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Charvel/Jackson

In den 70er Jahren hatte Wayne Charvel in Azusa, California, einem Vorort von L.A., einen Laden, wo er mit Gitarrenzubehör wie unzerbrechlichen Jack Plates aus Metall als Ersatz für die zerbrechlichen Plastikteile für Gibson Gitarren und unzerbrechlichen Tremoloarmen handelte. Daneben hat er Gitarren repariert und Modifikationen durchgeführt. Später begann Wayne mit Bausätzen von Boogie Bodies zu handeln. Vereinzelt hat er sogar selber aus Hälsen und Bodies von Boogie Bodies, Pickups und Elektronik von Di Marzio und Hardware von Mighty Mite Gitarren nach den Wünschen seiner Kunden zusammengesetzt. Allerdings wird angenommen, dass er selber weniger als ein Dutzend solcher Gitarren zusammengebaut hat.

Als Wayne Charvel im Herbst 1978 in finanzielle Schwierigkeiten geriet, beschloss er aus dem Geschäft auszusteigen. Er verkaufte die Firma mitsamt dem Namen Charvel an seinen teilhabenden Mitarbeiter Grover Jackson.

Die Geburtsstunde der ersten echten Charvels schlug, als Grover Jackson in San Dimas, California, ebenfalls ein Vorort von L.A., mit der Herstellung von Hälsen und Bodies und der Fertigung von edlen, in höchster Verarbeitungsqualität vollständig von Hand und aus ausgesuchten Hölzern gebauten Gitarren und Bässen begann. Diese Charvels waren die ersten Hot Rod Gitarren - mit rasend schnell bespielbaren breiten und dünnen unlackierten oil finished Hälsen, flachen Compound Radius Griffbrettern, Jumbo Bünden, Tonabnehmern mit hoher Ausgangsleistung und wunderschön gemaserten Hölzern oder wilden Grafiken. Die Superstrat war geboren. Das Guitar Magazine verglich diese Original Charvels mit Nitrofueled Dragstern.

An der Summer NAMM 1979 präsentierte Grover seine Charvel Gitarren und Bässe zum ersten mal der Öffentlichkeit. Die Kunde von Grovers Gitarren verbreitete sich wie ein Lauffeuer, und schon bald reichten sich namhafte Gitarristen und Bassisten wie Alan Holdsworth, Billy Gibbons, Roger Waters, Randy Rhoads, Jake E. Lee, Vivian Campbell, Gary Moore, Dave Murray und Adrian Smith etc bei Grover Jackson die Türklinke. Nach dem built-to-order Prinzip wurde nur auf Bestellung gearbeitet. Es wurde kein Instrument gefertigt, ohne dass dafür eine Bestellung vorlag. Damit war Charvel/Jackson der erste Custom Shop überhaupt, und bis Anfangs der 90er Jahre blieb Charvel/Jackson als reiner Custom Shop tätig.

