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Hohner JJ Bass

Zu meinem Hohner JJ Bass kam ich durch einen mehr oder weniger dummen Zufall. Von Haus aus ja eigentlich Gitarrist, war ich schon länger auf der Suche nach einem soliden, günstigen Bass zu Home-Recording-Zwecken im Kellerstudio. Als ich dann eines Samtags nach längerer Abstinenz meinem Stamm-Musik-Geschäft einen Besuch abstatten wollte, traf mich fast der Schlag: Im Schaufenster prangte in großen Lettern das Wort "Ausverkauf" und der Besitzer klärte mich darüber auf, daß er vor den Mailorders und Versandhäusern die Segel streicht. Auf die Frage, ob ich noch was bräuchte, kam eben meine Antwort, das ich schon länger nach einem Bass suchen würde, ich mich für's Homerecording allerdings auch nicht in den finanziellen Ruin stürzen wollte. Den Hohner JJ testete ich dann gegen einen Squier, einen Yamaha, einen Jackson aus Korea-Fertigung und einen Epiphone (komisches Teil, sehr außergewöhnlich geschnittene Cutaways, 2 Humbucker, Linkshänderkopfplatte, aber Sound war nicht so berauschend) und entschied mich dann allein nach klanglichen Gesichtspunkten für den Hohner JJ Bass, da er doch am meisten value for money bot.

Bei näherer Inspektion stellte sich dann heraus, das der Bass weitaus mehr zu bieten hatte, als ich für den Kaufpreis eigentlich hätte erwarten können.

Der Body ist massiv, aus zwei Teilen zusammengesetzt und sehr schön geflammt. Von den Abmessungen und Shapings entspricht er dem Ur-7ender Jazz-Bass. Zunächst hielt ich die Deckenzeichnung für ein Furnier, wurde aber, nachem ich ich den Bass einer gründlichen Inspektion unterzog, eines Besseren belehrt. Auf Grund der Hoilzmaserung würde ich auf Esche tippen. Der Hals ist ein One-Piece-Maple und sitzt passgenau in der Halstasche ohne einen Milimeter Spiel.

Einstellbar ist der Hals einmal über einen Trussrodzugang an der Kopfplatte, zusätzlich kann die Halskrümung an der Halsplatte mit einem Inbus feinjustiert werden.

Hätte der Hals noch eine etwas entschärftere Kopfplatte, wär die Optik perfekt. Hier ist die Kopfplatte mit einer Art 3-D-Shapping versehen (mir fällt keine bessere Beschreibung ein!), was ich nicht so gelungen finde.

Die Mechaniken tragen ein Schallerlogo und arbeiten stimmstabil.

Als Brücke kommt die etwas massivere Variante des altbekannten Blechwinkels zum Einsatz. Hätte ich den Bass als working bassman und nicht nur als Teilzeitbasser im Einsatz, würde ich hier gegen ein besseres Modell tauschen.

Die beiden J-Bass Pickups stammen von Select by EMG, die Elektronik ist aktiv und über 2 Volume-Potis und einen dopplestöckigen Bass/Treble-Poti regelbar. Bass und Treble verfügen leider über keine Mittenrastung, was das Handling manchmal etwas erschwert.

Die Lautstärke des Preamps läßt sich über einen Trimpoti regeln, der durch die E-Fach-Abdeckung via einer Schraube zugänglich ist.

Zusätzlich ist die aktive Elektronik über einen Mini-Schalter auch bypassbar, wodurch, bei einem ausgewogenen Lautstärkeverhältnis zwischen aktiv/passiv, zwei unterschiedliche Soundcharakteristiken zur Verfügung stehen. Der Betriebszustand wird über eine rote LED angezeigt.

Im Aktivbetrieb bringt der Bass einen modernen Bass-Sound, mit einer Betonung der Bässe und der Höhen. Vor allem die Höhen haben diesen silbrig-seidigen Aktivglanz. Die Töne sprechen gut an und sind präzise definiert.

Im Passivmodus wird der Klang vintagemäßiger, nasaler und mittiger, ganz so wie man es eben vom Original Jazz Bass kennt.

Durch die Schaltung zwischen passiv/aktiv kann man so, auch im Live-Betrieb, zwei unterschiedliche Soundcharaktere realisieren.

In der Tat finde ich bereits den Grundsound des Instruments dermasen überzeugend, das ich in ifast allen fällen direkt aufnehme.

Auch als ich mal als Aushilfsbasser bei einer befreundeten Band spielte, schickte ich den Hohner ganz ohne Amp, lediglich über einen Hughes & Kettner Tubeman I direkt ins Pult. Als Bühennmonmitor nutze ich in diesem Fall zwei aktive e-Voice Monitore.

Alles in allem bietet der Hohner JJ für mich viel Bass für's Geld und ist ein optimales Instrument für meine gelegentlichen Ausflüge in die Welt der 4 Saiten. Und auch den Weg ins große Studio hat er mittlerweile schon geschafft, unter anderem zu Polyethylene und zu meinen eigenen Recording Sessions.

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