VOX ToneLab LE


Es war mal angedacht, mich einer weiteren Band anzuschließen. Die machten primär eigene Sachen und hatten ihren eigenen Sound. Mir stand und steht der Sinn aber eher nach covern und so galt es, beides letztlich auch soundmäßig unter einen Hut zu bringen.
Wenn man Cover Songs darbieten will, dann ist es unerlässlich, über eine Vielfalt von Sounds zu verfügen bzw. diese reproduzieren zu können. Mit nur einer Gitarre und nur einem Amp geht das nur, wenn man sich dazu entweder diverser kleiner Helferlein bedient oder einer Workstation. Derer hält der Markt ja nun diverse bereit, was die Sache sicher nicht vereinfacht – die Qual der Wahl.
Doch auch wenn es darum geht, seinen eigenen Sound zu finden, kann solch eine Workstation recht hilfreich sein, insbesondere dann, wenn der eigene Sound sich erst bei nahezu Endstellung der Regler einstellt und man das ultimative Sounderlebnis auch in den eigenen vier Wänden genießen möchte.
Und damit sind wir auch schon beim Thema: Sound. Um mich dem Sound des anderen Gitarristen anzugleichen, wollte ich mir nicht unbedingt einen neuen Amp kaufen. Die Amps, der dafür nämlich in Frage gekommen wären (der Joe Satriani Signature Amp von PEAVEY (ca. 1.600,- Euro) oder der FRYETTE (vormals VHT) Sig: X (ca. 2000,- Euro), wären zwar goldrichtig, sind mir zumindest in der Testphase zu teuer, obwohl ich beide Amps auf meinem Wunschzettel stehen habe.
Ich habe eine wesentlich preiswertere Variante gewählt und bislang immer meine KORG AX3000G Workstation mitgenommen. Damit habe ich auch wirklich überzeugende Soundergebnisse abliefern können. Dies erfolgte unter Verwendung einer SQUIER Deluxe Hot Rails Strat, einer IBANEZ S470, einer EPIPHONE Firebird Studio und einer GIBSON Les Paul Classic 1960 Reissue – jeweils an einen Hybrid-Amp mit zwei Boxen angeschlossen.
Der andere Gitarrist spielt eine ESP über einen ENGL 19“ Amp mit DIGITECH Floorboard.
Die Boxen beider Amps sind stereo verkabelt, wobei die jeweils linken Boxen übereinander links stehen und die jeweils rechts kanalig belegten Boxen rechts übereinander stehen. So bekommt jeder den Sound des anderen bestmöglich mit und wird nicht von seinem eigenen Sound begraben.

Am überzeugendsten waren beim Soundabgleich die EPIPHONE und die GIBSON, wobei ich der EPIPHONE sogar noch den Vorzug gebe. Das aber auch nur, weil ich auf der KORG Workstation bereits einen speziell auf die EPIPHONE zugeschnittenen Sound programmiert hatte, der als Unterstützung des Leadsounds des anderen Gitarristen wie die Faust aufs Auge passte.

Nun mache ich aber auch daheim recht viel mit der Workstation und habe die Signalkette zur Probe (2 x wöchentlich) jedes Mal auseinander gerupft. 4 Kabel (1 x Input, 2 x Stereo-Out, Strom) herausziehen, Workstation in Tasche schieben, Netzteil einpacken, fertig. Das geht zwar relativ schnell, nervt aber trotzdem. Um nun nicht jedes Mal Stecker zu ziehen und Kabel zu entwirren, habe ich mich entschlossen, mir eine weitere Workstation zuzulegen. Und hierbei stand ich dann vor der Frage, welche es denn sein soll.

Zur Disposition standen eine weitere KORG AX3000G Workstation, ein DIGITECH GNX 4 oder RP 1000, ein BOSS ME-70, GT-8 oder GT-10, das LINE 6 POD XT Live bzw. POD X3 Live oder ein VOX ToneLab LE.

