Diese Gitarre wurde unmittelbar nach dem Krieg 2nd-hand erworben, ich hab sie Jahrzehnte später ausm Keller gegraben. Von der
Bauweise her hätte ich auf ein 30er-Jahre-Modell getippt. Leider konnte ich bisher nicht rausfinden, was das für ein Modell
ist.
Vom Tpy her die klassische Wanderklampfe. Schmale 8-Form des Bodys (ähnlich Martin Size 2), niedrige Zarge (8,2 cm), Body und Zargen mir unbekanntes Holz (recht hell, hart, kaum Maserung), Decke Zeder massiv. Sehr rot-orange-farben und wird auch schon spröde, also ganz typisch nach 50 oder mehr Jahren. Hals knüppelhart. Bünde Messing oder sowas.
Besonderheiten:
-typisch deutscher Nullbund
-Holzsattel
-7 Mechaniken, ist aber definitiv ein 6-Saiter. Die 7. ist nicht irgendwie nachträglich hintendrangebaut, sondern passt schon exakt. 1 und 4 decken sich mit 1 und 3 auf der anderen Saite, 2 und 4 sitzen in der Mitte enger.
-Steg und Saitenhalter getrennt. Selten.
-Steg sitzt lose auf dem Korpus, kann zwecks Oktavreinheit nach vorne und hinten beliebig verchoben und schräggestellt werden. Ohne Saiten fällt er runter.
-Saitenhalter aus Metall für Ballends. Besonders seltsam, dass er aussieht wie die Saitenhalter von Resonatorgitarren. Diese Teile kenne ich eigentlich nur von Nationals/Dobros bzw. entsprechenden Nachbauten. Es weist nichts draufhin, dass das Ding nachträglich eingebbaut wurde. Es gibt auch keine Spuren eines anderen Steges auf der Decke.
Hat schon mal einer sowas gesehn? V.a. der Saitenhalter macht mich ganz schön irre.
Ein im Bastelkeller zusammengebautes Teil ist das wohl nicht, dafür ist alles zu sauber und profesionell. Sauberes Binding am rand, nette Rosette, Dot Inlays sitzen perfekt, dazu die einteilige massive Decke....klingt nicht nach Hobbykeller.
(der Kontakt-PU ist natürlich nicht original :-) )





















