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OVATION Breadwinner (1974)

Was wäre aus Ovation geworden, wenn man in den 70ern weiterhin solche "STROMGitarren" gebaut hätte ? Ich wage mal eine Prognose - gar nix ! Die Optik dieser '74er Breadwinner spaltet auch heute noch die Guitarmaniacs in zwei Lager - es gibt nur Begeisterte oder Entsetzte. Hui oder pfui. "Geht so", "ganz nett" oder ähnliche Zwischentöne habe ich noch nie gehört.

Dank der krassen Form wurden m. W. nur etwa 600 Breadwinner dieser Art hergestellt - später wagte man einen weiteren Versuch mit der "Breadwinner Limited" (kleines Foto) und die war dann sogar für mich wirklich "igitt".

Läßt man das Design mal außer acht, hat die Breadwinner doch einige interessante Features, die man erwähnen muß. Zunächst war dies die erste E-Gitarre mit einer aktiven Klangregelung, die wirklich toll ist. Hier dreht man nicht von "klar" auf "dumpf" - man ballanciert das Verhältnis von Höhen und Bässen sanft aus und es klingt nie muffig.

Seinerzeit auch noch nicht alltäglich waren "Security Locks", und natürlich Hälse mit 24 Bünden - kaum hat man sich daran gewöhnt, vermißt man es auch schon bei anderen Klampfen. Solisten lieben diese zusätzliche Freiheit.

Neben dem üblichen Wahlschalter für die Pick Ups (Steg-beide-Hals) gibt es noch eine Art "Out-Of-Phase"-Switch, der eine deutliche Klangänderung verursacht. Wie die Schaltung mit den "Ovation Mini-HB's" genau funktioniert, weiß ich nicht, aber die leichten Nebengeräusche deuten auf einspuligen Betrieb der PU's hin.

Besondere Erwähnung hat auch die Lackierung verdient - eine derart strapazierfähige Beschichtung habe ich noch nie gesehen. Gürtelschnallen haben jedenfalls keine Chance, aber dafür gibt's auch keinen Hochglanz.

Die Hardware ist hochwertig und zeigt nach 30 Jahren keinerlei Abnutzungserscheinungen. Allerdings war der Vorbesitzer vermutlich kein Gitarrist, sondern ein Sammler von Äxten aller Art (kein Witz). Das würde den nahezu makellosen Zustand auch erklären.

Die Breadwinner ist ein ausgesprochenes Leichtgewicht, gut ausballanciert und läßt sich auch bequem ohne Gurt im Sitzen spielen. Die Saitenlage ist recht flach und läßt auch höhere Geschwindigkeiten zu. Das flache Halsprofil in D-Form gefällt mir persönlich sehr gut. Trocken gespielt entfaltet sich ein recht lauter, perkussiver Ton mit viel Sustain, und ich würde auf Mahagony als Baustoff tippen. Aber da kenne ich mich nicht wirklich aus ...

Fazit : eine toll bespielbare Gitarre, klanglich sehr gut und vielseitig, mit außergewöhnlichem Design. Für ein gut erhaltenes Modell mit Case wird man ca. 500 - 700 Euro investieren müssen, allerdings wird nur selten mal eine Breadwinner angeboten. Auch ich mußte viel Geduld haben ...

P.S.: Ähnliche Ovations tauchen auch noch unter dem Namen "Deacon" auf, und sind die Luxus-Modelle der Breadwinner. Hier gibt's dann feinste Hölzer, nette Griffbretteinlagen, Bindings und anderen Schnickschnack. Auch die 12-saitigen Modelle gehören dazu ...


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