Na ja, auf jeden Fall suchte ich vor ca 2 Jahren eine Zweitgitarre, alleine schon um nicht beim ´nem Gig Pause machen zu müssen, wenn einem ´ne Saite reißt. Gerade zu dieser Zeit kam ein Kumpel mit einer Washburn zu mir und erklärte mir, dass dies eine Nuno Bettencourt Signature ist. Genauer gesagt die Washburn N2 (es gibt auch noch ne N4, hab ich aber noch nie drauf gespielt). Beim Anspielen war ich dann total begeistert. Ich war sowieso schon von meiner Ibanez JPM2 einen breiten Hals gewöhnt und kam daher direkt mit dem Teil klar. Sie lässt sich superschnell und sauber bespielen. Die Verarbeitung war einfach aber nicht zu bemängeln. Nach ein paar Einstellungen am Hals und der Saitenlage war die Gitarre nun wirklich top. (Schade, dass die Gürtelschnalle des Vorbesitzers die Gitarre meines Kumpels optisch im Wert minderte) .
Als mein Kumpel mir dann erzählte, dass er sie bei Ebay für knapp unter 400 Euro erstanden habe, bin ich vom Glauben abgefallen. In dieser Preisklasse habe ich noch nie eine Gitarre gespielt, die so gut klingt und dabei so vielfältig ist. Eine Woche später habe ich dann mein Modell bei Ebay gesehen, ohne irgendwelche Kratzer und für nur 350 Euro.
Die Gitarre hat zwei Humbucker, die man jeweils mit einem Toggle Switch umschaltet.
Die Mittelstellung splittet die Humbucker, sodass eine Spule vom Steg-Pickup und eine vom Hals Pickup zusammen
geschaltet werden. Diese Einstellung eignet sich ganz gut für cleane Sachen. Ich zähle diese Gitarre jedoch zu
den Super Strats und bin der Meinung, dass sich solche Gitarren halt nicht so dazu eignen clean zu spielen. Da
sollte man sich doch eher ne Oldschool Strat von Fender oder so holen.
Nun kommt aber für die Vintage Fraktion ein besonderes Feature der Klampfe: Mit Hilfe eines Push and Pull Potis lassen sich die Humbucker zum Singlecoil splitten, d.h. ihr habt die Möglichkeit mit Single Coil Sound zu spielen.
(Für die, denen es nichts sagt:
1. Es wird keine Oberschwingung durch Interferenz weggeschluckt, hört man nicht wirklich
2. Die Resonanzfrequenz steigt an, d.h. die Gitarre klingt glasiger (oft als glockenartig bezeichnet)
3. Der Pickup wirkt als Sensor für Störsignale, sprich er brummt (leise)
Diese Einstellung hab ich aber nie gespielt, da ich in einer Hardrock Band und einer Metal Band (www.hanjinoakland.com) spiele. Da fehlt dann einfach was. Zu Hause kann man schon mal das ein oder andere Hendrix oder Clapton Stück mit der Single Coil Einstellung spielen.
Zurück zu den Humbuckern. Diese sind beide aus dem Hause Washburn selbst. Der Steg Pickup (ohne Bezeichnug) klingt sehr druckvoll für harten Rock, ist aber nicht unbedingt für Metal geeignet. Da spiel ich lieber meine Ibanez. Wird es softer, ist er besser geeignet. Ihr müsst euch nur die Extreme Sachen anhören. Die Sounds auf den Platten kriegt ihr mit der hin. Nicht allzu viel Gain, aber Druck ohne Ende und das braucht man meiner Meinung nach.
Die Gitarre ist im Gesamtklang immer sehr hell und obertonreich (wirklich strat-mäßig).
Der Hals Pickup ist aber nun wirklich der Hammer (meine Lieblingseinstellung). Hier kommt noch mal ein richtiger Schub nach vorne, wie das für ein Soli sein muss. Der Bassanteil ist hier wirklich erstaunlich für diesen Korpus, wo ich auch schon weiter erzähle. Dieser ist aus Erle gefertigt und so gebeizt, wie ihr es auf den Fotos seht. Man kann aber die Maserung (nichts extremes) sehr gut erkennen. Der Hals ist aus Ahorn mit einem sehr dunklem Rosewood Griffbrett gefertigt.
Alles in Allem macht die Gitarre sich nun seit 2 Jahren wirklich gut unter all den weitaus teureren Modellen in meiner und die meiner Freunde Sammlungen. Wieder kann ich diese Klampfe nur weiteremphelen, an alle die eine vielseitige gut klingende Gitarre in der unteren Preisklasse suchen.





















