Mitte der 80iger kaufte ich mir eine 12 Saitige Westerngitarre. Meine Wahl fiel auf eine Ibanez V302 aus Japan. Ich wollte
sie auch "Live" einsetzen und habe einen Humbucker fürs Schallloch angeschafft, damit sie je nach Bedarf auch nach
E-Gitarrre klingt.
Leider blieb ihr ein solcher Einsatz verwehrt und sie verbrachte die folgenden 15 Jahre in einem Gigbag. Als mir beim
Recorden etwas "Akustisches" fehlte, fiel mir endlich die Ibanez wieder ein.
Wie bei einigen meiner älteren Gitarren konnte ich auch über diese Ibanez keine brauchbaren Informationen im Internet finden. Da ich sie Mitte der Achziger gekauft habe könnte die Seriennummer 85080834 auf das BJ. 1985 schließen lassen.
Der Aufbau der Gitarre ist solide, sie sieht hübsch aus und wirkt optisch unaufdringlich, die Verziehrungen (Bindings, Schallloch) sind sehr dezent und denoch gut sichtbar. Durch den raren Einsatz der letzten 20 Jahre ist sie eigentlich (nach einer Reinigung) Optisch wie neu.
Die Gitarre hat dank des größeren Korpusvolumens (die Saitenwände sind höher als bei meinen anderen Akustischen) einen vollen Klang, die sechs zusätzlichen Saiten tragen natürlich auch dazu bei. Diesen satten Klang mit den typischen Obertönen kennt man von David Gilmour's Intro zu "Wish You Were Here". Frisch gestimmt ist sie Bund und Oktavenrein, bei einer 12-Saitigen höhrt man diesbezügliche Fehler ja besonders gut. Sie eignet sich natürlich am besten zur Begleitung von "stimmigen" Songs, bei einer Nummer darf sie auch ein Soli abgeben.
Die Problematik mit dem andauerndem Nachstimmen ist wohl jedem hier bekannt und muß bei 12-saitigen eben hingenommen werden. Ein Manko allerdings ist das verwendete Material für den Steg (ich nehme an es ist Kunststoff), das zu weich ist. Obwohl ich die Gitarre nicht oft spielte in all den Jahren sah ich beim Saitenwechsel, daß sich speziell die Dünneren in das Material gekerbt hatten. Dies macht sich jetzt beim Stimmen auf folgende Art bemerkbar: Ich stimme eine Saite und plötzlich macht es unten beim Steg "knacks" und der Ton liegt schon über dem eigentlichen Sollwert, beim Runterstimmen umgekehrt. Dies macht das korrekte Stimmen natürlich unmöglich. Mit einem (probeweisen) Tröpfenchen Maschinenöl konnte ich dies beheben, nur auf die Dauer werd ich den Steg austauschen lassen müssen. Obwohl beim Sattel vermutlich das gleiche Material zur Anwendung kommt, habe ich hier keine Probleme. Auch die Mechaniken gehen exakt.
Bis auf diesen genannten Punkt bin ich zufrieden mit der Gitarre. Ich besitze diese Ibanez V302 schon seit 20 Jahren und es werden mit Sicherheit noch viele dazukommen.

