Über Weihnachten 1981 entwickelte Grover Jackson zusammen mit Randy Rhoads das Randy Rhoads Modell. Im Vergleich zu den anderen Charvel Modellen sah das Randy Rhoads Modell ungewöhnlich und wild aus, sodass Grover seinen eigenen Nachnamen auf die Kopfplatte schrieb, um dem Namen Charvel nicht zu schaden. Die bisherigen Modelle mit geschraubtem Hals wurden weiterhin unter dem Charvel Logo gefertigt, während fortan die neuen Modelle mit durchgehendem Hals den Jackson Schriftzug erhielten. Charvels und Jacksons wurden in San Dimas von den selben Mitarbeitern gefertigt, und die beiden Namen traten gemeinsam als eine Marke Charvel/Jackson auf. Die in San Dimas gefertigten Charvels und Jacksons haben die Marke erfolgreich an die Spitze katapultiert und waren sehr beliebt. Am 29. Januar 1986 wurde mit der Seriennummer 5491 in die letzte Charvel aus San Dimas fertiggestellt. Damit endete vorerst die Ära der USA Charvels. Zeitweilen wurden alle USA Modelle mit dem Jackson Schriftzug versehen. Seit langem sind aber die USA Modelle auch wieder mit dem Charvel Logo erhältlich. Für jeden Charvel Enthusiasten sind die San Dimas Charvels the real thing. Wenn der Kenner von Charvel redet, meint er heute noch diese damals in San Dimas gebauten Gitarren. Ende 1986 zog der Charvel/Jackson Custom Shop nach Ontario, California, ebenfalls ein Vorort von L.A. Seit 25. Oktober 2002 befindet sich Charvel/Jackson unter dem Dach des FMIC Fender Musical Instruments Corp. Konzerns. Fender hat den Fertigungsstandort in Ontario mitsamt den Mitarbeitern übernommen. Nur 12 Meilen von Ontario entfernt befindet sich das Fender Werk in Corona, California, und das FMIC Zentrallager, von wo aus auch alle Charvels und Jackson vertrieben werden. So war es naheliegend, dass der Charvel/Jackson Custom Shop aus den gemieteten Räumlichkeiten in Ontario nach Corona umziehen würde. Im September 2003 war es dann soweit. Der Charvel/Jackson Custom Shop mitsamt der eigenen Belegschaft und den eigenen Werkzeugen und Werkzeugmaschinen bezog eigene Räumlichkeiten beim Fender Custom Shop in Corona.

Für diejenigen, die auf die Vorzüge der Charvel/Jackson USA Instrumente nicht verzichten möchten, aber kein nach ihren persönlichen Spezifikationen gebautes Custom Shop Instrument wünschen, bietet Charvel/Jackson seit 1990/91 auch USA Serienmodelle an. Standardisierte Spezifikationen und die Fertigung in kleinen Serien senken die Produktionskosten, sodass diese Modelle günstiger als die Custom Orders angeboten werden. Können. Gleichwohl ist der Custom Shop immer noch der Stolz und das Aushängeschild der Firma.

Seit eh gelten für alle USA Custom Shop und Serienmodelle dieselben sehr hohen Fertigungsstandards. Diese Instrumente werden, unter Zuhilfenahme von einfachen Werkzeugmaschinen, vollständig von Hand gefertigt. CNC Maschinen sucht man beim Charvel/Jackson Custom Shop vergeblich. Viele Werkzeuge hat Charvel/Jackson selber entwickelt und hergestellt.

Charvel Custom Shop Strat - Vintage Hot Wheel Flames

Mit dieser Custom Order beim Charvel/Jackson Custom Shop habe ich mir einen 15 Jahre alten Traum erfüllt.

Der Name Charvel/Jackson steht nicht nur für den Pionier der built-to-order Custom Shop Philosophie. Den Instrumenten aus Kalifornien haftet auch der Ruf der Edelmarke für in exzellenter Verarbeitungsqualität aus erlesensten Hölzern und Materialien vollständig von Hand gefertigter und sensationell bespielbaren Hot Rod und Heavy Metal Gitarren an.

Der Sinn hinter der Custom Shop Idee ist es, die Träume der Kunden zu verwirklichen und den Musikern ihre persönlichen Traum Instrumente built-to-custom-order exakt nach ihren Wünschen „auf den Leib zu zimmern“. Doch nicht immer ist, wo Custom Shop drauf steht, auch wirklich Custom Shop drin. Mittlerweile wird der Begriff Custom Shop erheblich strapaziert. Schon mancher namhafte Gitarrenhersteller liess sich von dem Trend verführen, Serienmodellen aus dem Katalog einen Custom Shop Sticker aufzukleben und die Instrumente dann teuer als Custom Shop Modelle anzupreisen; sozusagen wie der „Massanzug“ von der Stange. Die vorliegende Charvel Gitarre ist ein echtes Custom Shop Instrument. Sie wurde im Charvel/Jackson Custom Shop - dem ersten Custom Shop überhaupt - auf meine Custom Order exakt nach meinen Vorstellungen gefertigt.