Anhand der Überschrift ist klar – das VOX ToneLab LE hat das Rennen gemacht. Frage ist nun, warum. Eines vorweg: die anderen Geräte sind keinesfalls schlechter. Ausschlaggebend waren andere Gründe, die der ein oder andere durchaus ignoriert hätte, aber wenn man die Sache mal von allen Seiten beleuchtet, wird meine Entscheidung nachvollziehbar und plausibel.

Zunächst sollte das Gerät preiswert sein. Von daher hätte sich eine zweite KORG AX3000G mehr als angeboten, ja fast schon aufgedrängt, denn dieses Gerät gab es zum Kaufzeitpunkt des VOX ToneLab LE für 199,- Euro (2012 für lächerliche 165,- Euro und da habe ich bzgl. einer zweiten KORG AX3000G auch zugeschlagen) – ein absolutes Schnäppchen, denn die KORG Workstation ist wirklich vielseitig und gut.
Aber wie das so ist im Leben, man schielt immer mal nach anderen Dingen und mein Händler hatte nun ja auch einiges im Regal stehen.

Mit einer DIGITECH Workstation habe bzw. hatte ich bis dato kaum Erfahrung, will man das/die/den DIGITECH RP 200 denn als Workstation bezeichnen. Das Ding hat zwar einiges, aber …, nee, das genügte in diesem Fall meinen Ansprüchen nicht ganz. Beide der oben genannten DIGITECH Workstations lagen preislich deutlich über 400,- Euro, das RP 1000 sogar bei offiziellen 599,- Euro. Laut GITARRE & BASS 07/2009 wird es qualitativ mit dem LINE 6 X3 Live und dem VOX ToneLab LE auf eine Stufe gestellt, wobei jedes Pedalboard für sich das eine oder andere Leckerchen zu bieten hat. Die Preise scheinen durchaus gerechtfertigt, hat doch bspw. das DIGITECH GNX 4 noch zusätzlich ein Aufnahmeteil an Bord. Doch sowas suchte ich nicht. Für daheim wäre das vielleicht ganz spaßig gewesen, aber für einen wünschenswert überschaubaren Probe- bzw. Live-Betrieb eher nicht, zumal im Proberaum relativ gute Aufnahmemöglichkeiten zur Verfügung standen, die auch Demo-Ansprüchen gerecht wurden.

Mangelnde Erfahrungswerte ebenfalls beim BOSS GT-10. Diese Workstation kam zwar in der Kritik hervorragend weg. Ich gehe aber dennoch so weit zu behaupten, dass die Konkurrenz nicht deklassiert wurde, auch wenn ich mit einem BOSS GT-10 bis dato Null Erfahreung habe. Preis 449,- Euro (UVP 489,- Euro).

Alternative wären das BOSS ME-70 bzw. GT-8 gewesen, wobei das GT-8 zum Kaufzeitpunkt des VOX ToneLab LE bereits überwiegend ausverkauft war und wohl nur noch über den Privatmarkt/ebay hätte erworben werden können. DAfür steckt es im BOSS JS-8 eBand und sogar doppelt im ROLAND VG-99.

Das ME-70 ist ebenfalls mit guten Bewertungen versehen und war mit 269,- Euro (UVP: 299,- Euro) preislich auf jeden Fall nicht uninteressant.

