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Singlecut Gitarre

Die hier vorgestellte Gitarre ist ein Eigenbau eines aus dem Erzgebirge stammenden Hobbygitarrenbauers, der bereits seit Jahrzehnten in seiner privaten Werkstatt Gitarren, die ihm persönlich gefallen, detailgetreu kopiert.

Vorlage fuer diese Gitarre war eine Customanfertigung von Tomas Körössi (Angelfield Guitars) für den Gitarristen der Band Outlet, dessen Design offensichtlich auf der Grundlage der klassischen Les Paul Form basiert. Der Korpus besteht aus einem Stück 30mm dicken Mahagonies, auf dem eine 20mm dicke Decke aus zwei bookmatched zusammengesetzten Teilen nussbaumfarbig gebeiztem Riegelahorns aufgeleimt wurde. Die Decke besitzt nicht die typische Wölbung sondern eine dem Automobildesign entlehnte sog. Boneline. Dieses und die sorgsam verrundeten Radien an den Korpuskanten verleihen der Gitarre ein Feeling, das fast ein wenig stärker an stratartige Bodies als an Les Pauls erinnert. Der Hals mit dem '59er Les Paul Profil besteht ebenfalls einstreifig aus Mahagonie und ist, wie sich das gehört, im Korpus eingeleimt. Das Griffbrett besteht aus einer dicken Schicht Ebenholz mit Inlays in Form eines Totenkopfes aus echtem Perlmutt. Die Kopfplatte wurde auf der Vorderseite mit einem Furnier aus nicht näher definiertem Wurzelholz versehen, das sich auch auf der aus Messing hergestellten Abdeckplatte des Trussrods wiederfindet.

Die Tonabnehmer habe ich ersetzt durch einen Satz SH2/SH4-Humbucker von Seymour Duncan, die wie üblich über einen 3-way Toggle-Switch angewählt werden. Ein Coilsplitting wäre mit diesen Tonabnehmern theoretisch möglich, ist derzeit aber nicht geplant. Desweiteren stehen die typischen Regelmöglichkeiten (2x Volume, 2x Tone) zur Verfügung.

Die auf dem Foto abgebildete Hardware wird demnächst noch gegen Teile von Schaller ausgetauscht. Eine Besonderheit dieser Gitarre ist noch der etwas ungewöhnliche Sattel aus poliertem Messing, der neben der Tatsache, dass sich die Saiten hierüber hervorragend stimmen lassen, den leer gespielten Saiten einen Klang verleiht, der dem der gegriffenen zum Verwechseln ähnlich ist. Offene Akkorde klingen so bedeutend transparenter und klingen gleichmässiger aus. Dadurch, dass die Sattelkerben fächerförmig angelegt wurden haben die Saiten einen klar definierten Auflagepunkt, was dem Sustain zugute kommt.

Die Verarbeitung könnte für eine handgebaute Gitarre nicht besser sein! Besonders die Bearbeitung und Abrichtung der eingesetzten Jumbobünde ist makellos. Im Gegensatz zu vielen auch sehr teuren Gitarren, war hier nirgends der Einsatz von Holzkitt oder kaschierenden Bindings erforderlich, um Macken und Unsauberkeiten in der Halsflanke zu überdecken. Hals, Hardware und Tonabnehmer liegen perfekt und ohne Versatz auf einer Achse. Eine Computerfräse hätte das auch nicht besser hinbekommen können. Die Brücke ist ebenfalls im exakt richtigen Abstand zum Sattel eingestzt, so dass eine grosse Vielfalt von unterschiedlichen Saitenstärken und Stimmungen einsetzbar ist, ohne die Möglichkeit zu verlieren, die Oktavreinheit korrekt einzustellen. Der Nitrozelluloselack ist sehr dünn aufgetragen worden und lässt im Gegenlicht noch die Poren des Holzes erkennen. Die Saitenlage ist trotz der beschränkten Einstellmöglichkeiten einer Tune-O-Matic-verwandten Bridge sehr niedrig einstellbar (tiefe E-Saite niedriger als 1,7mm, hohe E-Saite niedriger als 1,4mm im 12. Bund ist möglich). Ich habe diese über ebay direkt vom Hersteller zu einem Preis von ca. 400EUR erworben, das Original von Angelfield hatte einen Preis von rund 3.500EUR (Nachlesbar auf der Homepage von Outlet).


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