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Career Explorer

Dies ist meine neue Career Explorer. Ich wollte immer schon mal eine Gitarre in dieser für mich ultimativen Metal-Optik besitzen, habe aber mein Geld immer eher zweckdienlich angelegt und überwiegend auf vielseitigere Gitarren mit zusätzlichen Singlecoils und Jammerhaken gesetzt. Da ich als alter Metalhead jetzt endlich mal ausprobieren wollte, ob ich auf Dauer überhaupt mit der Form klarkomme, habe ich mal spontan bei Ibäh eine Career geordert. Für die lächerlichen 170,- Euro, die ich bezahlt habe, sind die Features erst mal ganz überzeugend: sie hat einen Mahagoni-Body mit eingeleimtem Ahornhals, welcher auch ein angenehm ausgewogenes Profil besitzt. So wundert es auch nicht, daß der trocken angespielte Sound nicht schlecht ist, relativ voll aber stramm mit gutem Sustain. Sie unterscheidet sich in einigen Details von der Gitarre, die unter dem Namen CG10 auf der Homepage des hiesigen Vertriebes aufgeführt ist. So hat diese einen eher Jackson-artigen Headstock und Humbucker mit Chromkappe. Mag sein, daß meine das Vorgängermodell ist oder am regulären Vertrieb „vorbeiimportiert“ wurde, who knows. Sie war auf jeden Fall originalverpackt. Das Setup war gut gemacht, einzig die Saitenlage war so ultraflach, daß ich es schon zu kraß fand.

Das Griffbrettholz sieht etwas billig aus, die Bünde sind aber ordentlich abgerichtet. Die Mechaniken tun ihren Job, auch die Lackierung ist gut gemacht und gibt der Gitarre mit ihrer schwarzen Hardware die ultimative Stealthbomber-Optik. Anfangs waren allerdings auch meine Finger nach dem rocken immer passend schwarz, scheinbar war das Griffbrett voller Schleifstaub. Eklig, aber das hat sich zum Glück gegeben.

Sehr unschön war der original-Sattel: ich weiß nicht warum, aber der war etwas schief eingesetzt mit zwei unterschiedlich breiten Furnierstücken als Abstandhalter zwischen Sattel und Griffbrett. Ich habe ihn dann umgehend vom Gitarrenbauer rausschmeißen und durch einen ordentlichen, schwarzen Sattel ersetzen lassen. Angesichts des geringen Kaufpreises konnte ich die 40,- Euro zusätzlich aber verkraften.

Die original Pickups waren eher leistungsschwächere Vertreter mit PAF-artiger Power, die auf jeden Fall aber keine Spur feedbackanfällig waren, was ja bei Einsteigerteilen häufiger ein Problem ist. Selbst im Leadsound plus vorgeschaltetem Fulltone OCD als Booster kippten die Obertöne sehr schön um, ohne in Pfeiforgien auszubrechen. Ansonsten waren die Pickups clean annehmbar, für diese Gitarre und meine favorisierten Heavysounds aber nicht das richtige, da für meinen Geschmack die starken, druck- und charaktervollen Mitten fehlten. Ich habe ihr daher noch ein Duncan Hot rodded Set (SH 2 „Jazz“ und SH 4 „Jeff Beck“) und im gleichen Aufwasch bessere Potis spendiert. Der Pickup-Einbau war sehr frickelig, da die Bohrungen für die Elektrik-Kanäle im Holz sehr eng sind, aber es klappte ja. Einen der Potis habe ich als push pull Version zum Singlecoil-Splitting gewählt.

Mittlerweile finde ich die Gitarre für die ca. 300,- Euro, die ich insgesamt gezahlt habe, echt o.k.. Das mit dem Sattel ist natürlich ein Punkt, der unschön ist und nicht sein muß. Klar hat man das nur beim genauen Hinsehen bemerkt, aber trotzdem mies, zumal die Gitarre ja regulär ohne die Upgrades im Laden schon knapp über 300,- Euro kostet. Aber da kann man sich natürlich auch eine Gitarre ohne solche Fehler aussuchen.

Für einen Anfänger stellen die Career-Teile wirklich eine gute Basis dar, nämlich eine Gitarre, die einem nicht durch Unzulänglichkeiten wie Verstimmen und Feedbackorgien den Spaß vermiest. Für mich stellt sie halt eine Art „Versuchsballon“ bezüglich der Explorer Form dar. Bis jetzt finde ich das ganz gut, obwohl meine anderen Klampfen durch die konventionelleren Formen ja doch etwas komfortabler sind. Mich wundert mittlerweile auch nicht mehr, daß die meisten gebrauchten Explorers mehr oder weniger vermackelt sind, mein bleibt mit den ausladenden Formen ja doch ganz gern mal irgendwo hängen ;-)


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