Auf das LINE 6 X3 Live brachte mich der Präsentationsbeitrag von GM-Kollege Schroeder. Er stellt dem LINE 6 X3 Live Board ein sehr gutes Zeugnis aus und das POD X3 Live hätte auch fast das Rennen gemacht. Dennoch sprachen einige Gründe dagegen, die aber absolut nichts mit der Soundqualität des POD X3 Live Boards zu tun haben.
Grund 1 war und ist der Preis. Das Teil kostet 475,- Euro (UVP: 593,81 Euro) und ist zusammen mit dem DIGITECH RP 1000 mit Abstand der teuerste Vertreter im zur Disposition stehenden Angebot.
Alternative wäre hier das LINE 6 XT Live Board für 389,- Euro (UVP: 522,41 Euro) gewesen.
Nun besitze ich aber bereits 2 LINE 6 Amps (einen Spider Valve 112 by BOGNER (40 Watt) und einen Spider Jam (75 Watt)) mit jeweils nahezu identischen Features, so dass mir das entsprechende Board da nicht wirklich genützt hätte. Will ich einen der LINE 6 Sounds, dann schnappe ich mir den Spider Valve (der ist relativ leicht zu transportieren) und ab dafür. Da jetzt noch ein LINE 6 POD X3 Live vorzuhängen wäre in etwa das Gleiche, als würde ich vor eine Les Paul einen PU-Wandler (Single Coil -> Humbucker) vorhängen. Andererseits kann man mit Doppelungen aus identischen Sounds durchaus interessante Ergebnisse erzielen.

Mir ging und geht es aber weniger um Soundexperimente, sondern primär um eine Soundannäherung an einen bereits manifestierten Sound. Ich musste mich soundtechnisch integrieren und wollte keine neue Baustelle aufmachen. Mit der KORG AX3000G Workstation hat das auch prima funktioniert. Die kann ich auch nach wie vor nur wärmstrens empfehlen - insbesondere bei dem aktuellen (2012) Ladenpreis von 175,- Euro (165,- Euro hatte mir mein Händler offeriert).

Das VOX ToneLab LE ist im Prinzip eine Mischung aus dem VOX Valvetronix AD120 VT/VTX Combo (mit diesem hat das ToneLab LE eine identische Amp-Simulation) und der KORG AX3000G Workstation. Beides habe ich, beides kenne ich und mit der AX3000G arbeite ich überwiegend bei meiner Soundbastelei daheim.
Die im ToneLab LE verbaute Valve-Reactor Technologie wurde erstmals beim VOX Valvetronix AD120VT verwendet (zur Info: der AD120VTX ist elektrotechnisch identisch ausgestattet, hat aber Neo Dog Speaker verbaut und war nicht unerheblich teurer als der AD120VT). Das ToneLab LE berücksichtigt mehr die Anforderungen an den Live Betrieb.
Aufbau und Beschreibung der einzelnen Reglerstellungen entsprechen weitestgehend der KORG AX3000G Workstation, so dass ich mich hier nicht großartig neu orientieren musste. Der markante Unterschied des ToneLab LE zur KORG AX3000G ist u.a. eine Vorstufenröhre (12AX7/ECC83) mit Doppeltriode, die dem Sound deutlich mehr Dynamik verleiht (das Teil klingt wie geboostet) und die Stromversorgung erfolgt nicht über einen Netzteilstecker mit einem dünnen, fragilen, zwei-adrigen Kabel mit einem Fitzelstecker, sondern der Trafo ist robust, hat einen eigenen Netzschalter (ebenso das ToneLab LE selbst) und das Netztkabel vom Trafo zum ToneLab ist wesentlich stabiler als bei der AX3000G. Als Stecker fungiert hier ein 5-poliger Diodenstecker. Für den angedachten Live Betrieb sicher die bessere Wahl.
Auch insgesamt macht das VOX ToneLab LE einen robusteren Eindruck. Auf jeden Fall ist es mit ca. 4,5 kg etwa 900 g schwerer als die KORG AX3000G Workstation.
Mit der KORG Workstation kann ich daheim vorarbeiten und brauchbare Ergebnisse auf das ToneLab übertragen. Die Sounds sind bei identischer Reglerstellung zwar nicht 100 Prozent identisch, aber sie ähneln sich doch ziemlich, so das man ein an der KORG Workstation erarbeitetes Soundpaket zumindest als gute Basis für eine finale Einstellung am VOX ToneLab LE verwenden kann.

