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Fender Artist Series "Sting"

Ein telecasterartiger Kopf für einen Baß hat seinen ganz besonderen Reiz. Ich hab schon einige Bilder von Precisionbässen gesehen, denen ein Hals mit Telekopf verpaßt worden war. Dem durchschnittlichen deutschen Provinzbassisten bietet sich natürlich nicht so leicht die Möglichkeit einer derartigen Modifikation. Aber auch das Design der ersten Precision und später Telecaster Bässe faszinierte mich schon lange.

Als Fender den "Sting Sign." Baß auf den Markt brachte hat mich das schon recht interessiert. Vor allem, weil diese Bässe das Body-Shaping aufweisen welches diesen Bässen eigentlich nur drei Jahre lang von 1954 - 1957 bis zum "neuen" Preci verpaßt worden war. Naja - nach einem 3/4 Jahr hatte ich dann meinen "Sting"...

Ziemlich schnell hab ich dann rausgefunden, daß in diesem Fall zutrifft was über die alten Instrumente geschrieben worden ist. Bei moderaten Sessions mit einem kleinen Kofferamp und moderater Lautstärke gings ja, aber so richtig mit der Rockband geht der Baß unter. Recht froh bin ich gewesen, als ich einen Seymour Duncan Hot Vintage Replacement Tonabnehmer günstig bekommen hab.

Als größeres Problem stellte sich die Beschaffung einer anderen Bridge heraus. Mit je einem Saitenreiter für zwei Drähte kam ich halbwegs zurecht, ich konnte die Intonation einigermaßen einstellen - nur daß die Saiten ohne Führung übers blanke Eisen liefen bereitete mir Sorgen. Zwar hab ich einen durchaus moderaten Anschlag, aber das war schon mal zuviel. Fenders Briefkastenonkel H. Nau mailte mir gleich die Bestellnummer für die American Deluxe Bridge, welche sich ohne Probleme montieren läßt und auch die string-through-body-Saitenführung ermöglicht. Tja - aber mein Händler bekam das Ding einfach nicht.

Zuerst haben ihn die deutschen Fenders vertröstet - wegen der Frankfurter Messe hätten sie alle Hände voll zu tun. Aber die Wochen und Monate verstrichen ohne daß sich etwas tat. Dazu kam noch ein Personalwechsel beim Händler... Als ich wieder einmal dort aufkreuzte wollten sie mir von einem neuen Baß die bridge auf meinen Sting montieren, bis das bestellte Teil endlich eintreffen würde. Aber da erhielten sie die Auskunft, daß sich Fender Deutschland nicht in der Lage sieht, diese bridge zu liefern...

Glücklicherweise kündigte ein Musiker aus einem amerikanischen Forum seinen Deutschlandbesuch an - ob er mir etwas mitbringen könne? Jo - so kam es dazu, daß ich ein extra per Boten aus den USA eingeflogenes Ersatzteil auf meinem Sting Baß montiert habe.

Es hat sich gelohnt, der Baß ist ein schön zu spielendes Instrument mit dem richtigen Knurrsound...

Wer Achims Beitrag zu seinem Fender Am. Series Jazz Bass gelesen hat und jetzt meine Erfahrungen mit der FMIC wird verstehen, daß ich mich anderen Herstellern zuwende.


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