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Dean Sarasota Standard

Auf der Dean-Homepage taucht nur (noch) die halbakustische Sarasota auf; hier geht es aber um die Sarasota Standard, und die Standard ist ne Solidbody.

In Deutschland ist sie kaum zu bekommen, wer google anwirft, der findet aber US-Shops, die die Dean Sarasota Standard anbieten. Der Preis dürfte so etwa 400 bis 500 Euro sein, eventuell günstiger (weil Auslaufmodell).

So, zur Gitarre.

Holz:

Der Hals ist Mahagony (eingeleimt), 1 piece, die Kopfplatte angesetzt. Dem Augenschein nach ist das Griffbrett aus Palisander, die Mensur ist gibson-like 628 mm, 22 Bünde vom Typ "schmal und mittelhoch".

Der Body ist Mahagony (4-teilig, wenn ich das richtig sehe) mit zweiteiliger Ahorn-Decke. Siehe Bilder.

Hals und Bodyobereite haben ein cremefarbenes Kunststoffbinding.

Die Elektrik: 2 Dean Humbucker mit goldener Metallkappe, 3-Weg-Togleswitch, ein Mastervolume, ein Mastertone.

Hardware: 3+3 Grover-Mechaniken, Stop-Tailpiece (die Hardware goldfarben und hochglänzend).

Bespielbarkeit: Sehr gut! Der Hals hat eine Mittlere D-Form. Nicht zu fett, nicht zu flach. Durch den Hals-Korpus-Übergang kommt man prima an die obersten Bünde. Die Bünde sind sehr gut spielbar (meinem Geschmack nach). Die Korpusform ist o.k. und liegt nicht zu unangenehm am Körper. Original sind die Gurtpins wie bei einer SG. Setzt man den vorderen Gurtpin um auf den oberen Cutaway, dann merk man, dass die Klapmpe (wie eine SG) leicht kopflastig ist, aber mit breitem Ledergurt ist sie noch gut spielbar. Der Hals lässt sich kerzengerade einstellen, die Saitenlage ist sehr gut. Die Bundreinheit ist sehr gut.

Sound: Trocken (also ohne Amp) klingt die Sarasota Standard 1 A! Super sustain, weich, aber briliant genug, jedoch sehr ausgewogen (also ohne Überetonung eines Frequenzbereiches), sie klingt laut, frech, ausdrucksstark. Echt hervorragend, vor allem, wenn man den Preis bedenkt.

Elektrisch können die Dean-Humbucker leider den hervorragenden Trockenklang nicht 100 übertragen. Clean klingt sie über den Halspickup sehr sehr gut, die Zwischenstellung klingt auch noch gut, der Steg alleine klingt meinem Geschmack nach aber etwas zu dünn; da fehlen etwas die Bässe und Tiefmitten. Das kling für mich nicht ganz so überzegend. Nicht wirklich schlecht, aber nicht meine Tasse Tee.

Verzerrt (mittlere Verzerrung) klingt der Stegpickup nicht ganz so dünn, aber mir fehlen immer noch ein wenig Bässe und Tiefmitten. Der Halspickup und die Zwischenstellung klingen etwas besser, aber ich vermisse ein wenig den frechen Trockensound und die warme Brillianz. Im Leadboost meines Engl Straight klingt der Steghumbucker besser, aber noch nicht optimal. Die Zischenposition finde ich etwas lasch, beim Halspickup fehlen etwas die Höhen, das Ansprechverhalten ist mir dann zu weich. Die pickups sind imho die Schwäche der Sarasota Standard, aber auch mit Werkspickups ist sie echt brauchbar, wenn auch die wahre Qualität der Sarasota ncht ganz rüberkommt.

Fazit: Hervorragend verarbeitete Gitarre mit eingeleimtem Hals und (wie ich finde) obergeiler Optik, die trocken sehr überzeugend klingt. Die Bespielbarkeit ist auch sehr gut. Schwächen sind die Pickups, die den guten Sound nicht gut genug übertragen und der leichte Hang zur Kopflastigkeit, wenn man den vorderen Gurtpin nicht dort läßt, wo Dean in angebracht hat. Da der trockene Sound sehr geil ist, lohnt sich ne Aufrüstung mit besseren Pickups in jedem Fall.

Stilrichtungen: ich finde,sie passt gut zu Blues/Bluesrock, Classic Rock und Metal (Death/Black-Metal mal ausgeklammert). Eine Alternative zur Ibanez AR300, Hamer Slammer oder Epi Paula ist sie in jedem Fall.


Ergänzung vom 03.06.2006:
So, da wie oben beschrieben die Tonanbnehmer die wesentliche Schwäche der Sarasota Standard sind, habe ich nun in die Stegposition einen Seymour Duncan JB (mit Goldkappe) und am Hals einen DiMarzio (Model unbekannt, ev. ein älterer PAF mit mehr Output) eingebaut. Und weil ich eh schon beim Löten war bekam der Tonregler ein PushPull-Poti, das den JB splittet und der Lautstärkeregler bekam auch ein PushPull, das den Halspickup von seriell auf parallel umschaltet (aktuellere Bilder folgen). Die Klangverbesserung (wie erwartet) ist gigantisch. Nun bringt der Srtegpickup wirklich den superguten Trockensound sehr genau rüber. Tolle Cleansounds und extrem geile verzerrte Klänge beim Steghumbucker sind das Ergebnis. Und durchdie Möglichkeit des Coilsplit habe ichnun nocheine Klangvariante parat, die etwas weniger Tiefmitten undmehr Höhenknack bringt. Einfach nur geil! Mit dem Halspickup klingt die Sarasota nun im Seriell-Mode sehr warm, wuchtig und trotzdem differenziert. Gut für Blues, Cleansoiunds und warm singende Leads. Im Parallel-Modus klingt sie ebenfalls wahnsinnig gut. Perlige Höhen, genug Mitten und Bass und ein Klang, der weder nach SingleCoil noch nachHumbucker klingt, sondern eher wie einhöhenreicher P90, allerdings brummfrei. Auch die zwischenpositionen klingen nun extrem gut. Egal in welcher Pickup-Stellung, die Saraota klingt nun einfach durchgängig phantastisch, und das sehr gute Sustain und der warme, aber knackige Anschlag-Twang kommt nun auch wesentlich besser durch. Mit der beschriebenen Pickup- und Schaltungsmodifikation ist die Sarasota Standard nun eine Klampfe, die extrem gut klingt (und das -nun- auch über den Verstaerker) und die sehr viele verschiedene Sounds ermöglicht. Nun kann die Standard (meiner Meinung nach) klanglich mit so gut wie jeder 600 bis 900-Euro-Klampfe mithalten, und sie hat immer noch die (meiner Meinung nach) endgeile Optik und hervorragende Bespielbarkeit.
Ach ja Bespielbarkeit: Die Saitenlage war (ohne jedes Schnarren) extrem niedrig. Für meinen Geschmack sogar zu niedrig, so dass ich jetzt die Saiten wieder etwas höher gestellt habe. So etwas kannte ich bisher nur von wesentlich teureren Gitarren, dass die niedrigste mögliche schnarrfreie Saitenhöhe derart niedrig ist.


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