Der Bestellungsablauf

Charvel/Jackson Instrumente, sowohl die Serienmodelle wie auch die Custom Orders, sind ausschliesslich über den Fachhandel erhältlich. Die schriftliche Bestellung mit den Spezifikationen für ein individuelles Instrument nach den persönlichen Wünschen werden über den Fachhändler und den Vertrieb an den Custom Shop zur Offertestellung weitergeleitet. Meine Bestellung war ein 12seitiges Dokument, mit ausführlichen Spezifikationen bis ins letzte Detail, Detailskizzen und Fotos. Nach Erhalt der Bestellung hat der Custom Shop mit mir Kontakt aufgenommen und offene Detailspezifikationen und anfallende Fragen direkt mit mir geklärt. Wenn die Offerte vom Besteller akzeptiert wird, folgt die schriftliche Auftragsbestätigung, die der Besteller gegenzeichnen muss. Da es bei Custom Orders kein Rücktrittsrecht von der Bestellung gibt, verlangen Händler und Vertrieb in der Regel als Sicherheit eine Anzahlung, damit die Bestellung in Kraft tritt. Offiziell dauert es von da an ungefähr acht bis zehn Monate, bis das bestellte Instrument fertig ist. Für das Testinstrument wurde auf der Auftragsbestätigung eine unverbindlich geschätzte Zeit von sieben Monaten bis zur Fertigstellung angegeben. In Wirklichkeit verzögerte sich dann die Fertigung der Gitarre immer wieder. Es dauerte zwölf Monate, bis die Gitarre fertig war, die Auslieferung der fertigen Gitarre nochmals sechs Wochen. Da der Charvel/Jackson Custom Shop sehr stark ausgelastet ist, sind Wartezeiten von 12 bis 14 Monaten oder gar länger die Regel.

Die Gitarre

Die vorliegende Gitarre wurde vom Charvel/Jackson Custom Shop in Ontario auf Custom Oder exakt nach meinen Vorgaben gefertigt. Ich bin ein Liebhaber der frühen Charvel Modelle der 1980er Jahre, und es war schon immer mein Traum, mir selber ein solches Instrument exakt nach meinen Vorstellungen zu bauen. Bei der vorliegenden Gitarre handelt es sich um ein Replica der frühen San Dimas Charvels. Historisch könnte sie eine Charvel um ca. 1982 repräsentieren. Alle bestellten Spezifikationen, Optionen und Ausstattungen waren bereits damals erhältlich und sind typisch für eine Charvel der frühen 1980er Jahre. Bei der Bestellung habe ich penibel darauf geachtet, dass möglichst jedes Detail historisch korrekt von den damaligen Charvels übernommen wurde. Wo es Sinn gemacht hat (wird im Testbericht erwähnt), wurden Zugeständnisse an den Fortschritt gemacht. Dies war jedoch nur bei ganz wenigen Details der Fall. Denn bereits die damaligen Charvels waren sehr fortschrittlich, sodass sich seither kaum mehr neue Errungenschaften im Gitarrenbau ergeben haben.

Konstruktion

Der Korpus der Gitarre ist zweiteilig und besteht aus Erle. Er ist rear-routed, d.h. das Elektrikfach ist von der Rückseite her ausgefräst. Auf eine Schlagplatte, die den Anblick des Custom Graphics bedeutend gestört hätte, konnte somit verzichtet werden.

