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Fender Jazz Bass

Bei diesem Baß handelt es sich um den '60s Jazz Bass aus der in Mexiko hergestellten Classic-Serie.

Ende 2005 wurde ich (der ich eigentlich Gitarrist bin), da in meinem Abiturjahrgang von 146 Leuten kein einziger Bassist ist, zum Bassisten der Abiband auserkoren. Anfangs übte ich noch mit dem Harley Benton HBP120, den ich meinem Bruder abgekauft hatte, über meinen Vox AC30, doch mir wurde schnell klar, daß ich damit wohl kaum vor Publikum spielen könnte (die Probleme sind in der betreffenden Galerie nachzulesen). Also fing ich an, ich nach einem neuen Baß und einem dazu passenden Verstärker umzusehen. Grundbedingung war, daß es ein Instrument sein sollte, das mir gefällt und das die Aussicht bereitstellt, lange Spaß an ihm zu haben, und nicht irgendein Schnellschuß, den ich nach den Auftritten mit der Abiband nie wieder ansehen oder mit Verlust verkaufen würde.

Nach sehr langer Suche und Selektion blieben noch der Höfner 500/1 Vintage 63, der Fender Jaguar Bass und der Fender '60s Classic Jazz Bass. Mit gut 1300 Euro war der Höfner aber an der allerobersten Preisgrenze, eigentlich war über 1000 Euro schon zuviel. So sympathisierte ich bereits am Anfang mit dem Jazz Bass, da er mit knapp 700 Euro der günstigste unter den dreien war, doch je länger ich überlegte, desto mehr verliebte ich mich in den schon auf die 900 Euro zugehenden Jaguar Bass, da es kein ganz so konventionelles Design war. Ich schob also die Entscheidung vor mir her und beschloß schlußendlich, daß ich mich zuerst noch auf der Musikmesse umsehen und unmittelbar danach eine Entscheidung treffen würde.

Die Musikmesse machte die ganze Sache auf einen Schlag einfacher, denn am Höfner-Stand fand ich den Höfner HCT500/1, eine modernisierte und obenrein günstigere Version des Violin-Basses mit Sustainblock. Ich probierte ihn aus und fand die Bespielbarkeit umwerfend. Für mich als Gitarrist vereinfachte die 76cm-Mensur die ganze Sache enorm. Damit war die Entscheidung eigentlich schon getroffen, ich fuhr also nach Hause und bestellte Baß und Zubehör. Nach zwei Tagen erhielt ich allerdings eine Mail, die besagte, der Baß sei erst ab dem 05.07. lieferbar. Nachdem ich dasselbe auch bei anderen Internet-Versandhäusern hören musste, rief ich bei Höfner an, wo mir gesagt wurde, daß vor diesem Datum kein HCT500/1 ausgeliefert werde und es somit nicht die Möglichkeit gebe, den Baß irgendwoher vorher zu erhalten. Eine blöde Sache, da ich den neuen Baß dringend in der letzten Juniwoche brauchte.

Somit war die Wahl wieder eingeschränkt zwischen Jaguar und Jazz Bass, und als ich auch noch gesagt bekam, der Jaguar Bass müsste erst bei Fender bestellt werden und man könne nie sagen, wie lange das dauert, blieb der Jazz Bass übrig. Ich sagte mir zerknirscht, dass das sowieso die Option ist, die für meine Geldbörse am besten ist, und bestellte das Teil.

Ein paar Tage später kam der Baß an, und seitdem habe ich meine Kaufentscheidung keine Sekunde bereut. Er sah sofort noch viel besser aus, als auf den Fotos im Internet, das "4-Ply Brown Shell"-Pickguard, das auf diesen wirklich einfach dunkelbraun-gemustert ausgesehen hatte, glänzte mir in einer kräftigen Mischung aus dunklem rot und fast schwarzem braun entgegen, die perfekt aufgetragene Sunburst-Lackierung tat ihr übriges.

Ich fing sofort an zu spielen und fand auch augenblicklich gefallen an dem schmalen Jazz Bass-Hals, auf dem gut geölten Griffbrett fühlte ich mich extrem wohl. An den Verstärker angeschlossen entfaltet der Baß ein breites Klangspektrum, je nach Reglerstellung von altmodisch-brummend bis modern-knurrend variierbar. Die Volume-Regler hätten allerdings etwas besser abgestimmt sein können, denn bei halb aufgedrehten Reglern gibt der Verstärker noch praktisch keinen Ton von sich, erst bei den letzten 30 Grad Regelweg entfaltet der Baß seine Lautstärke. Aber na ja, irgendein kleines Manko muß es bei einem solch günstigen Modell aus mexikanischer Herstellung wohl auch geben. Und solch eine Kleinigkeit ist nun wirklich kein Problem, vor allem wenn man bedenkt, wie perfekt der Hals in der Halstasche sitzt und wie gut das Instrument abgestimmt war.

Eine Besonderheit des '60s Jazz Bass sind sicherlich die "Vintage Style Reverse Tuners", also Mechaniken die anders herum funktioneren (bei korrekt aufgezogenen Saiten stimmt man durch Drehung im Uhrzeigersinn nach oben).

Klanglich ist an diesem Baß nichts auszusetzen, er weist keine Dead Spots auf und auch hohe Töne klingen richtig gut, durch die Vielfalt, die die Mischung der Pickups plus und des Höhenreglers erlaubt, ist er in praktisch jeder Stilrichtung einsetzbar.

Somit habe ich mit dem '60 Jazz Bass einen Baß gefunden, der mir gefällt und an dem ich sicher noch lange meine Freude haben werde.


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