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Peavey Odyssey

Lange musste ich suchen, viele Leute fragen, viele Emails verschicken. Irgendwann hat es sich dann gefügt und ich bekam eine Mail aus Frankreich, er habe etwas für mich: Ein Peavey Odyssey in Teal Black.

Die Geschichte des Modells ist relativ kurz: es gab die Odyssey nur drei Jahre, genauer zwischen 1989 und 1992. Später gab es nochmal eine auf 250 Stück limitierte Sonderserie zum 25. Geburtstag von Peavey - der 25th Anniversary Odyssey.

Zurück ins Jahr '89. In dieser Zeit kam irgendjemand bei Peavey auf den Gedanken, ebenfalls im hochpreisigen Segment Fuss fassen zu wollen. Die Odyssey war das Ergebnis dieser Überlegung und zeichnet sich durch folgende Punkte aus:

- Carved Body aus Mahagonie mit aufgeleimter, dicker Bookmatched Flame Maple Ahorndecke mit einseitigem Binding
- Eingeleimter Heel-Less Hals aus Mahagonie
- 15" Bound Ebony Fretboard mit echten MoP-Inlays und 25" Mensur
- 24 Nickel-Silver Jumbo Bünde
- Zwei spezielle AlnicoII Humbucker
- Mini-Switch für Coil Split
- Leicht angewinkelte Kopfplatte (ebenfalls Binding)
- Graphitsattel
- Komplett in Handarbeit hergestellt (Handcrafted in USA)!

Erhältlich war sie in Honeyburst oder Teal Black. Ich war immer auf der Suche nach der letzteren Farbe. Mein Exemplar stammt aus dem Jahr '92 und ich habe sie in einem ausgezeichneten Zustand bekommen. Die Verarbeitung ist... wenn ich jetzt sensationell schreibe klingt das irgendwie ausgelutscht. Ich kann nur anmerken, daß ich neben dieser Gitarre noch eine Deluxe US Fender, eine PRS aus einem limitierten Run und eine Tele vom Gitarrenbauer besitze und somit Qualität zumindest im Ansatz erkennen kann.

Jedenfalls ist die Verarbeitung tadellos. Der Hals ist so sauber eingeleimt (wir erinnern uns: heel-less), dass ich schon öfter lesen durfte, er wäre durchgehend. Das Gewicht ist das einer guten Paula - also eher mittel-leicht. Die Bünde sind immer noch perfekt, Binding, Lack etc erste Güte.

Die Korpusform ist irgendetwas zwischen Tele, Paula und PRS Single Cut. Wie dem auch sei, angenehm gerundete Kanten - allerdings keine Bierbauchfräsung... ich hab ja aber auch keinen Bierbauch. Ausbalanciert ist das Ganze sehr gut, man muss sie nicht permanent irgendwohin rücken, was mir entgegenkommt, da ich seit einiger Zeit Ledergurte nicht mehr mag und auf die gute alte Baumwolle zurückgreife. Was mir da noch ein- und auffällt: Die E-Fach-Abdeckungen hinten sind aus Bakelit - was ich sehr sehr mag - und komplett abgeschirmt, ebenso wie alle Kavitäten.

Der Hals ist kein Rennhals, trotz des 15" Radius. Man hat gut etwas in der Hand. Die Pickups sind immer noch Stock und ich habe nicht vor, sie zu wechseln, weil:

Der Sound. Das Gerät ist eine Bluesmaschine! Be El Uh Eh Es! Sie singt und schreit quasi von allein. Für definiertere Akkord-Arbeit zeigt sich der Coil Tap als sehr nützlich. Von Strat-ähnlichen Tönen ist sie hierbei trotzdem natürlich soweit entfernt wie es nur geht.

Richtig blühen tut sie bei leicht angezerrten bis dampfig rockenden Ampeinstellungen. Die Gitarre hat Vibe! Ich hab sie sehr gern am Körper, sie gibt viel ab - wenn ihr wisst was ich meine.

Das erste mal in der hand gehalten habe ich eine Odyssey Mitte der 90er bei einer Session. Seitdem habe ich immer wieder sporadisch bei günstigen Gelegenheiten angemerkt, daß ich wild auf so ein Gerät wäre. Mit dem Segen des Internet und den Spuren, die ich da hinterlassen habe, wurde dieser Franzose auf mich aufmerksam und der Deal kam zustande.

Ich wurde nicht enttäuscht und ich freue mich über die Odyssey jedes mal, wenn ich sie in die Hand nehme.


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