Vorgeschichte:
Zum ersten Mal, als ich eine 7-Saiter sah, wußte ich gar nicht was für Möglichkeiten in der Gitarre stecken. Das war 98 bei ROCK
AM RING bei Fear Factory. Tja, kurz darauf hab ich mich umgehört, nur da waren 7-Saiter noch nicht
wirklich In sondern eher schwer zu beschaffen. Zu der Zeit hatte ich auch kein Geld, da die KV-1 ein mächtiges Loch in meine
Finanzen riß. 2000 holte ich mir dann die RG-7620, als dann die 7 Saitersache ins rollen kam. Nun hab ich zu der Zeit alte
Metallbands gehört und hab keine fetten Groves gespielt, sondern eher Neoklassik oder aber auch Tool-artige Patterns mit der "7th
Heaven" ausprobiert. Also nix mit Limp Bizkit oder der ganze andere Nu-Metall-Müll. Es existieren nur sehr wenige gute
NuMetalbands, leider. Mir gefällts natürlich auch so etwas hin und wieder aufs Brett zu hämmern. Zurück zum Eigentlichen: Naja, ich
hab mich dann geärgert, da die limitierte Vorreitergitarre der Xl, die RG-7680(eine Baritone), nur kurze Zeit später rausgekommen
ist. 2 Jahre später hab ich mir dann dafür die XL geholt und meine Alte verkauft.
Die Gitarre wird in Japan per Hand hergestellt, das verspricht der "Prestige"-Schriftzug bei den Ibanesen. Der Korpus besteht aus Basswood also Linde. Viele sind nicht gut auf das Holz zu sprechen, aber bis jetzt kann ich nicht klagen. Durch die Baritonmensur von 27" ist sie prädestiniert dafür tiefer zu stimmen. Nur bin ich noch nicht dazugekommen bzw. werd ich sie erst mal ein Weilchen auf H lassen. Vielleicht kauf ich mir mal ne 7-Saiter ohne Baritonmensur und hau da EMG 707 rein für "normale" E-Stimmung. Dann kann ich die hier auf A Stimmen. Mal schaun! Es wird behauptet das man Siebensaiter mit normaler 25,5" Mensur problemlos auf A stimmen kann oder noch tiefer, aber wer mal auf normalen Siebnern mehr Picking spielt, der weiß, dass sogar bei einem 10er 7-Saiter-Satz(geht bis 56) die H-Saite zum "durchhängen" neigt, also etwas schlabbert. Dann noch tiefer Stimmen? Außerdem geht der Punch völlig verloren und der Sound fängt an zu matschen. Durch die höhere Saitenspannung kann das bei der XL-Version nicht passieren. Zudem kommt noch dazu, das der Hals für 70 Prozent des Sounds zuständig ist.
Bei den Baritones hat man logischerweise mehr Hals, mehr Material, mehr Volumen, dadurch mehr Druck und Punch.
Der Hals enthält zusätzlich einen Streifen Bubinga wie bei der RG 7620. Ein Holz für Bässe, das sehr schwer ist, aber nicht hart wie Ahorn. Das ist schon der
Hammer wieviel Druck diese Gitarre hat ohne zu matschen oder den Bass zu übersteuern und zu grummeln. Total differenziert! Die
Bindings sind top eingesetzt. Die Bünde sind perfekt bespielbar. Viele möchte ja meinen, dass die Baritones schwerer zu spielen
sind als die 25,5"er. Dem ist nicht so! Hat mich auch überrascht! Gerade bei den Soli in höheren Lagen. Man muß nicht die Finger so
eng beieinander quetschen und verspielt sich nicht so leicht, wenn man sehr schnelle Sachen spielt. Bei den tieferen Lagen ist sie
ungefähr so wie eine Akustikgitarre zu bespielen. Die Humbucker sind Customes von DiMarzio und sind nur in dieser Gitarre
enthalten. Der Sound geht in die Richtung von Fear Factory. Also ganz anders als die Korn Signatures. Ein bißchen EMG scheint hier
durch. Wegen dem Singlecoil(Modell: BlazeII) ebenfalls von DiMarzio in der Mitte ist sie nicht nur eine BRETT-Gitarre, sondern auch
sehr gut für akustische Klänge geeignet und klingt offen ohne seicht zu wirken. Ganz im Gegenteil! Mit dem 5-Weg-Switcher ist sie
noch dazu sehr flexibel. Der Preis(1250,-inkl.Koffer) ist schwer O.K für die Gitarre. Nicht wie bei den zum Beispiel zu
überteuerten Signaturemodellen von Head and Munky. Meiner Meinung nach ist die XL nach der Vaisignature eine der Besten 7-Saitigen
E-Gitarren, die gerade auf dem Markt erhältlich sind. Das kann ich getrost behaupten, da ich alle Ibanez 7th Heaven getestet habe
und Ibanez nunmal zurecht Marktführer ist und keine anderen Hersteller ihnen so leicht das Wasser reichen können.
Wer mit 7-Saitigen Gitarren anfangen will zu spielen, der soll es tun. Egal, ob man Anfänger oder Fortgeschrittener ist. Anfangs irritiert die H-Saite, aber nach einiger Zeit und vielen Stunden schreddeln geht das schon. Da ich schon einige Jahre Erfahrung gesammelt habe(spiel seit 1989 Gitarre), hat es bei mir grad mal ne Woche gedauert bis ich mich umgestellt habe. Im großen und Ganzen ist die 7-Saitige keinesfalls eine Spielerei, sondern eine echte Bereicherung. Es ist nur schade, dass die Meisten sie nicht richtig nutzen, sondern eher benutzen. Trotzdem habt Spaß daran und probiert mal was anderes aus als nur fette Riffs zu rocken.
Kurzum: "Darken your sound and brighten your skills!"






















