Charvel San Dimas II KoaBei diesem Schmuckstück handelt es sich um eine Charvel San Dimas II Koa, Baujahr 1995, hergestellt im Jackson Custom Shop. Eingefleischte Jackson- und Charvel-Fans bezeichnen diese 1995er Auflage, die in einer limitierten Stückzahl von nur 1400 Instrumenten gebaut wurde, oft auch als San Dimas Reissue. Der Name stammt von ursprünglichen Standort des Charvel Custom Shop in San Dimas, Kalifornien.
Der Korpus besteht aus Koa – einer besonderen Mahagoni-Sorte, die ausschließlich auf Hawaii wächst – und ist einteilig. Der Hals besteht aus einem besonders intensiv gemaserten Stück Vogelaugenahorn, das ein recht massives Griffbrett aus Palisander mit hübschen Perlmutt-Dots trägt. Der Bunddraht kommt ziemlich jumbomäßig und eignet sich hervorragend für rocktypische Spieltechniken. Gestaggerte Klemm-Mechaniken von Sperzel und ein präzise gefeilter Knochensattel sorgen in Zusammenarbeit mit dem Wilkinson-Vibrato für einwandfreie Stimmstabilität. Als Tonabnehmer kommen Spezialanfertigungen von DiMarzio zum Einsatz, natürlich F-spaced mit erweiterten Polabständen. Die Elektronik wurde bewusst schlicht gehalten und begnügt sich mit einem 3-Weg-Schalter und einem Lautstärkeregler. Seltsam, dass in allen Katalogabbildungen stets ein Klingenschalter zu sehen ist, während meine Gitarre mit einem Gibson-artigen Toggle-Switch ausgerüstet wurde. Naja egal, für zusätzliche Schaltmöglichkeiten habe ich jedenfalls das Poti durch eine Push-Pull-Variante ersetzt, das die Pickups splittet.
An sich ist Mahagoni für seinen warmen Ton bekannt, und der Koa-Typ hat zusätzlich einen deutlicher wahrnehmbaren
Höhenanteil, so dass die Gitarre vielseitiger ist als man denkt. In Verbindung mit dem Ahorn/Palisander-Hals ist der
Klang sehr ausgewogen und druckvoll, aufgrund der Pickupbestückung liegen die Stärken eindeutig im verzerrten Betrieb.
Selbst bei viel Gain und hohem Effektanteil ist das Gerät stark durchsetzungsfähig.
Besondere Details: E-Fach- und Federkammerabdeckungen aus gebürstetem schwarzem Aluminium.
Alles in allem ist diese Charvel San Dimas II eine waschechte Rockgitarre in zeitlosen Design, die mit ihrer edlen Naturholzoptik quasi den Wolf im Schafspelz markiert. Vor allem der matt lackierte Hals ist traumhaft zu spielen und seine Maserung begeistert mich immer wieder.
Hier noch ein paar technische Daten der damals erhältlichen Modelle: - Abgesehen von den Modellen „Standard“ und „Traditional“ gab es in den Jahren 1995 und 1996 vier verschiedene San Dimas Gitarren, die alle einen Vogelaugenahornhals mit 24bündigem Palisandergriffbrett (ausgenommen IV) und DiMarzio-Pickups hatten:
- San Dimas I: Korpus aus Mahagoni, Koa oder Lacewood natur, Floyd Rose Vibrato, Goldhardware, HH-Bestückung, 3-Weg-Schalter, Volume-Regler.
-San Dimas II: Korpus aus Koa natur, Wilkinson Vibrato, Sperzel Klemm-Mechaniken, schwarze Hardware, HH-Bestückung, 3-Weg-Schalter, Volume-Regler.
- San Dimas III: Korpus aus Mahagoni mit aufgeleimter Ahorndecke, transparente Lackierungen (u.a. grün), Floyd Rose Vibrato, schwarze Hardware, HSS-Bestückung, 5-Weg-Schalter, Volume- und Tone-Regler.
- San Dimas IV: High End Modell, Korpus aus Koa mit aufgeleimter Ahorndecke und cremefarbenem Binding, transparente Lackierungen (u.a. purple oder Sunburst) mit matching headstock, Ebenholzgriffbrett, Floyd Rose Vibrato, Goldhardware, HSS-Bestückung, 5-Weg-Schalter, Volume- und Tone-Regler.


















