'97er Squier Protone Thinline Telecaster
Über die Protone-Serie von Squier (96-98) wird man nicht mehr viel sagen müssen. Erstaunlich gutes Material, tolle Gitarren
Features:
Body: Esche, semi-hollow, nur eine Tonkammer (sonst 3)
Crimson Transparent
Hals: einteilig Ahorn
21 Vintage Bünde
9,5er Griffbrett
2 Alnico PUs (wohl Fender Japan)
gold Hardware
White perloid pickguard
Modifikationen:
Soundneutrales Volumenpoti
Zukünftige Modifikationen: entweder ne Nahsville-Tele (mittlerer PU rein) oder nur ein 4-Ebenen-5-way-Schalter mit zusätzlich Hals-Steg seriell und Hals-Steg seriell out of phase
Die Gitarre ist eine Mischung aus der klassischen 69er Thinline und neuen Elementen, wie sie auch später in der American Special 90ths Thinline vorkommen.
Die Bodykonstruktion geht neue Wege. Während die 69er und auch die 90ths special die drei klassischen Tonkammern haben (eine oben, zwei unten), hat die Protone nur eine oben, im Bereich des F-Loches. Die kleine Tonkammer unten vorne im Bereich des Cut-Away-Hornes fehlt völlig, ebenso die hintere, auch wenn das Elektronikfach etwas größer ausgefräst ist als z.B. bei den Solid-Teles und mit gutem Willen noch als eine Art "halbe" Tonkammer angesehn werden kann.
Im Bereich des Bindings hat man einen Mittelweg gewählt. Während die 69er eigentlich keines hat und die 90ths zwei, hat
die Protone nur ein Top-Binding.
Die Zahl der Bünde und die Form sind vintage style, der Halsradius dagegen ist modern, auch das Halsprofil (modern C).
Die Tuner sind ebenfalls modern, genauso wie auch die Stegplatte (erheblich dicker als Vintage, ohne hochezogenen Rand) und die Saitenreiter (6 massiv). Trussrodzugang ist an der Kopfseite des Halses.
PUs sind amtliche Alnicos (keine Barrenmagnete), der Steg-PU hat natürlich auch die fette Metall-Platte untendrunter. Definitiv keine Squier Standard aus den späten 90ern.
Verarbeitung fast perfekt. Der Neckjoint ist der sauberste, den ich je gesehn habe (der Hals hält ohne Saiten und Schrauben :-) ), Hals ist grade, auch sonst eigentlich keine Beanstandungen. Die Löcher für die String-Through-Body-Konstruktion sitzen allerdings nicht ganz grade. Kommt aber auch bei Fender mal vor, und ist nur ne rein optische Frage.
Klanglich orientiert sich das Teil eher an der Solidvariante als an der 69er Thinline. Liegt wohl an den beiden fehlenden Tonkammern unten. Den Grundcharakter würde man auf Englisch mit "more tone than Twang" bschreiben. Ähnlich wie z.B. auch die derzeitige USA-Deluxe-Tele ist der Ton der Protone sehr voll und bluesig. Im direkten Vergleich mit einer Highway-One oder 52er Vintage merkt man das.
Dafür kreischt der Steg-Pu allerdings beim Aufdrehen des Amps auch nicht so schnell und verliert an Fundament.
Und trotz des kräftigen Tones....die unverkennbare Anschlagsdynamik der Tele ist natürlich da, das Teil hat den Twang, wie es sich gehört.
Die PUs sind überraschend gut, werden erst mal nicht gewechselt. Kein Matsch.
Alles in allem ein tolles Teil, gefällt mir erheblich besser als die 69er Classic. Und optisch.....naja, muss man wohl nicht viel sagen.


















