Ansässig in Garmisch - Partenkirchen, Nähe der österreichischen Grenze, baute A.Lang bis zu seinem Ableben 1975, man ist sich nicht sicher, aber zwischen 1000 und 2000 Gitarren. Und zwar von A - Z alles, alleine, und in Handarbeit!
Decke und Boden wurden jeweils aus dem Vollen Holz geschnitzt, abgeklopft (abgehört), bis das Ergebnis den gewünschten Ton brachte. Ab Mitte der 50er waren so gut wie alle Gitarren mit Cutaway und meist auch mit handgravierter Kopfplattenabdeckung aus Messing oder verchromt ausgestattet.
Die Decke, vorwiegend Fichte, und wie schon erwähnt aus den vollem Holz herausgearbeitet, und der Boden meistens Ahorn und ebenfalls aus dem Vollen Holz herausgearbeitet. Das Material für den Hals ist entweder Mahagoni oder Ahorn mit einigen eingestzten Streifen aus anderem Holz, also gesperrt, um ein verziehen zu vermeiden, und im Hals selbst noch zusätzlich einen Stahlstab zur Verstärkung. Das Griffbrett ist aus Ebenholz.
Ferner gibt es bei den
meisten Gitarren von A.Lang innen im Body noch eine Schraube, mit der
man den mit dem Klangkörper verschraubten Hals noch in seiner Neigung
verstellen kann.
Es gibt und gab leider niemals einen Katalog oder ähnliches, worin die verschiedenen Modelle abgebildet waren, aber mehr als viermal die selbe Ausführung gab es sowieso nicht, und wenn man davon ausgeht das Lang nur 1000 Gitarren gebaut hätte, so wären das alleine schon mindestens 250 verschiedene Modelle. Verschieden insofern, das Lang beinahe ausschliesslich auf Kundenwunsch arbeitete, und somit so gut wie keine seiner Gitarren in den Handel kamen ( Ausnahme - Prämus ) Was auch verständlich ist, denn die Auslastung seiner Kapazität war mehr als gegeben, da durch das Überwältigende Qualitätsniveau sich sein Name unter den Gitarristen wie ein Lauffeuer verbreitete, und dadurch mit Bestellungen voll zugedeckt war.
Lang elektrifizierte auch selbst seine Gitarren, mit den von mir so geheiligten DeArmond Singlecoils vorwiegend, aber auch Höfner oder Gibson PU wurden verbaut, oder sowieso das von den Kunden gewünschte Fabrikat. Anfangs wurden meistens DeArmond oder Schaller Singlepickups freischwebend eingesetzt, die auf einer Schiene oder Stange frei verschoben werden konnten, und zur Befestigung nur zwei kleine Schrauben an Hals benötigten, ohne das man irgendwelche Löcher in den Klangkörper der Gitarre machen musste. Eine optische Eigenart bei vielen Lang - Gitarren sind auch die häufig verwendeten vierteiligen Schallöcher, sowie eingesetzte Zierstreifen in die Zargen und es ist eigentlich selbstredend, das nur beste Hardware eingesetzt wurde !
Nun dieses abgebildete Modell ist eine Thinbody, mit
dem für Lang nicht typischen Vierpunkt verschraubten Hals und ebenfalls
total a-typischen Halseinstellschraube auf der Kopfplatte. Sehrwohl
typisch sind die beiden DeArmond Singlecoils mit einzelner Polepice
Verstellung und dem wohl beliebtesten Vibrato aller Zeiten, dem Bigsby.
Diese a-typischen Merkmale resultieren mit Garantie auf Kundenwunsch. Da sich Lang Gitarren leider sehr selten genau datieren lassen, nehme ich auf Grund einiger Eigenheiten, Ende der 50er an. Noch ein Wort zum Sonntag: Die profunden Kenner und Buchautoren von "Elektrogitarren Made in Germany " - Schnepel und Lemme schreiben in eben diesem Buch, das ich übrigens wirklich nur Jedermann empfehlen kann, folgenden Absatz :
" WAS DIE LANG - GITARREN NEBEN IHRER ÜBERAUS SORGFÄLTIGEN VERARBEITUNG SO BEGEHRT GEMACHT HAT, IST IHR HERVORRAGENDER, VOLLER KLANG. DEN AMERIKANISCHEN SPITZENMODELLEN VON GIBSON, GUILD USW. STEHEN SIE IN NICHTS NACH, HÖCHSTENS IM PREIS. VON SAMMLERN SIND SIE DESHALB SEHR GESUCHT"
UND DIESER MEINUNG MÖCHTE UND KANN ICH MICH NUR VOLLINHALTLICH UND MIT INNIGSTER ÜBERZEUGUNG ANSCHLIESSEN !





















