keine Frequenzlimits setzen.
Der Ton entspricht der Farbe der Lackierung: ein tiefes Blau, wie ein tief durchsichtiger See.
Nachtrag: Der Meister hat sich dem Makeup angenommen, nachdem die Haut der Schönen Stresssymptome zeigte. Das Ergebnis: die NC-Lackierung bringt die Farbe noch besser. Wer kann, der kann! Besser wäre, wenn die Haut-OP überflüssig bleibt :-)
LG Advocaster























