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Yamaha T 100 C

Anfang der neunziger Jahre beschloss Yamaha den Einstieg ins Tube-Amp-Geschäft und liess sich vom Röhren-Papst Michael Soldano eine Amp-Serie entwerfen 50/100 W als Top und als Combo. Das Gerät ähnelt baulich dem SLO 50/100.

Aufbau in Class A/B mit 6L6 Enstufen ( 2 Stck = 50 W, 4 Stck Kaskadiert = 100 W ), getrennte Clean und Overdrive - Kanäle sehr angenehm mit jeweils eigener Gain/Bass/Midle/Treble/Reverb und Master - Regelung, abschliessend ein Presence-Regler für beide Kanäle. Im Vorstufenbereich tummeln sich 7 Stck 12ax7lps.

Reverb kann nicht z.Bsp. per Footswitch geschaltet werden. Die Umschaltung zwischen Clean und Overdrive erfolgt durch Herausziehen eines Gain-Pots, oder per Footswitch, über Herausziehen des anderen Gain-Pots kann man einen Bright-Modus einstellen. Die vielfältigen Enstellmöglichkeiten ermöglichen die Einstellung zweier grundverschiedener Sounds, die problemlos umgeschaltet werden können. Der Amp kann regelbar für eine PA über eine einfache Klinkenbuchse direkt abgenommen werden, der interne Celestion-Speaker wird ebenfalls über eine Buchse per Klinkenstecker angeschlossen, er so ist durch einfaches Herausziehen des Steckers durch eine externe Box ersetzbar - dann geht die Post erst richtig ab. Yamaha hat hier einen 'poor man's soldano' produziert ( VK war ca. 2500 DM - ich hab ihn im 2002 für 500€ gebraucht bekommen )

Aus Kostengründen hat man nämlich einige Kleinigkeiten vereinfacht, z.B. die Siebung im Netzteil durch eine RC-Kette, statt LC-Kette mit Drossel wie im Originalentwurf. Die technische Abteilung von Soldano hat verdammt viel Ehrgefühl und supportet diese Amp wie die eigenen, reagiert blitzschnell auf E-Mails, überhäuft mit Schaltplänen und Modifizieungsvorschläge, sowie dem Angebot das Gerät zu modifizieren. So habe ich dann zunächst mal den besagten Widerstand im Netzteil für ca. 25 € durch eine Drossel ersetzt, was dem Amp mehr Leben / Volumen / Dynamik vor allem im hoch ausgesteuerten Bereich bringt.

Eine RC-Kombination für 1 € als Bass-Boost im Rückkopplungsweg lässt ihn auch noch ein bisschen voller klingen. Der Clean-Kanal ist OK, im Overdrive geht absolut die Post ab, hänge ich meine PRS dran, sind Carlos-Sounds kein Problem ( leider rauscht er ein bisschen im Ruhezustand - ich habe noch nicht rausgekriegt woran es liegt ). Es gibt ein sehr hilfreiches Booklet mit Soundeinstell-Beispielen dabei, da sich die Regler in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen verändern kleine Nuancen schon den Sound entscheidend und bieten ein weites Spektrum an Einstellungen.

Irgendwann werde ich noch die Endstufe so modifizieren, dass man Röhrenpaare einzeln schalten kann ( spez. Schalter für 17 € ist schon da ), um die Leistung wie bei Mesa Boogie zu halbieren, bzw. dadurch die verbleibenden Röhren höher zu fahren und zum Singen zu bringen. Alles in allem ein sehr schöner kompakter ( ca. 50/50/35 cm, 35 Kg ) Amp, mit dem ich sehr zufrieden bin.

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