Der Hals besteht aus einem wunderschönen und stark gemasertem Stück Vogelaugenahorn. Darauf befindet sich ein 6 mm dickes Griffbrett aus Rio Palisander mit einem Compound Radius, der von 12“ am Sattel nach 16“ am Ende übergeht. In das Griffbrett sind 22 Jumbo Bünde eingelassen. Die Bundierung ist absolut perfekt ausgeführt. Die in Hochglanz erstrahlenden Bünde sind sauber eingelassen und präzise abgerichtet. Die Bundenden sind sauber abgeschliffen und haben keine Brauen. Wie man es von Hälsen mit 22 Bünden kennt, ist auch bei dieser Charvel das um einen Bund verlängerte Griffbrett am Halsende überstehend. Aus dem Rio Palisander schimmern Dot Inlays aus Abalone, die den selben Abstand haben wie bei den Charvels aus San Dimas. Das Halsprofil und die Abmessungen wurden von meinem Lieblingshals an einer anderen Charvel übernommen. Auf der Rückseite hat der Hals eine flache D-Form. Der Hals ist am Sattel 1 11/16“ (42.8 mm) breit. Der Halsfuss ist mit 2 ¼“ breiter als der Fender Standard von 2 3/16“. Charvel/Jackson hat den breiteren Halsfuss mit dem Aufkommen der Floyd Rose und Tremolos und deren breiterem Saitenabstand eingeführt, während die anderen Hersteller auch bei Floyd Rose Systemen die Tradition von 2 3/16“ beibehalten haben. Die Dicke des Halses beträgt am 3. Bund 0.775“ (19.685 mm) und am 12. Bund 0.835“ (21.2 mm). Der Hals ist damit deutlich dünner als ein typischer Stratocaster Hals, hat aber trotzdem immer noch mehr Holz als die dünnen Brettchen mancher Fernostanbieter. Der Hals ist (mit Ausnahme der Grafik auf der Kopfplatte) vollkommen unlackiert und auf der Rückseite geölt. Der Halsstab ist von der Rückseite her eingesetzt. Der Schlitz ist mit einem Skunk Stripe verschlossen, der wie bei den frühen Charvels vom Halsfuss bis zur Mitte zwischen dem 1. und dem 2. Bund reicht. Der Zugang zum Halsstab erfolgt wie bei den frühen Charvels vom Halsfuss her. Der Hals muss also zum Einstellen des Halsstabes abgenommen werden. Gerne hätte ich den Halsstab von der Kopfplatte her zugänglich gehabt. Bei Charvel/Jackson werden jedoch die von der Kopfplatte her zugänglichem Halsstab von vorne her eingelegt, und die Hälse haben dann keinen Skunk Stripe. Der Custom Shop verfügt über kein Werkzeug, um Hälse mit Zugang zum Halsstab an der Kopfplatte und Skunk Stripe zu fertigen. Historisch korrekt habe ich mich für einen Hals mit Skunk Stripe entschieden.

Der Korpus hat ein Vintage Hot Wheel Flames Custom Graphic, das bereits auf dem ersten Charvel Flyer von 1981 abgebildet war. Auf der Kopfplatte setzt sich das Custom Graphic mit einem von mir selbst entworfenen Design fort. Darauf prangt goldfarben ein wie bei den frühen Charvels 2 ½" grosses CHARVEL MADE IN USA und ein Custom Shop Logo. Das Custom Graphic wurde von Charvel/Jackson Custom Shop Grafiker Dan Lawrence in Airbrush Technik sauber und präzise ausgeführt. Sämtliche Lackierarbeiten, sowohl das Airbrush wie auch die darüber liegende Klarlackschicht, sind tadellos. Bis 1982 wurden die Lackierungen der frühen Charvels in Polyurethan ausgeführt, und von da an dann in Polyester. Auch diese Charvel hat eine Lackierung aus Polyurethan erhalten.

Hals und Korpus passen präzise zusammen. Es gibt keine Luftspalten. Der Hals ist mit vier Schrauben am Korpus befestigt und sitzt bombenfest. Die mit einer Kunststoffplatte unterlegte Halsbefestigungsplatte ist gegossen. Sie scheint aus Messing zu sein. Die Vertiefungen sind schwarz bemalt. Auf die Halsbefestigungsplatte ist das Charvel USA Logo und die Anschrift des Custom Shops in Ontario geprägt, und die Seriennummer eingraviert.

