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Daion H-555 "Headhunter", Made in Japan 1980 (?)

Diese handgebaute japanische Gitarre ist weltweit ziemlich rar, denn während des sehr kurzen Bestehens der Marke (nur von 1978 bis 1984) wurden lediglich sehr wenig Instrumente gebaut - wahrscheinlich nur ein paar Tausend durch alle Baureihen hinweg. Die Headhunter bringt es sicherlich wiederum nur auf wenige hundert Exemplare - wenn überhaupt.

Die bei Daion angestellten Gitarrenbaumeister waren mit die Besten, die man damals in Japan anwerben konnte - demzufolge sind die Topmodelle der Marke, wie die hier vorgestellte Headhunter, in ihrer Qualität durchaus auch mit Gibson oder etwa den legendären Ibanez-Artist-Modellen jener Zeit vergleichbar.

Auf den ersten Blick sieht die Headhunter aus wie eine "freie Interpretation" einer Gibson ES 335. Schaut man genauer hin, entdeckt man von außen bereits den deutlich anderen Korpusschnitt - und eine massive Messing-Bridge mit "string through body"-Konstruktion, wie man sie eher von Teles oder Strats kennt (die Daion ist meines Wissens nach auch die einzige Semiakustikgitarre mit diesem Bauprinzip).

Der Body besteht komplett aus Ahorn, das mit einem exquisiten bookmatched Flametop/-back versehen ist, die in honey-sunburst gehaltene Lackierung wurde in Nitrolack ausgeführt. Der Mahagonihals mit einem eher Fender-typischen, sehr tiefen V-Profil, ist selbstverständlich eingeleimt.

Die Daion verfügt im Inneren über einen sog. Center-Block. Dieser ist aus drei Holzschichten gefertigt (Fichte und Ahorn) und weist an den Enden je 10 "Sound grooves" (Rillen) auf, die das Sustain und die Resonanz verbessern (sollen).

Die gesamte Verarbeitung ist äußerst hochwertig gemacht, alle Bindings sind mustergültig ausgeführt. Die Bundmarkierungen bestehen aus massiven Messingringen, das Lyra-Logo in der Kopfplatte ist ebenfalls eine Messing-Intarsie.

Die Gitarre kaufte ich im serienmäßigen Originalzustand, ich wechselte jedoch die Potiknöpfe aus und baute andere Tonabnehmer ein. Die wahrscheinlich von Gotoh stammenden, splitbaren Werks-Humbucker haben zwar einen sehr guten Klang, wiesen aber für meinen Geschmack eine etwas zu hohe Impedanz auf, was zu einem relativ frühen Verzerren der Ampvorstufe führt. Ich mag es lieber weniger heftig, und deshalb verbaute ich ein Pärchen "Seymour Duncan 59" PAF-Typen, die genau so alt wie die Daion sind, nämlich von 1980 (im Klang NICHT vergleichbar mit dem, was SD heute so abliefert). Splitbar sind sie nicht, aber das ist bei diesem Einsatz auch nicht erforderlich.

Nun hat sie - vor allem aufgrund des hohen Ahornanteils und der string-through-Bridge - den Sound, den ich sehr liebe und den mir bisher keine andere Gitarre bieten konnte: Eine Mischung aus Gibson SG, Rickenbacker und in der Zwischenstellung der PUs ist sogar ein bisschen TWÄNG möglich. Mit einem eher etwas "mumpfigen", nicht sehr konturierten Original Gibson-335-Klang hat der Sound überhaupt nichts zu tun.... was auch gut ist, diese Daion-Variation ist für meinen Geschmack wesentlich spannender.

Die lästigen Feedbacks halten sich in beherrschbaren Grenzen, die Gitarre singt und singt....einfach schön!!! Eins der Highlights meiner Sammlung....danach hatte ich lange gesucht.









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