Ibanez S1520FB Prestige
Diese Ibanez S1520FB Prestige wurde 1999 in der Fujigen Gakki Fabrik in Japan hergestellt und war für den US-amerikanischen Markt bestimmt. Während eines längeren USA-Aufenthaltes im Jahre 2000 habe ich das gute Stück erworben und seitdem sehr liebgewonnen.
Der berühmte Saber-Korpus, der bereits 1987 zusammen mit den JEM/RG, Radius und Power Modellen vorgestellt wurde (ein fantastischer Ibanez-Jahrgang!), ist im Grunde genommen Strat-förmig, jedoch extrem flach, mit komfortablen Wölbungen auf Vorder- und Rückseite sowie tiefen Cutaways. Interessant ist aber, dass die Korpusdicke in der Mitte dem bekannten Stratmaß entspricht. Hals und Vibrato sind in den Korpus gesenkt, so dass der Abstand zwischen Decke und Saiten auffallend gering ist. Traditionsgemäß besteht der Saber-Korpus aus Mahagoni, und bei diesem Modell wurde ein wunderschön gezeichnetes Stück Bubinga-Furnier aufgeleimt. Zwar lautet die Bezeichnung "Flame Bubinga", ich würde sie aber eher als "Quilted Bubinga" bezeichnen. Die Maserung ist einzigartig und richtig dreidimensional; wenn man die Gitarre dreht und wendet, verändert sich das Aussehen fast wie bei einem Hologramm. Sowohl das Ibanez Lo-Pro EDGE Vibrato als auch der gesamte Rest der Hardware wurde in schwarzchrom – also Cosmo Black – ausgeführt.
Der zweiteilige Ahornhals hat einen "skunk stripe" Verstärkungsstreifen aus Bubinga und eine abgewinkelte,
angesetzter Kopfplatte. Diese weist ein Palisanderfurnier mit eingelegtem Ibanez-Logo aus Perlmutt auf; außerdem
Gotoh-Mechaniken, Saitenniederhalter und Klemmsattel; aber keine Halsstababdeckung. Das Palisandergriffbrett ist
ziemlich fein gemasert, beherbergt 22 extra gehärtete und perfekt abgerichtete Jumbo-Bünde und außer einer hübschen
Perlmuttfigur im 12. Bund keine sonstigen Einlagen. Ein beigefarbenes Binding (Holzimitat mit künstlicher Maserung)
fasst Griffbrett und Kopfplatte ein und bietet schwarze Lagenmarkierungen. Der Hals ist ohne Konterplatte mit vier
einzeln versenkten Schrauben an den Korpus montiert, wobei die Kanten stark abgerundet sind, um den Zugang zu den
hohen Lagen zu erleichtern. Dies bezeichnet Ibanez als All Access Neck Joint (AANJ).
Ursprünglich war diese Gitarre mit zwei von DiMarzio/USA hergestellte Ibanez-Humbuckern aus der Quantum-Serie bestückt. Diese habe ich vor einiger Zeit gegen die Satriani-Bestückung (DiMarzio FRED am Steg und DiMarzio PAF Pro am Hals) ausgetauscht, dabei ist der PAF Pro mit chromfarbenen Pole Pieces eine Spezialanfertigung. Die Elektrik besteht nach wie vor aus einem 5-Weg-Schalter, 1xVolume und 1xTone.
Bei Saber-Gitarren bin ich immer wieder erstaunt, wie ein Korpus mit so geringer Holzmasse einen so resonanten und fetten Sound erzeugen kann. Dieser ist trocken gespielt schon recht ausgeglichen, elektrisch dann genauso lebendig und vielfältig, wobei der PAF Pro am Hals für die runden jazzigen Klänge und der FRED am Steg für die bissigen verzerrten Leadsounds mit reichlich Obertönen zuständig ist. In den Schalterpositionen 2 und 4 kommt glockige Brillianz zum Vorschein – ideal für cleane Einstellungen.
An meiner S1520FB gefällt mir die wunderschöne Bubinga-Decke und der seidig-weiche Hals am besten. Auch die direkte Ansprache, das Sustain, der flache Korpus, das geringe Gewicht und die tolle Bespielbarkeit machen es mir manchmal schwer, die S1520FB wieder aus der Hand zu legen. Eine tolle Gitarre und ein tolles USA-Souvenir für mich.




