Ausstattung

Die Charvel wurde mit Pickups von Seymour Duncan bestückt. In der Stegposition befindet sich ein TB-6 Distortion Trembucker, in der Mittel- und Halsposition je ein STK-S1N Classic Stack. Alle drei Pickups sind vieradrig. Der Rahmen des Humbuckers und die beiden Single Coil Pickups sind direkt in das Korpusholz montiert. Als Regler sind 1 Master Volume und 1 Master Tone Poti installiert. Das Tone Poti ist als Push-Pull Poti ausgelegt, in der gezogenen (pull) Stellung wird der Humbucker am Steg gesplittet. Mit drei on-off Mini Toggle Switches kann jeder Pickup separat ein- und ausgeschaltet werden. Die Jack-Buchse befindet sich seitlich.

In der Gitarre verrichtet ein unterfräst eingebautes Original Floyd Rose seinen Dienst. Im Gegensatz zu manchen frühen Ur-Charvel wurde bei dieser Gitarre der Klemmsattel von der Griffbrettseite her befestigt. Dies schwächt das Holz am Übergang des Halses zur Kopfplatte weniger als eine durchgehende Verschraubung von der Halsrückseite her und beugt der Gefahr eines Halsbruches an dieser Stelle vor. Vom Klemmsattel her verlaufen die Saiten unter einem Saitenniederhalter (full width string retaining bar) in die Schaller M6 mini Mechaniken. Als Gurtpins hat die Gitarre Schaller Security Locks. Die gesamte Hardware ist vergoldet.

Im Unterschied zu den frühen Charvels, bei denen die Abdeckplatte für das Tremolo auf dem Korpus aufliegt und nur die Abdeckplatte für das Elektrikfach versenkt ist, sind bei dieser Charvel das Tremolo- und das Elektrikfach mit schwarzen Aluminiumplatten abgedeckt, die beide versenkt im Holz eingelassen sind.

Im Elektrikfach ist die gesamte Elektrik auf eine Grundplatte, die auch als Masse dient, montiert. Die Lötstellen sind vorbildlich.

Die Gitarre kam wie die Ur Charvels im G&G Deluxe Case. Leider fehlt das Charvel Logo auf dem Koffer.

Praxis

Wenn man die Gitarre auspackt und in die Hand nimmt, fällt einem sofort das traumhafte Griffgefühl auf, welches das unlackierte Oil Finish dem Hals verleiht. Unlackierter Vogelaugenahorn fühlt sich ganz anders an als normaler unlackierter Ahorn, die starke Maserung des Vogelaugenahorns ist deutlich spürbar. Ich persönlich mag dieses Griffgefühl am liebsten. Der Hals liegt äusserst bequem in der Hand. Die flache D-Form und seine breiten und dünnen Abmessungen machen den Hals zu einem Rennbrett. Der Compound Radius des Griffbrettes vereint die Vorzüge der verschiedenen Griffbrettradien und bietet optimalen Spielkomfort in allen Lagen. In den unteren Lagen, wo viel Akkorde gespielt werden, ist der Griffbrettradius stärker gewölbt (12“ am Sattel), womit sich Mehrklänge bequemer greifen lassen. Zu den hohen Lagen hin, wo soliert wird, wird der Griffbrettradius zunehmend flacher (16“ am Griffbrettende), sodass sich die Saiten leichter ziehen lassen. Die Gitarre eignet sich hervorragend für eine extrem tiefe Saitenlage. Das Setup ab Werk war absolut perfekt. Wie bestellt kam die Gitarre mit einer sehr tiefen Saitenlage. Ich habe die Saiten noch etwas tiefer gelegt.

Auf der Rückseite der Kopfplatte ist ein Halter mit zwei Inbusschlüsseln für das Floyd Rose und den Klemmsattel befestigt. Dadurch sind die Inbusschlüssel bei Bedarf immer griffbereit zur Hand.

Das Floyd Rose erweist sich als äusserst stimmstabil. Selbst nach heftigsten Up-Bends und Dive-Bombs bleibt die Gitarre perfekt in der Stimmung.

Die Schaller M6 Mini Tuner sind arbeiten leichtgängig und präzise und machen einen robusten Eindruck.

