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BURNS Brian May Signature

Diese Gitarre soll laut Händler die letzte erhältliche BURNS Brian May Signature in Deutschland gewesen sein. Alles, was danach kam, stammt zwar aus (vermutlich) der selben Produktionsstätte, ist geringfügig günstiger, hat aber eben nicht mehr das BURNS-Signet auf der Kopfplatte. Hintergrund: das Brian May Management wollte - so wurde mir erzählt - plötzlich doppelte Lizenzgebühren. Auch wenn ich Brian May als Gitarrist sehr schätze - aber das war wohl ein wenig übers Ziel hinausgeschossen.

Als ich sie das erste Mal im Händler-Katalog sah, dachte ich mir "Hm, nicht uninteressant" und der Händler meinte, dass da demnächst noch ca. 20 Stück im Anmarsch wären. Aufgrund der oben erwähnten Lizenzproblematik kamen die 20 georderten BURNS Brian May Signatures natürlich nicht mehr und nun war guter Rat teuer. Es gab keine mehr - bis eben auf diese eine. Da die Gitarre aufgrund ihrer Messetage 2004 eine leichte (nur auf den zweiten Blick erkennbare) Lackdelle auf der Decke aufweist, habe ich sie günstiger bekommen. Da der rechte Arm beim Spielen aber ohnehin über der Delle liegt, störte mich das nicht weiter. Und wie gesagt, die Delle ist erst auf den zweiten Blick erkennbar (je nach Lichteinfall) und beeinträchtigt den Klang in keinster Weise.

Von Köln aus wurde die Gitarre dann nach Bochum verschickt, von wo aus sie an mich nach Düsseldorf weiterverschickt werden sollte. Ja nee, is klar. In Bochum hing sie dann einige Tage rum, weil niemand bis zu meiner Reklamation wusste, was mit dem Teil eigentlich passieren sollte. Nachdem ich dann noch hinter dem eigenwillig geformten Jammerhaken hertelefonieren musste, hatte ich sie nach ca. 3 Wochen endlich komplett. Als Ausgleich für die Unannehmlichkeiten gab es dann noch 2 Sätze Saiten. Immerhin ...
Die Korpusform kann man ruhigen Gewissens als eigenständig bezeichnen. Von der Korpusdicke her kann ihr bestenfalls noch eine SG oder eine GODIN Radiator das Wasser reichen.
Der eigenwillig geformte Jammerhaken wird übrigens nur gesteckt. Ein Gewinde oder eine Kontermöglichkeit gibt es nicht. Es können aber auch andere Hebel verwendet werden.
Die Gitarre hat 24 Bünde und wie man sehen kann 3 Single-Coil-PUs. Für jeden der BURNS TriSonic-PUs gibt es zwei Schiebeschalter. Der obere, also der dem PU nähere schaltet den PU ein (nach unten) und aus (nach oben). Mit den anderen Schaltern wird die Phase des PU umgekehrt, was trotz großer Variabilität jedoch mitunter zu identischen Soundergebnissen führt, denn bspw. Hals PU in phase und Bridge-PU out of phase ergeben den selben Sound wie Neck-PU out of phase und Bridge PU in phase. Das stört aber nicht weiter.
Unter Berücksichtigung dieser Tatsache ergeben sich tatsächlich 13 verschiedene Sounds, die sich wie folgt zusammensetzen:

    3 einzeln aktivierte Pick-Ups
      3 x 2 Pick-up Kombinationen in phase
        3 x 2 Pick-Up Kombinationen out of phase
          3 x 3 Pick-Up Kombinationen mit 1 von 3 out of phase
            1 x alle 3 Pick-Ups in phase

            ergibt: 13 Sounds


            Immerhin. Das sind ganze 6 Kombinationen mehr als bspw. die FENDER Deluxe Super Strat bzw. die FENDER Deluxe Players Strat mit ihren 7 Kombinationen bietet.
            Die Schaltung insgesamt ist jedoch etwas gewöhnungsbedürftig, wobei sich mit der Zeit individuell bevorzugte Schalterstellungen/Sounds herauskristallisieren. Alleine über diese Schaltung sind interessante, kehlige Sounds machbar, die man ansonsten nur mit einem mehrbandigen Equalizer hinbekommt. Aber auch vollvolumige Sounds oder treblelastige Sounds sind kein Problem. Diese Gitarre ist soundmäßig äußerst variabel und flexibel.



            Der Hals ist eingeleimt und fällt recht kräftig aus, was einem angenehmen Handling aber keineswegs im Wege steht. Ganz im Gegenteil. Der Hals fühlt sich schon beim ersten Griff zum bloßen Tragen der Gitarre angenehm an. Das liegt zum Teil sicher auch an der Lackierung.

            A propos Lackierung. Das gute Stück ist als Brian May Signature von Brian May bzw. war als Brian May Signature von BURNS als Limited Edition in Jubilee Gold, Honey Burst, 3-tone-Sunburst mit Tortoise-Shell-Pickguard, White oder Black jeweils mit Gold Hardwae, in antique/vintage cherry (eher rotbraun) mit Chrom Hardware (wie Brian May sie spielt) erhältlich.

            Die Mechaniken stammen von GROVER, die man sogar bei besseren Korea-Produktionen öfter findet. Ja selbst meine GIBSON ES 335 hat GROVER Mechaniken. Einen speziellen Koffer gibt es für die Brian May Signature übrigens auch. Der war bislang aber nicht erhältlich. Ich bleibe natürlich am Ball. Herkömmliche Strat-/Tele-Koffer sind für die BURNS Brian May leider etwas zu schmal gebaut.

            gekauft 2005 für 750,- Euro

            siehe auch Test GITARRE & BASS 6/2002


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