Dies war meine Ibanez GRX720 Siebensaiter-Gitarre aus der GIO Einsteiger-Serie chinesischer Herkunft, Baujahr um 2000.
Da ich gerne zu Platten mitjamme und dabei vor allem Metal und Hardrock bevorzuge, habe ich meine Gitarren zum Teil einen Halb- oder Ganzton heruntergestimmt. Für die besonders bösen H- und dropped A-Tunings habe ich mir mal ziemlich spontan diese Gitarre bei Ebay besorgt, wobei der Preis im Bereich eines neuen Wahpedals lag und ich von daher kein Risiko eingegangen bin. Der Zustand war bis auf das suboptimale Setup neuwertig.
Die Saitenlage hat sich merklich gebessert, nachdem ich eine weitere Tremolofeder eingesetzt habe, vorher hat der vermehrte Saitenzug die Bodenplatte des Tremolos nämlich ziemlich angehoben.
Die Qualität fand ich bis auf ein paar Punkte gar nicht mal so schlecht für ein Instrument dieser Preislage. Der Hals war auf jeden Fall sehr griffig und erforderte keine großartige Umstellung auf die zusätzliche Saite und vermehrte Breite. Die Bebundung war gut gemacht und sanft verrundet, die Mechaniken sehr gut. Auch die Schwarzverchromung der Hardware sah gut aus.
Einzig das Oberflächenfinish war dürftig: zwar war die metallicblaue Oberlackierung makellos, aber wenn man von schräg daraufgesehen hat, bemerkte man, daß die Bodyoberfläche ein leicht welliges Relief hatte, so daß da wohl bei der Grundierung oder beim Schliff was nicht in Ordnung war. Aber ich finde, besser in diesem Punkt gespart als z.B. beim Finish der Bünde.
Die Funktion des Tremolosystems kann ich nicht hinreichend beurteilen, da ich es erst gar nicht benutzt habe.
Der Schwachpunkt bei günstigen Instrumenten sind ja oft die Pickups. In diesem Falle kann man sagen, daß sie zumindest nicht mikrofonisch waren und daher prinzipiell spielbar. Das Output war kräftig, aber nicht absolut highgain-mäßig, was ja gerade bei den tiefen Tunings Sinn macht.
Die Schaltung ist “no frills”-mäßig einfach, also entweder die Humbucker einzeln oder zusammen, kein Singlecoil Split oder sonstige Mätzchen. Ob das bei den verwendeten Pickups prinzipiell möglich war, weiß ich nicht, weil ich die Gitarre niemals geöffnet habe (was absolut untypisch für mich ist, schließlich habe ich sogar meine Siggi Braun Klampfen noch mal modifiziert, ich Frevler). Sonderlich charaktervoll soundete das für meine Ohren nicht, aber man muß ja immer den Preis und die primäre Zielgruppe mit in die Beurteilung einbeziehen.
Alles in allem also ein nettes Spielzeug. Ich habe sie aber letztendlich kaum eingesetzt, da ich bei Gitarren ja doch mittlerweile etwas verwöhnt bin. Da ich jetzt auch keine Lust hatte, noch mal für mindestens 300,- Euro hochwertige Pickups einzusetzen, damit sie dann doch nur weiter an der Wand hängt, habe ich sie dann kürzlich im Zuge einer größeren Verkaufsaktion in immer noch neuwertigem Zustand für den selben Preis verkloppt, den ich bezahlt habe.
Abschließend kann man aber trotzdem sagen, daß die Gitarre als günstige Zweitaxt für den jungen, aufstrebenden Nu-/ "Old"mättler oder einfach mal zum checken, wie man wohl mit der siebten Saite klarkommt, echt o.k. ist, was das Preis-Leistungsverhältnis betrifft.
















