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Cort MGM-1 "Matt Guitar Murphy", Made in Korea, Ser.No. 650

Die MGM dürfte hinlänglich bekannt sein - Eine koreanische Interpretation des alten Themas in Richtung Les Paul oder auch PRS....

Und ich finde, die Herren Kim und Lee haben angesichts des Kaufpreises einen sehr anständigen Job gemacht - die Verarbeitung ist, bis auf einen kleinen Klecks Klarlack auf dem Fretboard, absolut makellos!! Für den Body wurde Massivholz (Agathis oder Kauri genannt, ein im Pazifik häufig vorkommender Baum, der zu den Piniengewächsen gehört) verwendet, die massive Decke ist mit Ahorn in Wölkchenoptik (Quilted Maple) furniert - also keine "Fototapete". Agathis ist zwar kein IRRSINNS-Tonholz, aber klingt durchaus brauchbar und sieht schon edel aus. Die Lackierung nennt sich "Amber", also Bernstein - und ist relativ selten bei MGM's. Meistens findet man Exemplare in Sunburst-Lackierungen, neuerdings gibt es auch eine blaue Ausführung.

Beim Hals hat man sich offensichtlich für das Shaping an einer neueren Les Paul orientiert bis auf die Bünde, die sind eher nur Medium-Jumbo's. Das schöne Rosewood-Griffbrett und die glänzend schwarz lackierte Kopfplatte fallen durch ihre aufwändigen Perlmutt-Abalone-Einlagen auf - alles wurde halt auf gefällige Optik hin produziert. Tailpiece, Bridge und Mechaniken sind goldfarbene GOTOH-Klone mittlerer Qualität.

Die beiden Humbucker-PUs sind per 3-Weg-Schalter kombinierbar, es gibt einen Mastertone- und einen Mastervolume-Regler.

Die serienmäßig von CORT verbauten "Mighty Mite" Pickups aus USA wurden gegen ein Pärchen Gibson-Humbucker ausgetauscht - die "Mites" sind schon ganz okay - aber immer noch einen "halben Meter" vom "richtigen Sound" entfernt. Die Gibson's befanden sich in einer alten Hoyer-Gitarre, die 1971 gebaut wurde - und in etwa aus dieser Zeit stammen die beiden PUs ebenfalls. Es sind PAF's, sog. "Pat.No. T-Tops", d.h., auf der Rückseite befindet sich ein Sticker mit der von Gibson fälschlicherweise verwendeten Patentnummer 2,737,842 - und auf den Oberseiten der Spulen ist der Buchstabe "T" erhaben geprägt. Die Gibson-Tonabnehmer wurden in dieser äußeren Form zwischen 1967 und 1975 so gebaut. Ferner erhielt die Gitarre im Austausch eine Schaller-Bridge, die ist deutlich hochwertiger als die montierte Hardware und hat den Sound drastisch verbessert - genau wie die "T-Tops". Diese Gitarre klingt nun einfach unbeschreiblich "smooth", dennoch prägnant und auch rotzig an der Bridge. Ein Traum, ich hätte nicht vermutet, daß diese Tonabnehmer den Charakter der Gitarre so stark beeinflussen.

Fazit: Eine sehr gut verarbeitete, (ab Werk) preiswerte, sehr gut bespielbare 2-HB-Gitarre mit Stärken im Bluesbereich - nicht mehr, nicht weniger....aber DAS genügt doch auch, oder ;-)??

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