Da unsere Autos leider nicht mit der Wachstumsrate meiner Familie Schritt halten, mußte ich meine
musikalischen Aktivitäten verkleinern. Als Konsequenz erwarb ich unlängst für 90 Euro eine Höfner Shorty
in Blau.
Das Instrument wurde inklusive Tasche geliefert. Die Gitarre selber ist angenehm klein. Nur 82 cm mißt sie von Kopf bis Fuß. So paßt sie tatsächlich in jedes Auto.
Die Kurze ist wirklich was für Puristen: Ein Humbucker an der Stegposition, ein Volume und ein Tone. Viel Auswahl gibt es also nicht.
Ein erster Klangtest am Fender Frontman 15 brachte jedoch eine Überraschung: Die Kurze kann brüllen wie eine Große!
Der 24-bündige Ahornhals mit Palisandergriffbrett und angeschäftetem Kopf ist ganz angenehm zu bespielen. Lediglich die Saitenlage könnte etwas tiefer sein. Leider läßt die einteilige Brücke ein weiteres Absenken nicht zu.
Die Oktavreinheit mußte eingestellt werden. Für zwei Saiten ist die Einstellung nicht ganz korrekt, da die Reiter bereits am Anschlag sind. Ein paar Millimeter mehr wären schon gut gewesen!
Die Verarbeitung des Halses offenbart einige Nachlässigkeiten: An der Kante des Griffbretts findet sich eine 3 cm lange Spur des blauen Korpuslacks. An der Rückseite sind ein paar Lackpickel, die beim Spielen spürbar sind. Etwas mehr Sorgfalt hätte man sich da gewünscht!
Das ganze Instrument is ein wenig Kopflastig. Ein guter Gurt ist also von Nöten, sonst wird es doch schnell nervig.
Fazit:
Für den Preis ist die Höfner Shorty aus chinesischer Produktion eine gute Übungsgitarre, die man leicht überall mit hinnehmen kann. Die Verabeitungsmängel trüben jedoch das Gesamtbild etwas.
Da im Elektronikfach noch ein wenig Platz ist, wird der Humbucker wohl noch einen Tri-Sound-Switch erhalten. Das muß sein, sonst ist das keine Onkel-Gitarre!




