Die Wahl der Amp- und Boxen-Modelle sowie der Effekte erfolgt über 5 Chicken-Head Reglerknöpfe. Anordnung, Aufbau und Umfang sind in etwa identisch mit der KORG Workstation.
Die Pegel- und Klangregelung erfolgt primär durch 6 verchromte Reglerknöpfe. In dieser Sektion hat die KORG AX3000G Workstation lediglich 5 Regler (Gain, Volumen, Treble, Middle, Bass).
Beim ToneLab LE ist der Volumenregler in >LevelOrder<.
Volumen- bzw. Level-Regler entsprechen dem Master-Volumen. Der Order-Regler ist vergleichbar mit einer Leistungsreduzierung bei unveränderter Soundcharakteristik. Beim VOX Valvetronix AD120VT passiert das auf der Amp-Rückseite mittels eines Drehreglers über 4 Positionen (1 Watt, 15 Watt, 30 Watt, 60 Watt). Beim ToneLab LE geht das stufenlos.
Auf der Rückseite des ToneLab LE befindet sich ein weiterer Level-Regler, der den Output sowohl für den Amp-/Mischpult-Eingang als auch für die Kopfhörer regelt.

Bank- bzw. Speicherplatzauswahl erfolgen wie bei der KORG AX3000G Workstation über Taster (beim ToneLab LE stabile, runde verchromte Knöpfe im Dome-Format, bei der AX3000G quadratische Plastikpads). Die Anordnung ist identisch, die Zuordnungen jedoch verschieden. Auch hat die UP-/DOWN-Sektion die Seite gewechselt.
Das ist aber kein Problem, da ich die Taster zu 99 Prozent für die Speicherplatzanwahl nutze. Beim ToneLab kann ich mir eine verstärkte Nutzung der Effektzuordnung über die Taster aber durchaus vorstellen. Im Grunde werde ich es wohl auch kaum vermeiden können, wenn ein Song sowas erfordert.

Das Display sowie die Anzeigen sind vom visuellen Aufbau her identisch, wobei man mit der KORG Workstation mehr Optionen abrufen und einbauen kann. Für den Live-Betrieb ist das aber durchaus entbehrlich. Eine PU-Änderung von Single-Coil in Humbucker und umgekehrt habe ich beim ToneLab LE vergeblich gesucht. Hab ich aber auch nicht wirklich benötigt und damit auch nicht wirklich vermisst. Will ich einen Les Paul Sound, nehme ich eine Les Paul, will ich einen Strat-Ton, nehme ich eine Strat.
Die Amp-Simulationen, die mannigfaltigen Zerrsounds von leicht angecruncht bis schmierig, die zahlreichen Effekte, die Kombinationsmöglichkeiten – das ist es, was so eine Workstation auszeichnet. Eine PU-Wahl-Möglichkeit rundet das Paket zwar ab, aber das ist es auch schon. Nice to have, but …

Was hat das VOX ToneLab LE auf dem Sektor denn nun zu bieten?
Zur Verfügung stehen 30 Bänke mit jeweils 4 Speicherplätzen. Macht 120 Speicherplätze – 16 mehr als die KORG AX3000G.
Das ToneLab hat ab Werk eine 40 Presets umfassende Soundbibliothek, die im Gegensatz zur KORG Workstation konkrete Stilrichtungen (Blues, Metal, Rock ´n Roll), konkrete Künstlersounds (z.B. Brian May oder SRV) und frei gestrickte Sounds beinhaltet, die insgesamt näher am Gitarristen-Bedarf liegen, als das was KORG in seine Workstation reingepackt hat. Da sind Sachen bei, die brauche ich – obwohl ganz spaßig - in 1000 Jahren nicht. Das trifft aber prinzipiell auf jede Workstation zu. Und wenn solche unnötigen Sounds vorhanden sind, dann spricht das bestenfalls dafür, was mit der Kiste alles möglich ist, nämlich sogar das Unmögliche.

