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JOHNSON JP-AT-SB

In den richtigen Händen nimmt es nicht nur diese JOHNSON mit wesentlich teureren Gitarren allemal auf. Diese JOHNSON stammt aus der Professional-Serie und das nicht zu Unrecht. Sie ist die erste und bislang einzige ihrer Art in meiner Sammlung.

Wieder mal war es mein Händler, der mich auf diese Gitarre aufmerksam machte. Wäre aber gar nicht nötig gewesen, da ich das Teil sicher auch ohne den Hinweis angetestet hätte, obwohl ich mit Jazz eigentlich gar nichts anfangen kann. Ungeachtet dessen halte ich Jazz-Gitarristen aber für hervorragende Musiker/Instrumentalisten.
So 100 Prozent jazzy ist sie ja nicht. Die JP-AP-SB ist mit ca. 6,5 cm (am Halsansatz) bis 7.5 cm in der Zarge niedriger, als eine herkömmliche Jazz-Gitarre.

Wenn man schon mal die Möglichkeit hat, möglichst viele Gitarren (so an die 200) testen zu können, dann nutzt man das auch aus. Da es eine JOHNSON ist, ging ich hinsichtlich Verarbeitung schon etwas (positiv) voreingenommen an die Sache heran. Ich wusste, dass ich in diesem Punkt nicht enttäuscht werden würde, was auch zutrifft. Der komplett hohle Korpus mit gewölbte Ahorn-Decke ist sauber mit einem elfenbeinfarbenen Binding eingefasst und ebenso der Hals. Der Nachteil dieser Konstruktion liegt auf der Hand - das Teil neigt konstruktionsbedingt recht schnell zum Feedback.

Die Gold-Hardware ist sauber verarbeitet. Auf der Kopfplatte, die ein neuer (gefälligerer) JOHNSON- Schriftzug ziert, verrichten nachgeahmte GROVER-Rotomatic Mechaniken einwandfrei ihren Dienst. Der Sattel ist aus Kunststoff. Die aus Palisander bestehende Bridge ist höhenjustierbar. Die 1a-Saitenlage wird nur von wenigen meiner Gitarren erreicht und von keiner getoppt, auch nicht von den Luxusteilen.

Die Potis sitzen auf der Schlagplatte. Optisch bissen sich die winzigen Original-Potiknöpfe zwar ein wenig mit der Gold-Hardware, korrespondierten aber mit den Blockeinlagen des Halses ganz gut. Trotzdem habe ich die Potiknöpfe ausgetauscht. Im Zubehör habe ich passende goldfarbene Metallknöpfe mit Holzkappe gefunden, die wesentlich besser zur Geltung kommen ohne aufdringlich zu erscheinen.

Der Pickup ist ein Floating Pick-Up im Minihumbucker-Format, wie man ihn von den Maßen her bspw. von der Firebird und der Les Paul Deluxe her kennt. Dieser ist nicht in die Decke eingelassen, sondern aufgesetzt und am Hals befestigt.

Insgesamt macht die JOHNSON optisch einen äußerst propperen Eindruck. Bzgl. des Sounds war ich dann dennoch überrascht - positiv überrascht. Sie klingt relativ laut und für eine Jazz-Gitarre sehr, sehr weich, rund und voll. Die kann man sogar ohne Amp spielen und dann klingt sie immer noch gut.

Lt. Liste kostet sie 598,- Euro, ausgezeichnet war sie mit 399,- Euro und bekommen habe ich sie schließlich für 330,- Euro.

siehe auch Test GITARRE & BASS 5/2006



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