Diese Gitarre bekam ich von einem guten Freund, mit der Bitte, das Instrument "herzurichten".
Es handelt sich dabei um eine sehr dünne Höfner semi-hollowbody aus deutscher Produktion, es ist allerdings interessant
dass die Bezeichnung "HOFNER" auf dem Hals steht und man könnte fast meinen, dass das Instrument mal in England gekauft
wurde. Die Perlmutt-inlays am Kopf und auf dem Griffbrett sind sehr schön gemacht. Der Korpus ist dünn und aus mehreren
Holzschichten gefertigt, der Hals ist angeleimt.
Leider war der Korpus und vor allem der Lack auf der Oberseite des Instruments stark in Mitleidenschaft gezogen. Mein Freund hatte mal den Tick, alles müsse in Naturholz sein (er hat u.a. auch sein "Hayman"-Drumset von Hand abgeschliffen...) und ist dann an die Gitarre mit einem elektrischen Rundschleifapparat gegangen. Als ob das nicht genug gewesen wäre, hat er die Gitarre mit einem durchsichtigen Lack von Hand eingepinselt, der dann in der Trockenphase sich auf den kompletten Body verteilte, und auf der Rückseite extreme Rotz- und Pappnasen hinterliess.
Ich konnte das Elend nicht ertragen. Daher habe ich das gute Stück zunächst mal grob mit Schleifpapier von Hand geglättet, vorne wie hinten und den Rücken des Halses. Gegen die tiefen Wunden des Schleifapparates auf der Vorderseite konnte ich nichts mehr machen ausser versuchen zu glätten.
Nach mehreren Tagen intensiven und vorsichtigen Schleifen hatte ich dann das Gefühl, dass die Gitarre langsam wieder nach was aussah. Zunächst folgten einige Sessions mit Sonnenblumenöl, danach ein finsih mit Flussig-Antik-Wachs und dann endloses Nachpolieren mit einem sauberen Baumwoll-Tuch.
Was im Moment fehlt, ist die gesamte Aufhängung für die Saiten, ein paar original Mechaniken und das original pickguard. Diese sind "irgendwo" bei meinem Freund in der Garage - oder vielleicht doch nicht mehr...wer weiss...
Mein Dank gilt der Fa. Höfner, die mir freundlicherweise einen Elektroschaltplan zukommen liess !





















