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Vox T-60

Nachdem ich einige Zeit den Harley Benton Baß, den ich meinem Bruder abgekauft hatte einfach über meinen Vox AC30 gespielt hatte, wurde ich, da in meinem Abiturjahrgang von 146 Leuten kein einziger Bassist war, zum Bassisten der Abiband auserkoren. Angesichts dieser Tatsache hielt ich es für angebracht, mir einen vernünftigen Baß und auch einen vernünftigen Verstärker zuzulegen.

Nun stand ich also mal wieder vor der Qual der Wahl. Beim Verstärker sah die Sache allerdings gar nicht so schwer aus, denn ich fand schnell einen klaren Favoriten (abgesehen von einigen tollen Fender-Verstärkern, die mit ihren astronomischen Preisen weit außerhalb meines Vermögens rangierten): Nachdem ich eine zeitlang versucht hatte, einen Verstärker zu finden, der nicht zu modern designt war und etwas mehr als ein bloßes Metallgitter vor dem Lautsprecher hatte, und dabei festgestellt hatte, daß der Fender BXR100, an dem ich in der Musikschule gefallen gefunden hatte, nicht mehr erhältlich war, landete ich schnell wieder bei Vox, und da der Verstärker etwas mehr als Zimmerlautstärke können sollte, blieb mir nur der T-60.

Das nächste Problem war, einen Händler zu finden, der den T-60 noch im Programm hatte, denn offensichtlich wurde auch dieser nicht mehr hergestellt oder die Herstellung lief gerade aus (auf www.voxamps.co.uk stand er noch unter "Products", mittlerweile ist er allerding ins Archiv verschoben worden). Schließlich fand ich ein paar Händler, von denen der günstigste 375 Euro für den Amp verlangte. An diesem Preis hatte ich nichts auszusetzen, also bestellte ich sofort. Auch die Lieferung ging fix vonstatten, doch dann gab es das nächste Problem: Der Verstärker funktionierte nicht richtig. Jeder gespielte Ton wurde von einem kratzigen Schnarren begleitet; als ich meine Epiphone Casino anschloß stellte ich immerhin fest, daß sich dieses nicht auf Baßtöne beschränkte. Ich hatte dann noch die Idee, den Verstärker mal über den Speaker Out an die Stereo-Anlage anzuschließen, und siehe da: Meine 30 Jahre alten Sphis-Boxen zauberten sahnige Baßtöne ohne Kratzen oder Schnarren.

Ich also flugs beim Händler angerufen, wo mir nach kurzer Fehleranalyse gesagt wurde, daß es vermutlich am Lautsprecher läge. Nachdem ich den korrekten Anschluß überprüft hatte (siehe Foto) und keine Besserung auftrat, schickte man mir einen neuen Lautsprecher. (Das war am 11.04.) Dieser kam ebenfalls so schnell, wie man es von der Post nun mal erwarten kann, an. Soweit so gut, doch nach dem Einbau erneute Ernüchterung: Alles blieb wie zuvor, Schnarren und Kratzen bei jedem Ton. (Das war am 21.04.) Nach erneuter telefonischer Besprechung stellten wir fest, daß das Problem wohl vor Ort nicht zu beheben sei und ich alles zur Reparatur zurückschicken sollte. Da ich dann bei der Post erfuhr, daß Pakete über 20kg nur mit Aufkleber eines Händlers von der Post angenommen werden, verzögerte sich die Sache. Erst am Dienstag war der Händler wieder zu erreichen und sagte mir, ich sollte den Verstärker nicht selbst schicken, er werde abgeholt. (Das war am 26.04.) Bis das dann passierte vergingen mehr als zwei Wochen.

Das empfand ich als ärgerlich, da der Händler mein Geld bereits seit geraumer Zeit hatte und ich als Gegenleistung bisher nur ein kaputtes Gerät bekommen hatte, das nun auch noch wochenlang in einem riesigen Karton mein halbes Wohnzimmer blockierte.

Überrascht war ich dann allerdings über die Schnelligkeit der Reparatur. Am 22.05. war der Verstärker wieder da, und er funktioniert jetzt einwandfrei. Einziger Makel ist meiner Meinung nach die geringe Lautstärke, die in krassem Gegensatz zu der auf der Vox-Homepage angepriesenen hohen Lautstärke steht. Genaugenommen ist der T-60 nur minimal lauter als der 20 Watt Harley Benton Baßverstärker meines Bruders. Dafür ist der Klang umso besser. Zwar kann die Vierband-Klangregelung den Sound nicht so stark verbiegen wie die Zweiband-Klangregelung des AC30, doch man erhält in allen Reglerstellungen einen klaren, satten Baßton. Durch den Zwölfzöller kommt der Ton in der Tat sehr bassig und mit ordentlich Fundament daher, das sich durch den Bassilator-Schalter noch weiter aufblasen läßt.

So habe ich nun endlich einen vernünftigen Baßverstärker, an dem ich hoffentlich noch lange meinen Spaß haben werde.


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