Sound

Unverstärkt klingt die Gitarre sehr brillant und entfaltet einen Regenbogen voller Obertöne. Die Ansprache ist schnell und direkt und das Sustain langanhaltend.

Die beiden Seymour Duncan STK-S1N Classic Stacks in der Hals- und in der Mittelposition haben eine etwas höhere Ausgangsleistung als ein Vintage Stratocaster Pickup und sind absolut brummfrei.

Am Fender Amp, der als Meister für glasklare Sounds bekannt ist, produzieren sie einen Strat ähnlichen Clean Sound mit transparenten Höhen, jedoch nicht so glockig und knopflerig wie eine Vintage Stratocaster. Wie der Name schon sagt, ist der Seymour Duncan TB-6 Duncan Distortion ein High Output Humbucker, der seine Bestimmung bei Distortion Sounds hat. Beim TB-6 handelt es sich um einen Trembucker; der Abstand der Pole Pieces ist dem etwas breiteren Saitenabstand des Floyd Rose angepasst. Der TB-6 klingt sehr harmonisch und keinesfalls überfettet. Beim Spielen mit den Reglern und den verschiedenen Pickup Kombinationen lassen sich der Charvel sehr schöne Clean Sound entlocken.

Die Situationen allerdings, wo diese Gitarre wirklich für Clean Sounds eingesetzt wird, werden allerdings nicht sehr zahlreich sein. Deshalb wird es Zeit, das Gitarrenkabel vom Fender Amp an den Marshall umzustöpseln. Auch wenn sich die Clean Sounds bei Marshall naturgemäss ganz anders präsentieren als jene bei Fender Combo, lässt sich damit leben. Ungedrosselt lässt der TB-6 den JMP-1 bereits im zweiten Clean Kanal CL2 und mit zurückgedrehtem Gain kräftig anzerren, sogar wenn der Humbucker gesplittet ist. In den verzerrten Kanälen zeigt der TB-6 Duncan Distortion seine Stärken deutlich. Sein Sound ist eine Komposition aus grossen Harmonien, vereint mit vollen Bässen, satten Mitten und reichlich Höhen. Der Humbucker am Steg vermag einen satten Distortion Teppich zu legen, der trotzdem nie Definition und Transparenz verliert. Die beiden Classic Stacks laden mit schönen singenden Sounds ebenfalls zum Solieren ein.

Die drei on-off Mini Toggle Switches ermöglichen jede erdenkliche Pickup-Kombination. Das ergibt sieben verschiedene Sounds, in Kombination mit dem Coil Splitting des Steg-Humbuckers sogar elf.

Resume

"If you can dream it, we can build it" lautet die Philosophie des Charvel/Jackson Custom Shops. Diese wird auch so gelebt. Der Charvel/Jackson Custom Shop hat meinen Traum erfüllt und wahrhaftig meine Traumgitarre verwirklicht. Alle Wünsche wurden bis ins kleinste Detail exakt eingehalten.

Die Qualität stand bei Charvel/Jackson stets im Vordergrund. Selbst den kleinsten Details wird grosse Beachtung geschenkt. Der Kunde soll das bestmögliche Instrument bekommen. Diese Maxime hat Charvel/Jackson mehr als erfüllt. Die vorliegende Gitarre wird bezüglich Verarbeitungsqualität, Material und Ausstattung, Bespielbarkeit, Klangeigenschaften und Exklusivität den höchsten Ansprüchen gerecht.

Ein solches Instrument hat auch seinen Preis, und das ist selbst bei dieser Charvel nicht anders. Allerdings bekommt man für den Preis auch einen adäquaten Gegenwert, und das Preis / Leistungsverhältnis ist ausgewogen. Ok, auch wenn das Instrument den Preis wert ist, für eine Gitarre ist das trotzdem sehr viel Geld. Doch bei anderen namhaften Herstellern muss man selbst für ein nicht einmal annähernd adäquates Pseudo Custom Shop Instrument tiefer in die Tasche greifen als für eine echte Custom Shop Charvel, und ein echtes built-to-custom-order Instrument kostet dort gar das Doppelte oder Dreifache.

