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Rockinger Strat

Diese Stratocaster ist im Prinzip ein Hybrid aus Rockinger-Teilen und einem Squier-Stratocaster-Hals. Den Body orderte ich Ende der 80er Jahre von Rockinger als Teil meiner "Contemporary-Strat". Er ist aus Esche und mit HSH-Fräsungen versehen. Entsprechend dem Zeitgeist kriegte er seinerzeit allerdings nur 2 Humbucker an Bridge und Hals verpaßt, die auf einem schwarzen Schlagbrett montiert waren. Ebenfalls ein Zugeständnis an das, was in den 80ern en vogue war, war der ursprüngliche Hals mit Reversed Headstock und spitz zulaufender Jackson-Style-Kopfplatte.

Gerade noch konnte ich mich zurückhalten und hab der Gitarre damals kein Feinstimm-Vibrato, sondern nur ein Vintage-Vibrato spendiert, das ich allerdings, da ich mich eh primär als Rhythmusgitarrist begreife, festgesetzt habe. Leider nahm ich auch nicht den Rat von Rockinger an und lies den Body durchscheinend oder sunburst lackieren, sondern entschied mich für eine deckende, schwarze Lackierung (die allerdings sehr gut ausgeführt ist, da gibt's nichts zu meckern).

Im Laufe der Jahre blieb die Gitarre allerdings immer öfter im Koffer, weil die Optik mit dem Linkshänder-Hals doch sehr 80s war. Durch Zufall viel mir vor einiger Zeit eine Squier-Stratocaster in die Hand, deren One-Piece-Maple-Hals wie für mich gemacht zu sein schien, jedenfalls lag er mir in der Hand, als ob ich im Leben noch nie was anderes gespielt hätte. So reifte immer mehr Entschluß, meine Rockinger-Gitarre mit dem Squier-Hals auszustatten und die Elektrik wieder näher an das ursprüngliche Konzept der Stratocaster zu rücken. Zum Glück paßte der Hals genau in die Halstasche der Rockinger, und auch die Bohrungen von Rockinger und Squier stimmten überein.

An Pickups montierte ich im folgenden 2 Rockinger ST-RAT-Singlecoils am Hals und in der Mitte, wobei der mittlere reversed wound ist. Am Steg sitzt ein OBL 450 XL, ein Double-Blade-Humbucker im Singlecoil-Format (ein brummfreier Steg-Pickup ist einfach was Feines), in den ein Zettel mit der Jahrezahl "1986" und die Signatur von Bill Lawrence eingegossen ist. Auch der Fünfwegschalter findet sich auf der Strat, die Schaltung wurde allerdings so gestaltet, das jeweils Steg-Pickup und Hals/Mittel-Pickup eigene Volume-Regler haben, und es nur noch einen Master-Tone-Poti gibt. Pickups, Potis, und Fünfwegschalter sitzen nun auf einem leicht gilbigen, weißen Pickguard, und auch die Kappen der beiden Singlecoils werden nun leicht gilbig.

Und wie klingt Sie? Diese Strat ist ganz klar eine Rockgitarre, mit schnellem Attack und reichlich Obertönen. Der Steg-Pickup liefert schöne crunchige Sounds; mit dem richtigen Booster geht es Richtung Van Halen, die Rhythmus-Sounds dagegen erinnern an Jerry Cantrell von Alice In Chains oder an die Sounds von Tom Morello auf der neuen Audioslave-CD. Der Hals-Pickup alleine ist auch bei höheren Gain-Settings durchsetzungsfähig und auch die Zwischenposition von Hals- und Mittel-Pickup klingt im Clean-Betrieb sehr aussagekräftig stratig. Auf Grund des OBL-Humbuckers, der nicht splittbar ist, muß man natürlich auf die brummfreie Kombination aus Steg- und Mittel-Pickup verzichten, was für mich allerdings nicht so arg ins Gewicht fällt. Übrigens: aus den verbliebenen Teilen setzte ich wieder eine Heavy-Axt zusammen, an der jetzt ein Metal-Novize seine Freude hat.

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