Im Februar 2003 habe ich mir brandneu die Ibanez Artcore AF75-BS-12-01 zugelegt (Seriennummer S02110520). Die AF75 ist die dickeJazz-Box-Variante der Artcore-Serie mit 70 mm Ahorn-Korpus (natürlich gesperrt), Mahagoihals, 2 Humbuckern und 22 Bünden. Ich habe dieVersion in sunburst, es gibt sie noch in blauer Lackierung - na ja, wers mag. Aber der Hammer ist mit schlappen ca. 380,00 Euro der Preis.Für Sessions mit „ungewissem Ausgang und Ende“ oder als „Jazzgitarre am Baggersee“ ist das die richtige Gitarre. Für solche „Ereignisse“brauche ich künftig meine ES 175 oder L 4 eines bekannten amerikanischen Herstellers nicht mehr mitzunehmen ;).
Die AF75 ist gut verarbeitet. Die Lackierung weist keine Mängel auf. Die No-Name-Mechaniken sind recht brauchbar. Der Hals fühlt sich fürmeinen Geschmack etwas klobig an. Dicker als bei einer ES 175 zum Beispiel, ist aber noch gut bespielbar. Die recht dünnen Bundstäbchen sindgut abgerichtet, hochgezogenes Binding war in dieser Preisklasse natürlich nicht drin. Ein Mangel sind die schlechten Ton-Regler, die ehereinen Schalter-Charakter haben. So um Position 5 des Reglerweges machen sie plötzlich ganz auf. Die Volumenregler arbeiten jedochzufriedenstellend über den gesamten Regelweg. Die serienmässige Tune-o-matic-Bridge werde ich aus Testzwecken mal gegen eine aus Holzaustauschen. Da dürfte ein gewisser Soundunterschied festzustellen sein. Na ja, und die für meinen Geschmack optisch nicht so tollenschwarzen Potiknöpfe mußten goldenfarbenen kegelförmigen Kollegen weichen.
Ich habe die AF75 jetzt bei mehreren Sessions gespielt. Die Gitarre hat einen guten Sound, gemessen an dem Preis von 380,00 Euro! Zwarfehlt die gibsonartige „Sweetness“ also der warme, singende Sound, besonders zwischen dem 7. und 14. Bund etwa. Eine ES 175 von Gibson z.B.kostet jedoch ungefähr das 12 bis 13-fache. Aber man hat mit der AF75 einen brauchbaren Jazzgitaren-Sound, der auch für Blues-Sachen odercleane Rhythmus-Geschichten taugt. Es darf dabei Bedarf auch ruhig leicht bis mittelschwer angezerrt zur Sache gehen. Die Humbucker machenda einiges mit, bis die Gitarre bauartbedingt feetbackmässig an ihre Grenzen stösst.
Also Jazz am Baggersee ist mit der AF75 kein Problem. Eine zu empfehlende Gitarre für diejenigen, die eine Archtop als Zweit-, Dritt- odersonstwie-Gitarre haben möchten. Auch für Leute, die nur hin und wieder einen Archtop-Sound haben wollen ist die AF75 eine gute Wahl. DieWerkssaiten habe ich allerdings schnell durch andere ersetzt. Je nach Geschmack machen sich 011er Roundwounds oder auch Flatwounds rechtgut.

























