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Siggi Braun Custom Shop Les Paul "Maestro"

Diese im September 2002 ausgelieferte Gitarre trägt die Seriennummer 001 des neuen Siggi Braun Custom Shops. Unter diesem Label baut Siggi Gitarren, die von seinem eigenen Design abweichen. Die Maestro ist eine der ersten Les Pauls aus der schwäbischen Edelschmiede und die allererste mit eingeleimtem Hals.

Eigentlich ist die Gitarre gar nicht für mich gebaut worden. Witzigerweise kannte ich sie aber schon in der Planungsphase: Siggi erzählte mir im Frühjahr 2002 über das ambitionierte, noch in der Konzeption befindliche Projekt und daß er auf der Musikmesse beim Holzhändler mit dem Kunden eine Hammerdecke ausgesucht habe.

Irgendwann habe ich das Teil dann auf der Siggi Braun Homepage bewundern können. Als dann in Gitarre&Bass angekündigt wurde, daß die Maestro im Test erscheinen würde, konnte ich als eingefleischter Siggi-Fan das Februarheft 2003 kaum abwarten. Ich habe dann den Test zigmal durchgelesen, um auch alle Features zu erfassen.

Ich hatte dann noch im gleichen Monat die Gelegenheit, die Gitarre zu erwerben.


Ich habe den "Blitzkauf" ohne Probleme wagen können, da ich Siggis Arbeit ja (auch durch meine eigene Custom Gitarre)kannte, trotzdem hatte ich ja dann doch etwas Bauchnabelsausen, bis sie dann da war. Heinz Rebellius (der Testredakteur) hat mich dann aber netterweise schon im Vorfeld per E-Mail beruhigt, in dem er mir versichert hat, daß diese Gitarre durchaus in der höherpreisigen PRS-Liga mithalten kann.

Jetzt aber zur Gitarre selbst:

Das Design ist wohl weniger Les Paul orientiert als vielmehr der Ex-PRS Singlecut des ursprünglichen Auftragsgebers nachempfunden. Der Body besteht aus einteiligem leichtem Honduras Mahagony mit einer handgeschnitzten Killerflame-Decke und flamed maple Backtop, ein Feature das auch bei den PRS Private Stock Gitarren zunehmend geordert wird, wie man der PRS DVD entnehmen kann.

Die Decken sind in der Farbe "Tigerfur" gebeizt, was Siggi allein einen ganzen Arbeitstag gekostet hat.

Das für mich herausragende Feature ist der einteilige Hals aus Rio-Palisander (mit indischem Palisander-Griffbrett), weil der im Gegensatz zu einem Mahagonihals dem Ton doch deutlich mehr Spritzigkeit und Aggressivität verleiht. Sehr schön auch die Einarbeitung des unlackierten, eingeleimten Halses in den Body mit der für Siggi´s CNS-System typischen, optimalen Bespielbarkeit.

Der Sattel besteht aus Ebenholz, ebenso die Pickup-Rahmen.

Geschmackssache sind sicherlich die auffälligen Abalone - Einlegearbeiten im Griffbrett (Rauten und Notenschlüssel, die aber perfekt gemacht sind.

Selbst die Kopfplatte hat eine eigene, gewölbte Decke.

Sehr schön und ergonomisch ist auch die einteilige, leichte PRS-Bridge aus Aluminium, die wie die Kappen der Harry Häussel Custom Shop Pickups mattiert ist.

Per push-push-Funktion kann man die Humbucker splitten (wie ja auch z.B. bei der Nik Huber Orca).

Vom Sound her ist sie sehr speziell, fett, satt und spritzig zugleich. Vom Les Paul typischen Ton weicht sie gerade durch den Palisanderhals doch ab. Aber für mich ist das genau richtig, weil ich normalerweise Stratmensur und geschraubte Hälse bevorzuge, die ja doch knalliger klingen. Meine Ex Gibson lang mir persönlich da einen Tacken zu brav.






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