CORT "Jim Triggs" TRG-1, Made in Korea, etwa 2001
"In heaven with a '57"...... Der Spruch der damaligen Chevrolet Bel Air-Autoreklame bekommt angesichts dieser Gitarre einen aktuellen Bezug: Diese Farbe weckt ad hoc Assoziationen zu amerikanischen "gas guzzlers" der 50ies, Pattiecoats und DDR-Einbauküchen….. eine Mischung aus Surfgreen und Daphne Blue....für mich total gelungen, andere mögen sich gerne würgend abwenden :)!!
Egal: Die Gitarre ist eh' das Wichtigste..... die TRG-1 ist eigentlich ein "low budget" Entwurf des amerikanischen Hi-End-Gitarrenbauers Jim Triggs, den er mit CORT zusammen für einen breiten Markt umsetzte. Da dieser angestrebte Markt aber leider nicht SO breit wurde wie erhofft, wurde die Produktion nach ein paar Jahren prompt wieder eingestellt...schade eigentlich....
Aber das führt dazu, dass die TRG-1 relativ "exotisch" daherkommt und als gebrauchte Gitarre "mangels Berühmtheit" meist sagenhaft günstig zu haben ist.....wenn überhaupt einmal eine angeboten wird.....
Natürlich ist das hier keine Topclass-Jazzgitarre, sondern eher so etwas wie eine Gretsch "für Arme"...für mich aber eine definitive Bereicherung in meiner Sammlung. Die TRG-1 besteht aus Sperrholz - und ist nicht mit einem Sustainblock versehen. Das verleiht ihr eine sehr akustische Ausrichtung, die in Verbindung mit der Holzbridge einen wundervoll warmen, jazzig-bluesigen Klang entstehen lässt. Und wer wie ich nur Hobbymusiker und kein Profi ist, dem werden die gebotenen Möglichkeiten vollkommen ausreichen. Aber Achtung: Bauartbedingt "leben" diese Gitarren schon ab geringen Lautstärken mit, d.h. sie fangen relativ früh an zu koppeln. Wer den richtigen Winkel zum Amp findet, kann herrlich mit diesen reizvollen Effekten spielen.
Der werksseitig eingebaute Mighty-Mite Vintage Humbucker wurde von mir gegen einen handgewickelten "GFS" aus USA ausgetauscht.....dieser PU ist ein P90 im Humbucker-Format, klingt klasse - und ist beeindruckend nebengeräuscharm für einen Single-coil. Ein guter Kauf!!! Der Rest der Gitarre wurde auf Serienstand belassen - das funktioniert alles prima.
Die Bespielbarkeit ist exzellent, ich konnte dank des gut verarbeiteten Halses eine niedrige Saitenlage realisieren. Das Griffbrett (ohne Markierungen - für Manche wohl ein bisschen gewöhnungsbedürftig....) besteht aus Palisander, die Bünde sind Medium-Jumbos. Die schönen No-Name-Mechaniken mit Perlmuttknöpfen verrichten einen sehr guten Job...also: Ich kann nichts Negatives über diese Gitarre innerhalb ihrer günstigen Preisklasse (Neupreis war um 550 EUR) sagen....
Das Format ist ebenfalls etwas zum "Angewöhnen", wenn man eher kompakte Gitarren wie Strat oder Tele gewöhnt ist: Die Gesamtlänge beträgt immerhin 1,07 m, der Korpus ist an der breitesten Stelle 40 cm...also Peter Maffay würde man auf der Bühne hinter dieser Gitarre kaum noch sehen können :)!! Die Zargenhöhe beträgt aber nur 4,5 cm - diese Gitarre ist somit kaum dicker/stärker als eine Les Paul - aber wesentlich leichter (knapp 3 kg). Von daher sehr angenehm zu spielen......
Meine Empfehlung: Wer eine schon durchaus brauchbare, aber möglichst günstige Jazz-/Blues-/Rockabilly-Gitarre sucht, die "etwas anders" aussieht als die klassischen dicken Jazz-Boxes und nur einen PU hat (das bedeutet natürlich eine gewisse Einschränkung der Möglichkeiten) - der liegt hier goldrichtig. CORT macht in Bezug auf Preis/Leistung wirklich ein KLASSEding!!



















