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Ragman KL Explorer

Also, das ist meine erste selbst gebaute Gitarre. Ich könnte wirklich ein dutzend Seiten über den Bau der Gitarre schreiben, aber schaut doch einfach ins Forum rein. Da hab ich den Bau kommentiert. Ich werde daher hier nur kurz den Bau beschreiben:

Ideen und Erwartungen

Als Vorbild diente mir eine Explorer von James Hetfield, dem Sänger von Metallica, der sich von einem kalifornischem Bassbauer namens Ken Lawrence ein Custom Modell fertigen lies. Da diese Gitarre, wenn man sich eine bauen lassen will so zwischen 5000 und 6000 Dollar, kostet, beschloss ich mir ein ähnliches Teil selbst zu bauen.

Die Gitarre ist eine neck-through Konstruktion, da ich schon immer von dieser Bauart begeistert war und nun den Sound entdecken wollte.

Der Hals besteht aus einem Jatoba Stück (oder wird oft Iroko genannt) mit einem Wenge Laminat in der Mitte. Also beides sehr schwere und steife Hölzer, durch die man einen sehr direkten Klang bekommt mit viel Sustain (allein über diese Zeile könnte man stundenlang diskutieren. Dessen bin ich mir bewusst, denke aber, dass dies schon grob für steife Hölzer gilt).

Der Korpus ist aus Mahagoni……..hier wird jeder, der sich schon mal damit befasst hat, hellhörig werden und fragen: welche art denn? …..Zu Recht, denn es gibt auf unserem Planeten ungefähr so viele Mahagoni Arten wie es …na sagen wir mal Staaten auf der Welt gibt, also…..es ist Sipo Mahagoni, unter den Schreinern eher bekannt, in Gitarristen Kreisen eher nicht. Es ist ein eher leichtes Holz mit weichen Eigenschaften, die ich hier extra als Kontrast zu den harten Hals-Hölzern gewählt habe. Wie sich herausgestellt hat kann man mit der Theorie ein gutes Ergebnis erzielen.

Als Hardware kamen für mich nur top Produkte in Frage aus folgendem Grund: bei einer selbst gebauten Gitarre kann man sich vorher nie über den klang des gewählten Holzes sicher sein, da man es vorher nicht hören kann. Da kann man noch so viele Datenbanken zur Hilfe ziehen, wie ich es auch getan habe. Aus diesem Grund möchte ich dann, wenn die Gitarre fertig ist, und ich den klang bewerten will, nicht noch darüber nachdenken, ob eventuelle Schwächen des Instrumentes vielleicht auf die Hardware zurückzuführen ist. Ich möchte halt sicher sein, dass ich dann das Holz bewerte, deswegen:

- Sperzel Mechaniken
- sonst nur Schaller Produkte
- extra angefertigte V2A Abdeckplatten (Kopf, Pickup-Rahmen und Rückseite)
- jetzt kommt das Interessanteste: also ein eigenes Kapitelchen

Aktiv oder Passiv? Was ist besser?

Da dies eine Frage ist, die jeder nach persönlichem Geschmack beantwortet, und ich mir auch nicht sicher war, was ich wollte, bin ich dieser Frage aus dem Weg gegangen, indem ich beide Möglichkeiten bei meiner Gitarre zur Option stelle---einfach mit einem Umschalter: aktiv---passiv. Ich habe mir zwar auch schon einen Pickup selbst gewickelt und schon bei einer anderen Gitarre eine aktive Schaltung eingebaut, übernehme aber hier das Konzept eines Shadow Pickups…des EQ5. Dieser Pickup ist ein normaler Humbucker wie jeder andere, jedoch mit einer Besonderheit. Man kann hier einen aktiven Kreis einschalten, dessen Frequenzgang gezielt eingestellt werden kann. Da ich vorher nicht wusste, wie meine Gitarre wohl klingen wird, schien mir dieser Pickup die eizige Möglichkeit auf jeden Fall einen guten Sound zu bekommen. Der interne Equalizer kann sogar für beide Pickups eingeschaltet werden. Also insgesamt ein Wahlschalter für die Wahl zwischen Steg oder Hals Pickup und ein Wahlschalter für aktiv – passiv. Kein Ton-Poti, da ich dieses bei meinen anderen Gitarren noch nie gebraucht habe, aber natürlich ein Volume Poti. Ein einfaches aber effektives Konzept.

Realität

Als ich die Gitarre das erste Mal spielte, fiel mir sofort auf, dass der Klang des passiven Schaltkreises zu dumpf war (kein wunder bei einem 25kOhm Potentiometers, wird also noch geändert) Als ich jedoch den aktiven Schaltkreis aktivierte, glaubte ich meinen Ohren nicht. Die Gitarre übertraf ohne besondere Einstellungen an dem Equalizer, der auf dem Steg Pickup mit kleinen Drehknöpfe zu bedienen ist, meine Erwartungen. Sie klingt besser als all meine sonstigen vergleichbaren Gitarren(siehe GALLERY). Ich will hier ganz ehrlich sein. Das Halsstück besteht aus einem ehemaligem Treppengeländer und der Korpus wäre zu einer schöneren Treppenstufe verarbeitet worden, hätte ich ihn nicht gekauft. Was man hieraus machen kann, weiß ich jetzt. So ein Wort wie „Tonholz“ verliert für mich an Bedeutung. Man muss nur darauf achten, dass das Holz schön trocken ist, damit es sich nachher nicht mehr verzieht. Mit der Gitarre lässt sich mein Röhrenamp von Engl so richtig übersteuern. Mehr braucht man nicht. Wenn man es nicht so verzerrt mag, auch kein Problem. Eine Bluesnummer kommt auch richtig gut auf hier. Der Klang orientiert sich natürlich eher an warmen Sounds mit viel Bässen. Dies ist keine Strat, soll es auch nicht sein.

Resumee

Ich will jetzt noch einiges loswerden, was den Sebstbau angeht. Ich habe diese Gitarre mit meinem bestem Kumpel zusammen gebaut. Dieser hat eine Schreiner Ausbildung genossen, d.h. diese Gitarre wurde zum Teil mit professionellen Arbeitsmaschinen und mit Erfahrung gefertigt. Hätte ich die Gitarre ganz alleine gebaut, wäre das Ergebnis vermutlich ein anderes gewesen, deswegen weiß ich nicht ob ich jemandem, der Lust hat eine Gitarre zu bauen ermutigen soll oder abraten soll. Es kommt halt darauf an, welche Vorraussetzungen man mitbringt .Wenn man nicht weiß, wie man mit Leim arbeitet, und wie man die Pickups vernünftig verlötet, sollte man es sein lassen. Der Gitarrenbau hat mich als Student der Physik und meinen Kumpel als ausgebildeten Schreiner sehr gefordert, nicht nur zeitlich, sondern auch die Umsetzung von Ideen müssen gut durchdacht werden. Es kommen auch Arbeiten wie die Beseitigung von Fehlern, die halt passieren, auf einen zu. Ich denke aber gerade diese Anstrengungen und Konzentration haben letztendlich das Projekt gelingen lassen, welches vor einem halben Jahr noch ein bloßer Traum von mir war.

Bei Fragen stehe ich euch gerne zur Verfügung. Danke für eure Aufmerksamkeit und eure Zeit. Jeder der selbst darüber nachdenkt nicht immer eine Gitarre der großen Firmen zu spielen, sondern ein wenig Selbstinitiative zu zeigen und sich eine Gitarre bauen will, sollte es tun. Man sollte sich jedoch alles gut überlegen. Nur mut. Rock on!!!!!



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