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Godin Acousticaster 6 Deluxe

Diese Acousticaster 6 Deluxe der kanadischen Firma Godin gehört zu einer Gitarrengattung, die man als Hybrid bezeichnen könnte, denn sie ist im Prinzip eine akustische Gitarre mit Aussehen und Bauweise einer elektrischen.

Das Konzept der Acousticaster beruht zunächst auf einer weitgehend Telecaster-orientierten Form mit einem Cutaway und flacher Decke. Der Korpus ist dagegen innen zum Teil hohl, besteht bei diesem Modell aus klar lackiertem Mahagoni mit einer Fichtendecke und weist ein cremefarbenes Binding auf. Die standardmäßige Stegkonstruktion ist allen Guitarmaniacs von Westerngitarren her bekannt, wobei sich hier unter der Stegeinlage ein piezokeramischer L.R. Baggs LB6 Tonabnehmer befindet. Dieser wird mit Hilfe des On-Board-Preamps L.R. Baggs PEQ-1 - der gleich zwei 9V-Batterien für sich beansprucht - mit Lautstärke- und Klangregelung vorverstärkt. Alle Schieberegler befinden sich innerhalb einer Bedienfläche, die im oberen Korpusdrittel zwischen Zargen und Griffbrett platziert wurde.

Der Clou dieser Gitarre ist allerdings die 18teilige Metallharfe in einer separaten Fräsung unterhalb des Steges, die von außen nicht sichtbar ist und die auf der Rückseite von einem Kunststoffdeckel verborgen wird. Diese 18 Metallstäbe sind in Länge und Dicke so justiert, dass sie in der Lage sind, in den passenden Frequenzbereichen Resonanzschwingungen zu liefern. Somit klingt die Acousticaster unverstärkt gespielt um ein Vielfaches lauter als man von Solidbody- oder Semiakustik-Konstruktionen gewöhnt ist. Diese Tatsache überrascht zunächst gewaltig, man hält es nicht für möglich! Da es keine wirklichen Schallöcher gibt, muss man sich auch keine Gedanken über Feedback bei hohen Lautstärken auf der Bühne machen.

Als E-Gitarrist gefällt mir besonders der hervorragend bespielbare Ahornhals mit 22 Medium-Bünden im Palisandergriffbrett und dezenten Offset-Dots. In Verbindung mit dem geringen Gewicht bleibt selbst bei lang anhaltenden Sessions oder Auftritten das Spielen ein Genuss. Klanglich gesehen ist diese Hybrid-Gitarre sicher kein Ersatz für eine großkalibrige Westerngitarre, aber angesichts der Ergonomie und der Immunität gegenüber Rückkopplungen besser für Live-Situationen geeignet. Außerdem klingt der hochwertige L.R. Baggs Pickup doch um einiges ausgeglichener also so manche "akustifizierte" E-Gitarre mit Piezo-Elementen im Steg.

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