Höfner
Hier ist nun meine kleine, alte Höfner. Ich habe sie Ende der 70er von einem Freund geschenkt bekommen. Er sammelt Tommys, also Burns und Rickenbacker. Auf einer Dienstreise hat er einen pensionierten Vertreter der Fa. Höfner kennen gelernt. Der hatte noch etwa 25 "Mustergitarren" seit Jahren auf seinem Speicher gelagert. Mein Kumpel hat sie sich angesehen, sofort alles aufgekauft, und mich angerufen, damit ich beim Transport helfe (ich fuhr damals einen Bully). Als sie dann(nach einer Nachtschicht) alle bei ihm im Wohnzimmer standen, konnte ich mir eine aussuchen, als Spritgeld sozusagen. Da hab ich mich in dieses Teilchen verguckt.
Ich weiß nicht, um welches Modell es sich handelt. Die Bezeichnungen, die ich bisher gehört habe, reichen von"Club 50" und "Studio" bis "Lennon Gitarre" (hat der mal Höfner gespielt? Ich kenn den nur mit Rickenbacker), und "wat hass ´n da für nen komischen Paula- Nachbau". Vielleicht kennt jemand die richtige Bezeichnung (event. sogar Baujahr?) und lässt es mich wissen.
Es handelt sich um eine Semi- Acoustic mit gewölbter Decke (Fichte) und Boden (Riegelahorn) und ohne Schalllöcher. Ich nehme an, auf Decke und Boden ist nur Furnier, der Korpus ist wahrscheinlich aus Sperr- oder Schichtholz gebaut. Mehrschichtiges Binding an Decke und Boden, das Material für die Zargen und den Hals kann ich nicht bestimmen, ist schwarz lackiert. Der Hals ist mindestens 3- teilig aufgebaut, das ist an einigen Lackrissen erkennbar. Das Griffbrett ist aus Ebenholz, hat 22 Bünde, weist recht aufwendig gestaltete Perlmutteinlagen auf und ist ebenfalls mit einem Binding eingefasst. Auf der Kopfplatte ist eine Blumenranke und der Schriftzug "HOFNER", ebenfalls in Perlmutt eingelegt. Die Verarbeitung ist ingesamt sehr sauber und ordentlich.
Die Mechaniken sind offen, wie damals üblich,arbeiten aber sehr präzise und sind erstaunlich stimmstabil. Sie ist mit zwei Humbucker PU´s ausgestattet, die über zwei Schiebeschalter ein- und ausgeschaltet werden. Ein dritter Schiebeschalter mit der Aufschrift "Rhytmus" und "Solo" nimmt in der Stellung "Rhytmus" die (reichlich vorhandenen) Höhen etwas heraus und etwas Output weg. Mit zwei Volumenreglern kann man die beiden PU´s mischen. Wenn man etwas herumspielt, findet man irgendwann eine Stellung, in der sie fast wie eine Acoustic mit Piezo- System klingt.
Der Sound lässt sich schwer beschreiben, sie hat knackige Bässe und klare Höhen. Der Anschlag ist sehr perkussiv und kommt so akzentuiert, das ich schon bei "erhöhter Zimmerlaustärke" Angst um meine Lautsprecher bekomme (die Fensterscheiben sind mir egal). Das Sustain würde ich im Vergleich zu meiner ES als befriedigend bis gut bezeichnen. Sie befindet sich in einem "neuwertigen Originalzustand" Ich spiele sie nicht sehr viel, weil ich auf dem sehr schmalen Griffbrett nicht so gut klarkomme (ich hab da so ein "Kindergitarrengefühl"). Aber ich mag ihren Sound und ich finde, sie sieht sehr hübsch aus. So hängt sie meist gut sichtbar, aber auch griffbereit, in meinem Wohnzimmer. Inzwischen habe ich mit Norbert Schnepel vom Musikkeller Dorsten grsprochen. Es ist eine "Club ??", und die Humbucker sind Single- Coils. Ich hab sie wegen dem hohen Output, den nicht vorhandenen SC- Nebengeräuschen und der Größe für HB´s gehalten. Dank an Norbert für die Auskunft und an den Bewerter für den Tipp.























