Rickenbacker 360/12 FG
Bei dieser Ricky handelt es sich um ein Modell mit abgerundetem Body. Im Großen und Ganzen wird diese Serie seit 1965 in dieser Form hergestellt, vorher hatte sie spitze Hörner.
Die 360-Modelle sind eigentlich "Deluxe-Ausgaben" der 330er und Verfügen im Gegensatz zu diesen Bindings, aufwendigere Griffbretteinlagen ("Triangle" statt Dot) und zwei Ausgänge (Mono und Stereo, wobei Stereo bedeutet , daß jeder Abnehmer über einen eigenen Kanal verfügt).
Die Gitarre hat zwei Abnehmer die als "Hi-Gain" bezeichnet werden und eigentlich Single-Coils sind, aber nicht mit denen von Fender vergleichbar.
Verarbeitung: Die Gitarre ist einwandfrei verarbeitet, weder bei Lackierung, Griffbrett, Mechaniken etc. ist etwas auszusetzen. Die Schaller-Mechaniken arbeiten präzise und die Saiten halten ihre Stimmung.
Auf den Bildern ist gut die hohe Saitenlage über dem Body zu erkennen, die PUs müssen quasi an die Saiten "herangehoben" werden. Dies hat seinen Grund in der Konstruktionsart der Gitarre: Da die Kopfplatte nicht abgewinkelt sondern gerade am Hals sitzt und auch keine Saitenniederhalter ("String Guides") verwendet werden, wird der nötige Saitendruck an der Kopfplatte auf diese Weise erzeugt. Optisch und auch wegen der leichteren Bespielbarkeit wird dies durch eine Erhöhung des Pickgards entschärft, was ebenfalls auf einem der Bilder gut erkennbar ist.
Bespielbarkeit: Hier findet man die "Archillesferse" der 360/12 : Das Griffbrett. Es ist schon eine Kunst 12 Saiten auf einem Griffbrett unterzubringen, das am Sattel lediglich 41 mm misst. Noch eine größere Kunst ist es aber, diese Saiten richtig zu greifen, besonders bei manchen Akkorden in den unteren Lagen. Der "Wald und Wiesen - Cdur" wird auf der Ricky zur Herausforderung wenn mann wirklich alle Saiten rein klingen lassen will. Da bin ich echt dankbar mit eher kleinen Fingern ausgestattet zu sein. Aber eine gute Seite hat das Ganze trotzdem: Man lernt sauber zu greifen.
Klang: Jingle-Jangle eben. Diese Gitarre muß clean gespielt werden, nur dann kommt man in den Genuß ihres berühmten Sounds. Daß ich hier 12 Saiten anstatt 6 anschlage, trägt ein übriges bei. Als Sologitarre setze ich sie bei einigen schnellen Rock'n Roll Nummern ein, da vermeint man einen kleinen George Harrison in sich zu spüren. Auch ein Arpeggio kommt klassisch rüber (im Sinne von "Hey Mr.Tambourine Man" in der Byrds-Version). Als Rythmusgitarre kann man sie überall dort einsetzen, wo's clean sein soll, weniger funkig und auch ein bisschen nostalgisch.
Die 360/12 ist sicher eine der Stars meiner Sammlung.























