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Yamaha BB5000

Diesen 1986er Yamaha BB5000 habe ich vor wenigen Jahren gebraucht über ebay erworben. Er befand sich im Originalzustand, was mir an einigen Stellen nicht gefiel. Die ersten BB5000 waren eigentlich BB3000er/4-Saiter, denen man aufgrund der aufkommenden 5er-Mode kurzerhand eine zusätzliche H-Saite verpasste. Dadurch ergab sich ein sehr enges Stringspacing. Der nachfolgende BB5000A hatte ein deutlich breiteres Griffbrett, so daß für die Zupfhand wieder mehr Platz zur Verfügung stand. Auf meinem BB5000 ging es aber sehr eng zu; ich hadert lange, ob ich ihn wieder verkaufen soll. Außerdem empfand ich die H-Saite als zu schwammig im Klang. Da der Grundsound des Instrumentes mir aber sehr gut gefällt, entschloss ich mich, eine durchgreifende Modifikation durchzuführen. Der Bass wurde zum 4-Saiter umgebaut! Dabei wurde die gesamte Hardware und Elektronik ausgetauscht, weil die Originalhardware aktuellen Ansprüchen nicht mehr genügt. Durchgeführt hat diese und noch weitere Arbeiten Jochen Imhof/Sign-Guitars in Aachen. Jetzt aber zur Beschreibung:

Es handelt sich um einen in Japan gefertigten Yamaha BB5000 mit der Seriennummer 6004037. Der Hals ist durchgehend, wahrscheinlich mehrstreifig aus Ahorn, der Body wahrscheinlich aus Erle. Eine klassische Hölzerkombination, die für einen konkreten, aber dennoch warmen Ton steht. Der durchgehende Hals erlaubt einen superkomfortablen Übergang, wie auf dem zweiten Bild schön zu sehen ist. Der Hals hat ein rundes Profil, so dass man ordentlich was in der Hand hat. Ein Ebenholzgriffbrett rundet die Grundkonstruktion ab. Die Lackierung möchte ich mal "mayonnaise-weißgelb" nennen. Sie ist durch Sonneneinstrahlung deutlich gelber geworden, was man an den durch Hardware abgedeckten Flächen sehen kann. Der Lack ist sehr stoß- und kratzunempfindlich, wie sich das für ein Arbeitstier gehört. Auffällig sind die geschmackvollen, ovalen Perlmuttinlays im Griffbrett. Die Bünde sind kräftig und wiesen zum Zeitpunktes des Kaufes für ein 20 Jahre altes Instrument wenig Benutzungsspuren auf.

Jetzt zur aktuellen Ausstattung nach dem Umbau: Die ziemlich unbrauchbaren Yamahatuner würden gegen Schaller M4S mit dem fantastischen Übersetzungsverhältnis 1:22 ersetzt. Weiterhin wollte ich einen Saitenniederhalter kurz hinter dem Sattel, so dass alle Saiten mit gleichem Winkel aufliegen. Der neue Sattel ist ganz klassisch aus Knochen. Die Brücke ist von ABM, dieses massive Teil findet man in den letzte Jahren auf vielen deutschen Bässen aus Handfertigung. Sie ersetzt die alte Bleckwinkelkonstruktion. Hinsichtlich der Tonabnehmer bin ich nach Experimenten mit Rough Crystal (Lefay) Soapbars jetzt bei einer Delano Musicman / Rough Crystal Precision Kombination gelandet. Ich habe allerdings vor, den Precision-Tonabnehmer gegen den Precision-Pickup von Marleaux/Häussle auszutauschen. Der Delano sitzt näher am Steg als die klassische Musicman-Position, den Precision habe ich verdreht einbauen lassen, um konkretere Töne auf E- und A-Saite und etwas fetteren Sound auf den hohen Saiten zu erzielen. Zum Zeitpunkt des Fotos war eine Yamaha NE-1 Elektronik eingebaut. Die kleinen Chickenheads sind ein echter Blickfang. Aktuell ist der Bass aber wieder auf passiv umgerüstet, weil er so charaktervoller tönt. Noch kurz zum Schlagbrett: das ist eloxiertes Alublech im Krokolook vom OBI-Baumarkt.

Zum Klang: charaktervoll, knurrig, warm, aber auch mit einem ordentlich Peak in den Hochmitten, so dass er im Bandgefüge immer klar zu hören ist. Ein lebendig tönendes Instrument, auf dem das unverstärkte Herumdudeln immer wieder Spaß macht.


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