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Framus Diablo Pro

Von der Renegade wurde ich vom Framus-Virus infiziert, und es war klar, dass meine nächste Gitarre wieder eine Framus werden sollte; eigentlich war die Camarillo Custom Dragon in Planung gewesen, jetzt wurde es aber doch erst eine Diablo Pro. Nicht, weil die Camarillo mich irgendwie enttäuscht hätte -nein sie kommt noch;-) - die Diablo überzeugte mich aber beim Anspielen durch ihre extreme Flexibilität und den sehr kultivierten Sound.

Wie bei Framus gewohnt, werden auch hier nur extrem hochwerige Materialien verwendet, die zudem noch erstklassig verarbeitet sind.

Der Body besteht aus zwei Teilen handselektierter und sehr schön gemaserter Sumpfesche, beim Hals findet ebenfalls sehr stark und mit Tiefenwirkung gemaserter Ahorn Verwendung. Das Griffbrett ist wieder aus ostindischem Palisander, wenn auch nicht ganz so dunkel wie bei meiner Renegade. Gegenüber den Customs, die zum Teil mit aufwendigen Intarsien aufwarten, beschränkt sich die Pro Serie auf Dot-Inlays im Griffbrett. Die Diablo ist angenehm leicht und zerrt auch nach langen Sessions nicht am Gurt.

Der Body ist gebeizt und mit einem seidenmatten Finish versehen, welches die Holzmaserung schön heraustreten lässt. Laut meinen Infos heißt der Farbton Ocean Blue.

Die Pickups kommen aus dem Hause Seymour Duncan: am Steg ein Jeff Beck, am Hals ein Hot Rail-Humbucker im Single Coil-Format und in der Mitte ein Single Coil. Über den Volume-Poti kann eine Split-Funktion ausgeführt werden, die sowohl Jeff Beck wie auch Hot Rail auf Single Coil schaltet, mit dem reverse gewickelten Single Coil in der Mitte sind somit brummfreie Strat-Zwischenposition-Sounds möglich, die ansonst relativ starken Humbucker lassen sich so gut zähmen.

Als Besonderheit werden in Schalterstellung 3 Hals- und Steg-PU zusammengeschaltet, was eine sinnvollere Nutzung des 5-way-Switches ist als bei der klassischen Strat-Verschaltung oder bei der Ibanez-Schaltung. So ist es zwar nicht möglich, den mittleren Single Coil alleine zu bekommen, die meisten Gitarristen benutzen den Mittel-PU aber kaum solo und Hot Rail und Jeff Beck gesplittet klingen auch recht authentisch singlecoilig.

Das Vibrato kommt aus dem Hause Wilkinson und arbeitet in normalen Parametern verstimmungsfrei. Ich habe es freischwebend eingestellt und im Vibrato-Fach eine Rockinger Black Box installiert, die für eine fixierte Ruheposition des Vibratos sorgt. Mit diesem genialen kleinen Teil wirkt man auch Verstimmungen bei Saitenriß und dem Schwirren bei hartem Anschlag entgegen. Die Federn sind so eingestellt, dass das Vibrato auch bei Bendings sich nicht bewegt.

Der Sound ist göttlich gut, wenn auch anders wie bei der Renegade, obwohl einiges an Übereinstimmungen bei den verwendeten Materialien herrscht.

Die Renegade klingt dreckiger und mehr nach schweißtreibender Working Man-Attitude.

Die Diablo kommt da etwas feiner. Mit den Humbuckern kommt sie natürlich auch fett, aber noch etwas klarer als jetzt die Renegade Custom.

Sehr schön sind die Clean-Sounds, auch mit ordentlich Effekten auf der Batterie bleibt die volle Transparenz erhalten. Durch die Materiel-Auswahl ist der grundcharakter schon leicht komprimiert, Country-Sachen sind mit der Diablo mehr als nur gut zu realisieren. Aber auch U2-mäßiges in Sachen Delayarbeit kommt überzeugend mit der Gitarre, oder aber die schönen Alex-Lifeson-Flächensounds.

Das soll jetzt aber nicht bedeuten, dass High Gain und Zerre nicht ginge, Jeff Beck und Hot Rail sind dafür Garant!

Man sollte nicht den Fehler machen, die Diablo als Strat-Verschnitt anzusehen, denn wie ich schon immer sagte: Framus Gitarren zeichnen sich durch einen eigenständigen Charakter aus, der gar nicht erst versucht, die großen Klassiker nachzuahmen, sondern auf eine eigene Note setzt.

Die Diablo ist eine schöne High End Gitarre mit stimmigen Features und ausgezeichnetem Sound!


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