Reuther Strat
Eigentlich als reine Bastel- und Übungsklampfe gedacht, entpuppte sich diese alte 81er oder 82er Strat des deutschen Labels Reuther als gar nicht so übel (Reuther kennen einige ältere Semster vielleicht noch von den etwas bekannteren Amps).
Die Gitarre hat einen massvien Korpus, die Holzart hab ich bislang noch nicht rausbekommen. Vom Ankratzen im E-Fach her hätte ich mal auf Erle getippt.
Der Hals ist Ahorn, mit einem recht dicken Palisander Griffbrett drauf. Von der Form her ein kräftiges U-shape. Nicht ganz wie die alte Jeff Beck-Strat, aber erheblich dicker als eine American-Series. Man hat schon ganz schön was in der Hand.
Die Kopfplatte war mal schwarz, aber das hat mir nicht gefallen. Entweder Ahorn, Holzfurnier, von mir aus auch matching, aber keinen schwarzglänzenden Kopf zu rotem Body bitte....
Die PUs sind overwound. Deutlich lauter als meine American Standards. Die Übertragungcharakteristik ist dementsprechend weicher und mittiger. Trotzdem noch ganz klarer perliger Stratsound, nicht wie mit einem P90 oder Big Mag. Verzerrt rotzt das Teil enorm, erinnert mich mehr an meine Paula als an meine US-Strat. Also alles in allem eine hervorragende Ergänzug zu dieser.
Das Trem ist geblockt, weil aufgrund des dämlichen Saitenverlaufs am Sattel echte Stimmstabilität nicht zu erreichen ist (es sei denn, man will nur ganz saft wimmern).
Die Bünde sind interessanterweise Extra-High Jumbos. Satte 3 mm breit und gut 2 mm hoch.
Spasseshalber ist grad eine out of phase Schaltung mit drin, allerdings nur parallel. Durch die overwound SCs kommt aber trotzdem ganz ordentlich Lautstärke durch. V.a. Hals-Mitte klingt dann wunderbar hohlnasal. Leicht angerotzt gut zu gebrauchen. Mitte Steg ist etwas dünn, da wärs wohl besser seriell.
Alles in allem ne echt nette Klampfe. Schöner Ton, Blues-Strat, und nebenbei Bastel- und Testobjekt für Schaltungsvarianten. Demnächst wird vielleicht noch einiges verändert.



















