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MESA/Boogie Dual Caliber 50 DC-5 Combo, 1x12", Baujahr 1994

Diese Baureihe aus dem Boogie-Programm der 90ies polarisiert offenbar recht heftig, wenn man die tlw. sehr verschiedenen Meinungen zum Thema hört. Mein persönlicher Geschmack ist offenbar nicht vollkommen "mainstreamig", denn ich komme, im Gegensatz zu den Kritikern, sehr gut mit dieser kleinen Kiste klar - und fand nach längerer Erprobung auch die Sounds, die mir wirklich wichtig sind. Das gelang mir z.B. mit den tlw. viel höher "geschätzten" Boogie-Modellen der "Mark I-IV"-Serien nicht wirklich. Aber zu unterschiedlichen Geschmäckern muß man hier wohl nix schreiben - oder???

Zur Technik: Dies ist ein Amp mit ZWEI VOLLKOMMEN SEPARATEN und unterschiedlich beröhrten Vorstufen, und mit den boogietypischen, höllenlauten 50 Watt aus der Kategorie "Hallen beschallen" mischt er jede Bühne und jeden Club bei Bedarf mächtig auf. Aber auch in vertretbaren Pegeln macht der kleine 1x12"er bereits einen richtigen Alarm.

Der erste Kanal und der "Anderthalbte" (Clean/Crunch per Potizug) ist relativ nah bei Fender angesiedelt, der Zerrkanal entfesselt den typischen Boogie-Rectifier, bei etwas zurückhaltenderer Einstellung auch durchaus Richtung Marshall/vintage Marshall. Der Lautsprecher ist ein 12"er "Black Shadow" - von Celestion für MESA custom made, der einen sehr guten Job macht und nicht wirklich nach einem Austausch verlangt (auch HIER gibt es fast "Glaubenskriege", ich weiß....).

Pro Kanal hat man dann jeweils eine eigene, vollständige Klangregelung, man kann auch den Hall separat zuregeln, der 5-bändige Equalizer lässt sich auf einen der beiden Kanäle beliebig zuschalten - der EQ und der Reverb sind manuell oder optional per Fußschalter zuzuordnen/-regeln. Es gehört ein im Mischungsverhältnis regelbarer Effektweg mit dazu, außerdem ein Direktausgang für Recordings, Anschlüsse für Zusatzlautsprecher - also eine absolut professionelle Ausstattung.

Man muß sich bei diesem Amp immer nur vor Augen halten, dass hier im Gegensatz zu vielen anderen Verstärkern eine extrem wirksame Klangregelung an Bord ist, die unendlich viele Möglichkeiten und Nuancen zulässt - und dadurch eine gründliche "Einarbeitung" erfordert....

Wer jedoch "siegessicher" ohne Durchlesen (und Begreifen!!!) der Betriebsanleitung auf diesen Amp losgeht und meint, binnen Handumdrehen (AN - ALLES AUF ZEHN - FERTIG!!!) einen Mördersound einstellen zu können, der wird unheimlich schnell scheitern, enttäuscht sein - und dann ggf. unqualifizierten Blödsinn zu diesem Amp und dessen Qualitäten absondern..... auch hier gilt mal wieder die alte Bauernweisheit: "Gut Ding will Weile haben...!"....Und eine neue Regel: Ein guter Verstärker KANN auch mehr als drei Knöppe haben!

Für mich ist der Dual Caliber immer noch einer der vielseitigsten und bestklingendsten Combo's in dieser Kategorie.........





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