Auf Siggi´s Arbeit bin ich erstmals durch den damaligen Mind Odyssey- und heutigen Rage-Gitarristen Victor Smolski aufmerksam geworden. Seine “blonde” Hauptgitarre war mir wegen des unverbrauchten, frischen und “fetzigen” Designs in einem CD-booklet aufgefallen. Später erschienen dann Testberichte der Frank Reipen Custom und des Ove Bosch Basses in Gitarre&Bass.
Da ich so ein Typ bin, der an Seriengitarren immer was auszusetzen hat, kam bei mir dann doch zunehmend der Wunsch auf, mir eine Gitarre auf den Leib schneidern zu lassen, wobei ich aufgrund meiner Ex-Klampfen (Tom Anderson Drop Top, Valley Arts Custom Pro, Parker Fly Deluxe, Gibson Les Paul etc.) doch in jeder Hinsicht recht hohe Ansprüche hatte. Ich habe dann “tabula rasa” gemacht und alles verkauft bis auf meine historische Rockinger Strat und meine Stoll Striker Strat, um mir das Teil leisten zu können.
Zwischenzeitlich hatte ich mit Siggi Kontakt aufgenommen und ihn als einen unheimlich netten und engagierten Zeitgenossen kennengelernt. Nachdem die Planungs- und Beratungsgespräche dann gelaufen waren und die Gitarre in Auftrag gegeben war, besuchte ich ihn, um Halsprofile zu checken. Ich hatte dabei Gelegenheit ein Victor Smolski Modell anzuspielen sowie Alex Beyrodt´s (Sinner, Silent Force) Gitarre “The Force”, die gerade zur Einstellung da war. Ich entschied mich für eine Halsdicke zwischen den beiden Modellen und für eine verkleinerte Siggi Braun “heavy”-Kopfplatte. Auch konnte ich die Hölzer meiner Gitarre schon mal im Rohzustand bewundern.
Die Auslieferung der Gitarre erfolgte dann im November, wobei Siggi, der alte Genießer, obwohl er ja nicht gerade über Arbeitsmangel klagen kann, das Teil unbedingt Samstags persönlich präsentieren und übergeben wollte, statt es schnöde mit der Post zu schicken. Man merkt schon, daß er irgendwie eine innige Beziehung zu seinen Instrumenten aufbaut, während er daran arbeitet, und daß das Teil dann nicht abgehakt ist, wenn das Geld dafür auf dem Konto ist.
Diese Hingabe und die Detailverliebtheit ist das, was mich an solchen Custominstrumenten mit am meisten fasziniert, neben dem Sound und der Optik natürlich.
Sie hat einen einteiligen Mahagoni-Body mit einer geschnitzten AAAA Quilted Maple Decke und einem ebensolchen Furnier auf der Kopfplatte.
Der Hals besteht aus Birdseye-Maple, das ausserdem noch eine ungewöhnlich intensive Längsmaserung aufweist. Das Griffbrett ist aus Schlangenholz, einem fleckig gemaserten, rötlichen Holz, das ähnlich hart wie Ebenholz ist, jedoch weniger die Brillianzen betont. Natürlich habe ich in dem Fall auf Inlays verzichtet und nur die seitlichen Lagemarkierungen geordert.
Als Mensur wählte ich abweichend von Siggi´s Standard (PRS-Mensur) eine lange Stratmensur, um die Wärme des Mahagoni und des Schlangenholzes nach oben hin noch etwas aufzufrischen.
Ansonsten wollte ich bei den Pickups unbedingt eine HSH-Bestückung, um bei Kombinationssounds zusammen mit dem Mittelpickup auch mal funky Sounds im Stratstil zu haben. Am Hals saß zunächst ein Duncan Hotrail, am Steg ein Di Marzio Tone Zone, jeweils per Push Pull seriell/parallel schaltbar, um auch mal weniger brutale Sounds abrufen zu können. Beide Humbucker werden ferner in den Zwischenpositionen zum Singlecoil gesplittet, wobei diese durch die Kombination mit dem “echten” Singlecoil in der Mitte auch wiederum brummfrei sind.
Siggi bot mir damals schon den Einbau von Harry Häussel Custom Shop Tonabnehmern an, ich Idiot habe aber abgelehnt, weil ich dachte, daß ich sie nicht mehr loswerde, falls sie mir nicht zusagen (Damals war Harry noch mehr Geheimtip als heute).
So mußte ich also nachträglich noch mal ran...
Am Hals werkelt mittlerweile der Häussel CTK Klingenpickup mit Hi Gain Alnico Magneten, der frischer und nicht so mittig klingt wie der Duncan Hotrail. In der Mitte ist ein Häussel Blues Strat Pickup, am Steg der Häussel Siggi´s Favorite (aka. Häussel Hot PAF TG), ein singender Humbucker mit ordentlich Dampf, der aber nicht alles so gnadenlos zuballert wie ein reines Higain-Aggregat. Jetzt ist alles optimal ;-)
Hätte ich nur gleich auf Siggi gehört.
Die Gitarre klingt knallig, differenziert und aggressiv, trotzdem recht warm und druckvoll.
Leadsounds sprühen vor Obertönen, die sich in jeder Lage mit Leichtigkeit povozieren lassen. Trotz Floyd Rose gibt es Sustainnnnn...
Ich habe mein Vertrauen in Siggi Braun nicht bereut, die Gitarre ist ihren Preis definitiv wert.






















