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Yamaha APX-SPL 2

Ich glaube es war 1987. Kurz vor Weihnachten. Arbeitslos. Nur noch DM 1200,-- für die nächsten 3 Monate in der Tasche. Weihnachtsgeschenke kaufen hatte ich mir sowieso abgeschminkt. Geld verdienen musste ich. Und womit? Mit dem was ich (sagen zumindest die Leute) am besten kann. Singen! Aber nur singen und ohne Begleitung? Nö.! Ein Begleitinstrument muss her. Was kann ich? Triangel? Saxophon? Eine Gitarre muss her! Verstärker hab ich, also eine mit Pick Up. Zu Cream-Music in Frankfurt gerannt. Verkäufer gesagt 400,-- bis 500,-- DM darf sie kosten. Ich hab mir ein paar angeschaut (hellbraun, dunkelbraun, mittelbraun, ganz braun, weniger braun) und probegespielt. Als der Nemo, der Verkäufer zurückkam meinte er nur: „Maggy, du bist doch was besonderes (dankeschön), also brauchst du auch was besonderes!“ Er griff in die Reihe hängender Gitarren und mir schwante übles. Dorthin hatte ich gar nicht erst geschaut, da dort, die mir nicht finanziell erreichbaren Gitarren hingen.

Ich hatte dieses Teil noch nicht richtig in der Hand, da wusste ich schon, dass ich jetzt pleite gehe. Lila Vogelaugenahorn-Optik. Wow. Meine Lieblingsfarbe und dann noch so eine gemaserte Decke. Klanglich voll gut und über einen Amp kann man sowieso noch viel machen, also ging es jetzt nur noch um den Preis. 1.250,-- sollte sie kosten. Das war dann doch zuviel. Ich war entsetzt, fing an zu weinen zu schreien und dem Verkäufer Prügel anzudrohen. Also wie auf einem arabischen Basar, und tatsächlich und mit dem Satz „es ist ja bald Weihnachten, da wollen wir mal nicht so sein“ bekam ich diese wunderschöne Yamaha APX-SPL II mit der Serien-Nr: 20319205, einen Gigbag, einen Gurt, und ein Kabel, zu dem lächerlichen Preis von 930,-- DM. Und weil ich noch eine Träne kullern ließ und laut schnieffte bekam ich auch noch 3 Plectren von Hagström dazu.

Ja, diese Gitarre hat mir bisher schon viel Freude bereitet und ihr Geld längst um das mehr als zwanzigfache eingespielt. Außerdem hab ich durch sie auch viele nette Bekanntschaften gefunden (kleiner Tipp: einfach am Nieder-Röder FKK-Strand auspacken und spielen [die Gitarre meine ich, Ihr Ferkel] und Ihr werdet umringt sein von den schönsten Frauen. Leider bringen sie immer ihre Freunde mit).

Und noch einen Tipp: Fahrt niemals mit Eurer Lieblingsgitarre auf dem Rücken mit dem Fahrrad, wenn Ihr besoffen seid. Bei mir hatte es üble Folgen und Nik Huber musste mal wieder sein ganzes Geschick aufbieten um sie zu kitten.

Ach ja, wie immer: ist nur ne Handy-Cam!!



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