Plus

- Built-to-custom-order
- Verarbeitungsqualität
- Hochwertigste Materialien und Ausstattung
- Bespielbarkeit
- Sound
- Tonentfaltung
- Funktionalitäten
- Exklusivität

Minus

- Lieferzeit

Übersicht

Serien 6048
Work Order 1516
Herstellungsjahr: Juni 2003, Ontario, California, USA

Spezifikationen Korpus Style: Strat, full size Strat body wie bei den original San Dimas Charvel Strats
Holz: Erle
Fräsungen: Von der Rückseite
Einfassung: Keine
Schlagplatte: Keine

Hals

Konstruktion: Geschraubter Hals
Hals Profile Form: Dünnes und schnelles ovales D San Dimas Charvel Profil
Holz: Vogelaugenahorn
Griffbrett: Palisander, 6mm dick, mit rechteckigen Kanten am Griffbrettende Griffbrett Radius: Compund Radius, von 12" am Sattel bis 16" am Halsende
Einfassung: Keine
Gribbretteinlagen: Abalone dot inlays, Abstand wie bei den original San Dimas Charvels
Mensur Länge: 25-1/2" = 64.77cm
Anzahl Bünde: 22
Sattel: Floyd Rose Klemmsattel, Bohrungen von der Frontseite des Halses her
Breite am Sattel : 1-11/16”
Breite am Halsfuss: 2-1/4"
Dicke: 0.775” am 1. Bund, 0.775 am 3, Bund, 0.835” am 12. Bund
Bunddraht: Jumbo
Kopfplatte Form: Fender style Strat headstock wie bdei den original San Dimas Charvels
Skunk stripe: Beginnt in der Mitte zwischen dem 1. und 2. Bund und endet am Halsfuss, wie bei den original San Dimas Charvel Hälsen
Halsplatte: Authentische San Dimas style Charvel Halsplatte, mit Ontario Addresse

Hardware

Mechaniken: Schaller M6 mini tuners
Saitenniederhalter: Full width string retaining bar
Steg: Original Floyd Rose double locking tremolo system, unterfräst
Knöpfe: Metal dome Knöpfe
Jackbuchse Platte: Football
Gurthalter: Schaller Security Lock
Werkzeug Halter: Inbusschlüsselhalter mit Inbusschlüsseln auf der Rückseite der Kopfplatte
Hardware Farbe: Gold

Elektrik

Pickups: Stegposition: Seymour Duncan TB-6 Distortion Trembucker, schwarz / schwarzer Einbaurahmen
Mitelposition: Seymour Duncan STK-S1N Classic Stack
Halsposition: Seymour Duncan STK-S1N Classic Stack
Regler: 1 Volume; 500 K Ohm pot 1 Tone; 500 K Ohm push/pull pot
Schaltung: 3 mini toggle Schalter, ein/aus Tone push/pull poti splittet den Humbucker in der Stegposition; nicht gezogen= normaler Humbucker, gezogen = gesplittet
Masseplatte: Alle Regler und Schalter sind auf einer Masseplatte befestigt

Abdeckplatten

Elektrikfach Abdeckplatte : Eingelassene Aluminiumplatte
Tremolofach Abdeckplatte: Eingelassene Aluminiumplatte
Farbe: Schwarz

Finish Korpus Fnish: Vintage Hot Wheel flames, Polyurethan Lack
Hals Finish: Unlackiert und geoelt (oil finish)
Kopfplatte Finish: Matching to body, Vintage Hoot Wheel Flames
Logo: Goldfarbenes mittelgrosses "Charvel" 3L/3R Logo mit “Made in USA” unter dem “arve” des “Charvel” Logos, plaziert wie bei den frühen San Dimas Charvels, goldfarbenes Custom Shop Logo

Koffer

G&G Deluxe Case

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