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Die Eybanez Paulette

1976 erwarb ich meine erste eigene E-Gitarre, die Ibanez Les-Paul in cherry-sunburst.

Vielteiliger Mahagonikorpus, geschraubter Ahornhals, Palisandergriffbrett, Inlays, gewölbte Ahorndecke, Super 78 PUs und das Finish in einem schönen cherry-sunburst.

Die Gitarre inklusive einem schönen Koffer von Musik Bertram in Freiburg wechselten gegen den Musikerbarpreis von 777 DM den Eigentümer. Ich habe sie bald mit einem DiMarzio PAF und einem X2N modifiziert.

Im Jahre 2003 habe ich ein paar nette Geigenböden ihrem schattigen Dasein auf einem Speicher entführt. Alte Celloböden. Für ne Advocaster viel zu klein, für ne echte Paula fehlten in der Länge 5 mm, was sollte ich tun ?

Ich habe das Holz bei G. Eyb abgeliefert und einen neuen Korpus in cherry-sunburst geordert.

6 Wochen später : die Eybanez ist fertig lautete der Betreff der E-Mail. Die neuen Fakten:

der Hals ist eingeleimt. Der einteilige Cedrokorpus wird von einer gewölbten bookmatched Decke verziert und schimmert in cherry-sunburst. Den Rücken bildet ein AAAA Einteiler. Das Ganze in PU-Lack gekleidet und hochglanzpoliert- eine echte Augenweide.

Die alten PUs eingeschraubt, die Bünde abgerichtet, ein Volumen und Tonepoti – mehr braucht es nicht.

Der Korpus wurde auf 94 Prozent einer original Paula verkleinert, damit die Decke paßt. Das Handling ist durch den kleineren Korpus optimiert. Das Gewicht liegt bei ca. 2,8 Kg. Die Gitarre ist perfekt ausbalanciert.

Ansprache und Tonentfaltung sind erstklassig. Durch das Mehr an Ahorn stehen mehr Höhen zur Verfügung, der Sound ist etwas bissiger und unterscheidet sich eindeutig von der Advocaster.

Auffällig: das extreme Sustain. Clean klingt sie nicht gar so schön und akustisch wie die Advocaster, aber immer noch sehr gut. Eben typisch Paula. Verzerrt: herausragend sind die Sweet Mids und die in Obertöne umkippenden Höhen. Und das nicht endende Sustain. Der Sound einer modernen Paula. Eine interessante Frage: wie würde sie mit P90 PU klingen ?

Nachtrag: Ich bin kein freund von Plastik, schon gar nicht für die E-Fach-Deckel. Daher verwandele ich schöde Geigenböden in E-Fachdeckel.

D.h. Maßfertigung, schleifen bis 350 er Körnung, dunkel beizen, dann schleifen bis nur noch dunkle Streifen übrig bleiben und dann mit dem Endfarbton erbeut beizen.

Der Gitarrenbauer würde einen gefärbten Klarlack verwenden, ich beize mit dem Endton und lackiere dann klar.

Das Ergebnis: statt einem schäbigen schwarzen Platikdeckel ein rot-schwarz-gestreifter Reigelahorn. Innen mit Grafitlack ausgesprüht.

Und so paßt es sogar zum Sunburst des Einteilers auf der Rückseite.

Auf Wunsch fertige ich gerne derartige Deckel.



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