Das gesamte Werkspreset ist 3 x vorhanden (Bänke 1-10, 11-20 und 21- 30).
Jeder Speicherplatz kann individuell umgestrickt werden, wobei man die angebotenen Sounds als Basis hernimmt und dann nach eigenem Gusto und Bedarf optimiert, bis sie den Charakter haben, den man sich wünscht. Nun klingt sowas daheim über den Amp XY natürlich anders (im Stereobetrieb über 2 Amps ganz anders), als bei angehobener Lautstärke im Proberaum über den Amp YZ und ganz anders im Live-Betrieb. Abgespeicherte Sounds können aber jederzeit in Sachen Gain, Grundvolumen, Treble, Middle, Bass, Delay, Reverb und zugeschalteter Effekte ratz-fatz umprogrammiert werden. Hier ein bisschen mehr Gain, da ein bisschen weniger Bass, den Delay-Hall-Mix anders gemischt, den WRITE-Schalter 2 x gedrückt et voila. Das geht bei beiden Workstation hervorragend.

Eine meiner ersten Aktionen war, den Speicherplätzen 1 bis 30 das Schwellpedal als Volumenpedal zuzuordnen und den Volumenbasiswert bei halb durchgetretenem Pedal auf angehobene Zimmerlautstärke zu bringen, um beim Umschalten von Speicherplätzen nicht plötzlich in einer lärmenden Feedbackorgie unter zu gehen. Das ist nämlich gerade dann unangenehm, wenn dem betreffenden Speicherplatz das Schwellpedal NICHT als Volumenpedal zugeordnet ist und man dann erstmal hektisch an allen Reglern dreht, die irgendwie was mit Lautstärke zu tun haben, um dem Dezibel-Bomdardement ein Ende zu setzen. Das dauert aber schon mal 3 Sekunden und macht Aua in den Ohren.
Das ist mir 3 mal passiert und tat richtig weh, weil ich direkt vor dem Amp auf dem Boden hockte und die Speicherplätze 1 bis 30 lautstärkemäßig egalisieren wollte, d.h. einheitliche Lautstärke bei völlig verschiedenen Sounds bei unveränderter Pedalstellung.
Jetzt werden natürlich ein paar ganz helle einwenden, dass man doch spätestens nach der ersten Feedback-Attacke den Master-Volumen runterregelt. Schon klar, bringt aber nichts, wenn beim Aufruf des nächsten Speicherplatzes es der Kiste völlig egal ist, wie die Regler stehen. Das Gerät haut die Speicherung raus und wenn die vom Output her sehr hoch angelegt ist, dann scheppert´s halt.
Ja ich weiß, ihr meint nicht den Master-Volumen an der Workstation, sondern am Amp oder an der Gitarre. Genau da wollte ich nichts verändern, um über alle Speicherungen einen einheitlichen Lautstärkewert zu erhalten und den muss ich so hören, wie er sein soll. Der Amp war bzw. ist auf den Wert eingestellt, denn ich in meiner Bude lautstärkemäßig vertreten kann. Mehr geht nicht, weniger bringt mir nichts. Die Gitarren sind IMMER voll aufgedreht. Die jetzt im ersten Schritt gespeicherten Volumen-Werte des ToneLab LE sehen so aus, dass GAIN (soll laut Handbuch immer voll aufgedreht sein, um die Soundcharakteristik des simulierten Amps bestmöglich rüber zu bringen), VOLUMEN und OUTPUT-Level (Rückseite) ebenfalls auf 10.0 stehen und lediglich der ORDER-Regler auf 2.0 steht. TREBLE, MIDDLE, BASS werden dann nach Gusto zugemischt.
Bei halbdurchgetretenem Pedal habe ich so eine soundmäßig akzeptable, nachbarschaftlich zumutbare Lautstärke über alle 30 Speicherungen. Keine Speicherung bläst mich mehr überraschend vom Hocker, ein Trommelfellplatzer ist somit kein Thema mehr.

