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SESSION Firebird V (Kopie)

Seit dem Album "Johnny Winter And Live" bin ich ein Bewunderer des Firebird-Users, aber die "Feuervögel" hatten es mir schon angetan, bevor ich den deftigen Blues-Rock von Johnny Winter kannte. Es muß Anfang der 70er Jahre gewesen sein, als ich meine Nase am Schaufenster eines Musikgeschäfts plattdrückte - dahinter hing eine E-Gitarre mit einer extrem schnittigen Form für fast 3000.- Mark. Mann, war die toll - aber der Preis war so astronomisch, daß ich es für unmöglich hielt, mir je so etwas leisten zu können. Und an Kopien dachte man damals noch nicht ...

Irgendwann glaubte ich, daß ich eine Explorer gesehen hätte, denn Firebirds waren Instrumente, die man nicht sehr oft bewundern konnte. Erst durch LP-Hüllen von Johnny Winter und Roxy Music wurde mir klar, daß Explorer und Firebird unterschiedliche Modelle waren. Und mein Traum war von da an eine Firebird ...

Gibson legte zwar immer wieder mal Serien auf, deren Preise erstaunlicherweise nicht in schwindelerregende Höhen stiegen, aber ich war permanent pleite. Ich sah mich also nach einer brauchbaren Kopie um, doch es sollte nicht sein - entweder waren sie qualitativ mies oder nicht lieferbar. Einer meiner ersten eigenen Songs - ein Instrumental - trug den Titel "Firebird", für dessen Ur-Aufführung ich mir eine dazu passende Gitarre ausleihen wollte. Und Ihr ahnt es schon - noch nicht einmal das klappte und ich gab das Liedchen schließlich mit einer Explorer zum besten ...

Vor einigen Jahren wurden dank Internet und Ebay die Möglichkeiten, Instrumente gebraucht zu kaufen, stark verbessert. Und da stieß ich auf diese Kopie von Session - viel kann ich dazu leider nicht sagen, aber ich denke, daß sie aus den Tagen stammen muss, in denen hemmungsloses Kopieren noch keine Sünde war. Ich würde ihren Geburtstag also in den späten 70er / frühen 80er Jahre vermuten ...

Der Vorbesitzer hat ihr für die Stegposition einen Mini-Humbucker von Seymour Duncan spendiert, der ihr wahrlich gutgetan hat. Zwar ist auch der originale PU am Hals nicht wirklich schlecht, aber er wirkt im Vergleich doch etwas blass und kraftlos. Ein Austausch ist also nicht ausgeschlossen, wenngleich es nicht eilt und ich eine günstige Gelegenheit abwarten kann. Ansonsten kann man nicht nörgeln - hier wurde mit Auge fürs Detail nachgebaut, kein Konstruktionsmerkmal (z.B. durchgehender Hals) vernachlässigt und sogar das Firmen-Logo im Gibson-Style gestaltet. Das Pickguard trägt das Feuervogel-Symbol wie man es kennt - nur auf die Banjo-Mechaniken muß man verzichten. Aber das ist bei den neueren Epiphone Firebirds auch nicht anders. Dafür fühlt sich die Session aber auch wie eine richtige Gitarre, und nicht wie ein Spielzeug, an. Das war auch ein Grund, warum ich mir nie eine Epiphone zugelegt habe - sorry, liebe Epi-Fans, aber die gehören m. E. als Preise in eine Kirmes-Losbude, aber nicht in ein Musikgeschäft ...

Noch ein Satz zum Sound: wie gesagt, hat der Duncan PU mehr "Dampf" und klingt "offener" als der originale, bleibt aber doch so wie es für eine Firebird richtig ist - zivilisiert, vornehm zurückhaltend, ohne Neigung zum "Brüllen". Akkorde bleiben auch im Zerrbetrieb noch durchsichtig, und die Ursachen für einen matschigen Sound sollte der Spieler besser bei sich selbst suchen (richtig stimmen und sauber greifen). Bauartbedingt entwickelt die Session Firebird ein durchaus ordentliches Sustain, das die erwähnten Klangeigenschaften unterstützt ...

Fazit: selbst wenn die Gitarre in Metallerkreisen Gefallen findet, ein Metal-Brett ist sie nicht !


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