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Coolman's No.1 Eigenbau

Meine Idee eine Semiakustik-Gitarre zu bauen kam mir als ich mir überlegte eine ES 335 von Epiphone zu kaufen. Ich wollte eine Gitarre mit einem warmen bluesigen und zugleich auch kraftvollem Sound haben, die mit meinem Peavey 50-410 Classic harmonierte. Da ich keine Erfahrung im Gitarrenbau hatte, sollte der Klang ein Zufall werden. Ich ließ mich nicht entmutigen und fing einfach an.

Als erstes besorgte ich ein Mahagoniholzbrett von 40 mm Stärke und sägte es quer durch, sodass daraus zwei 19 mm dicke Bretter entstanden. Dann leimte ich sie spiegelverkehrt zusammen um möglichen Verzug auszugleichen und hobelte es auf eine Gesamtstärke von 35 mm. Mit einer zuvor angefertigten Pappschablone zeichnete ich die Korpus-Umrisse auf und sägte das ganze mit einer Stichsäge aus. Anschließend fräste ich mit einer Oberfräse 15 mm vom Rand eine linke und rechte Kammer aus dem Holz und ließ in der Mitte einen 100 mm breiten Holzblock stehen. Der sollte zur Aufnahme der beiden Tonabnehmer, der Saitenbefestigung und der Halsverschraubung dienen. Ich fräste den Platz für die Tonabnehmer aus, bohrte die Löcher für die Einschlagschrauben und die Klinkenbuchse und fräste eine Verbindung zwischen den beiden Kammern für zusätzliche Resonanz.

Als Decke und Boden wählte ich 4 mm dünne Fichtenbretter, die ich mit der Maserung (bookmatched) in Längsrichtung auf den Korpusrahmen leimte. So hatte ich zwar eine Mittelnaht aber dafür auch eine gespiegelte Decken- und Bodenmaserung. Die Aufnahmen für Pickups und Saitenbefestigung, die modifizierten F-Löcher und die Löcher für die Potis und den PU-Umschalter hatte ich schon vorher eingebracht. Jetzt fräste ich mit der Oberfräse die Halsaufnahme aus dem Korpus. Den Hals hatte ich von einer Aria TA 30 entnommen, genauso wie die Elektrik und die Schaller-Mechaniken.

Nachdem die Passung für den Hals gut war, widmete ich mich der Gestaltung des Halses. Er sollte dünner, und flacher sein und es mussten neue Bünde und ein neuer Sattel montiert werden. Den Sattel fräste ich aus einer F38 Flugzeugaluminium- Legierung (sehr hart). Die alten Bünde entfernte ich mit einem Saitenschneider, nachdem ich das Griffbrett mit Olivenöl eingeweicht hatte. Die neuen Jumbo-Bünde wurden mit einem Kunststoffhammer in die vorhandenen Rillen geklopft und mit einer Bundfeile abgerichtet. Überstehende Enden wurden natürlich vorher gekürzt und verrundet. Der Hals wurde dünner und flacher geschliffen und ein neues Binding angebracht. Die Kopfplatte wurde modifiziert und die alten Mechaniken-Löcher von 8 mm auf 10 mm aufgebohrt.

Nachdem alles geschliffen war, spritzte ich Korpus und Halsunterseite Ultramarinblau-Transparent und gab dann alles einem Lackierer für den Klarlacküberzug. Während der Trocknungszeit fertigte ich eine Edelstahlplatte für die Halsbefestigung, Alurähmchen für die Pickups und eine Trussrod-Abdeckung an. Vier Tage und vier Klarlack-Schichten später nahm ich die Teile in Empfang und baute alles zusammen. Die Poti-Knöpfe habe ich aus Edelstahlhutmuttern gedreht. Nachdem alles montiert war kamen die Saiten 0.10 – 0.46 und die Feinstimmung dran. Als letzte Aktion verschraubte ich noch Security-Lock Pins von Schaller für die Gurtbefestigung und schloss dann das gute Stück an meinen Verstärker an. Der Sound war genau so wie ich es gehofft hatte. Kein Mulmen am Hals, schön bluesig und durchsetzungsfähig und die glasharten Höhen in der Stegpositon nicht zu dünn; außerdem ein schönes Sustain. Die Saitenlage ist genial niedrig, 1,8 mm am 12. Bund und das Gesamtgewicht mit Gurt gerade mal 2800 Gramm. Alles in allem hatte ich eine gehörige Portion Glück aber das braucht man manchmal.



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