Kliracort headless
Diesen Bass hab ich von einer netten Musikerin aus Berlin sehr günstig überlassen bekommen. Es ist ein Instrument der Firma Klira, einer alten deutschen Gitarrenbaufirma, die eine Menge guter Gitarren, E-Gitarren und Bässe gebaut hat, aber auch Kaufhäuser mit Billig-Instrumenten beliefert hat. Mein Bass kam ohne PUs bei mir an, die Bünde ziemlich runter gespielt.
Er ist als neck-through konstuiert. Der durchgehende Mahagoni-Hals trägt an beiden Seiten Flügelstummel aus Erle. Es ist ein Bass mit kleinen Ausmaßen, der aber eine ordentliche Masse besitzt. Da es ein headless Bass ist, sorgen Mechaniken von Steingerger für die nötige Stimmung, am oberen Ende sitzt eine Kopfplatte von ABM. Man muss spezielle Saiten einsetzen, die an beiden Enden die Messingröllchen haben (double ball ends). Der Hals ist einstellbar, den Trussrod erreicht man vom oberen Halsende. Das Griffbrett besteht, denke ich mal, aus Palisander. Der gesamte Basskorpus und die Halsrückseite ist klavierschwarz glänzend lackiert, wobei der Lack im Laufe der Jahre (80er? Baujahr) feine Risse bekommen hat und natürlich jede Menge Macken aufweist.
Der Bass ist als passiv Instrument ausgelegt und hat PU-Fräsungen für eine P/J-Kombination. Ich habe ihm was gutes tun wollen und extra ein LeFay-PU-Set für ihn gekauft und diese eingebaut. Trocken gespielt überrascht das Instrument mit einem odrdentlichen Klang, der über die LeFays mächtig und druckvoll aus der Anlage kommt. Erstaunlich, aus so einem kleinen Gerät ein solcher druckvoller, ausgewogener Sound! Anders als seine Vorbilder/Kollegen von Hohner (den gibt es übrigens wieder als Neuware), Warwick "Nobby Meidel" und Steinberger, lässt sich der Klira bequem auf dem Schoß spielen,denn der Korpus verfügt über eine kleine Einbuchtung. Ideal, um im Sessel zu spielen. Der zierliche Hals (ich spiele sonst meist 5- und 6-Saiter) ist Gewöhnungssache. Je nach PU-Auswahl liefert der Bass Preci-Bumms oder Jazz-Knurren, das war die nächste Überraschung beim ersten Anspielen, was aber vornehmlich auf die PUs zurückzuführen ist und damit der Firma LeFay.
Die bequeme Handhabung hat diesen Bass in letzter Zeit zu meinem Lieblings-Heiminstrument gemacht, wenn auch mir manchmal die 5te Saite fehlt. Auch kann ich mir schwer vorstellen, damit auf die Bühne zu gehen, so ein kleines Gerät an so einen voluminösen Körper zu baumeln :-). Der Sound allerdings, der der kleine Kerl liefert, rechtfertig einen Live-Einsatz allemal.





















