ESP/LTD GL-600FB
Mit dieser Bariton geht für mich eine Art Odyssee zu ende. Lange Zeit suchte ich nach der perfekten Gitarre für tiefergestimmten Heavyrock und Metal. Favoriten waren Siebensaiter und Flying Vs von Gibson und Jackson, aber die Optik und die Testberichte liessen mich dann schnell den Wert der Flame Baritone erkennen.
Die Gitarre hat einen Ahornhals mit 22 Bünden. Dadurch wirkt der Hals auch nicht so überlang, wie er das bei manchen Baritongitarren ja durchaus tut (mal ganz davon abgesehen, dass dadurch der Tonabnehmer voller klingt). Die Gitarre ist 98 cm lang bei einer Mensur von 68 cm - somit ist die Gesamtlänge genauso lang wie eine Ibanez RG und passt somit auch in ein normales Gigbag. Der Korpus ist Mahagoni, die Brücke von TonePro und die Mechaniken von Sperzel. Als Tonwandler kommen ein Seymour Duncan JB und ein Duncan Design pickup am Hals ab Werk.
Unverstärkt klingt die Gitarre sehr voll, überhaupt nicht dumpf mit sehr gutem Sustain und allgemein sehr schwingungsfreudig. Der Korpus ist sehr leicht und handlich, alle Bünde lassen sich leicht erreichen und bespielen. Zudem gibt sich die Gl-600FB überhaupt nicht kopflastig. Der Hals entspricht angeblich dem 60er Profil, ich finde ihn recht kräftig aber nicht so dick wie die üblichen "Gibsonprügel".
Am Amp klingt die Gitarre voll und warm, der JB räumt den Sound gut aus und lässt Soli richtig kreischen während der Halshumbucker volle Cleansound ermöglicht und warme runde Sololinien ermöglicht.
Besonders beeindruckt mich neben der präzisen Wiedergabe der tiefen Töne (die auf einer Gitarre mit normal-langer Mensur so nicht möglich sind) die Bespielbarkeit der Gitarre. Man kann nicht sagen, dass diese Gitarre schwerer zu spielen sei, viele "normale" Gitarren steckt sie locker weg. Nur ganz selten ist der größere Abstand zwischen den Bünden zuviel. Soli wie Akkorde lassen sich super greifen und spielen und auch schnelle Licks springen spontan und flink vom Hals (von wegen träge Baritongitarren). Erst ab 16tel bei 200 bpm kann man den Unterschied merken, wobei dickere Saiten ja noch möglich wären.
Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dieser Bariton!






