Nach dem das vollbracht war, konnte es an die Soundkreationen gehen. Dazu nimmt man sich verschiedene Gitarren (Strat, Tele, Les Paul, ES, Schredder-Bretter), wählt sich einen Speicherplatz, der in etwa den Sound bringt, der einem speziellen Gitarrenmodell ansatzweise gut steht oder einem speziell gesuchten Sound schon relativ nahe kommt und dann geht´s ans Feintuning, bis dass der Sound steht und abgespeichert werden kann. Abschließend dem gespeicherten Ergebnis noch einen Namen mit max. 8 Zeichen (Buchstaben, Zahlen, Sonderzeichen) verpassen und das nächste Soundpaket kreieren.
Jeden Sound kann man in der Basis mit Effekten garnieren. Speichert man den Grundsound ohne Effekte ab, kann man evtl. Effekte separat komponieren und durch einen separaten Taster abrufen und einem bestimmten gespeicherten Sound zuordnen. Das Mischungsverhältnis der Sounds kann stufenlos variiert werden, mehr Anteil Hall, weniger Delay oder umgekehrt, bei Effektzuordnung bspw. die Rotary-Geschwindigkeit mit dem Schwellpedal steuern, alles machbar, noch mehr denkbar und möglich.

Angedacht ist ferner, später mal eine komplette Setlist der Reihe nach durch zu programmieren, so dass man blitzschnell von einem sahnigen Zerrsound auf einen Clean- oder gar Akustik-Sound wechseln kann, ohne die Gitarre wechseln zu müssen und ohne an irgendwelchen Reglern rumfummeln zu müssen.
Dafür braucht man nicht nur Praxis mit dem Gerät, sondern auch und vor allem eine umfassende Soundbibliothek und die hat das VOX ToneLab LE.
Nachstehend das wahrlich nicht mickrige Ausstattungspaket dieses Multieffekt-Gerätes (mit der Betonung auf Multi):

16 Amp-Modelle
AC15, AC15TB, AC30, AC30TB, UK Blues, UK 68 P (MARSHALL Plexi), UK ´80s (MARSHALL mit Master-Volumen), UK ´90s (Nachfolger der MARSHALL-Amps mit Master-Volumen), UK Modern (Mittelding zwischen UK ´80 und UK ´90), US MODERN, US HIGAIN, BOUTIQUE OD, BOUTIQUE CL, jetzt kommen die FENDERs: BLACK 2x12, TWEED 1x 12, TWEED 4x10

Das Benutzerhandbuch liefert zu den einzelnen Amp-Modellen noch ein wenig Info zur Soundcharakteristik, optimalen Speaker-Wahl und zur Röhrenbestückung der Originalvorlage. Letztere Info wird auch im Display angezeigt.

11 Cabinet-Modelle
TWEED 1x8, TWEED 1x12, TWEED 4x10, BLACK 2x10, BLACK 2x12, VOX AC15, VOX AC30, VOX AD120VTX, UK H30 4x12, UK T75 4x12, US V30 4x12

Hier haben wir eine zur KORG AX3000G Workstation identische Auswahl.

16 Pedal-Effekte
COMP, ACOUSTIC, VOX WAH, U-VIBE/ ORG PHASE, OCTAVE, RING MODULATOR, TREBLE BOOST, TUBE OD, SUPER OD, BOUTIQUE, FAT DIST, ORANGE DIST, METAL DIST, FUZZ, OCTA FUZZ

11 Modulationseffekte
CLASSIC CHORUS, MULTI TAP CHORUS, CLASSIC FLANGER, BI CHORUS, DUO PHASE, TEXTREM, ROTARY, PITCH SHIFTER, MOD DELAY, FILTRON, TALK MOD

11 Echo-/Delay-Typen
ECHO PLUS, MULTI HEAD, ANALOG DELAY, MOD DELAY, SWEEP DELAY, STEREO DELAY, CROSS DELAY, 2TAP DELAY, RHYTHM DELAY, HOLD DELAY, REVERSE DELAY

Änderung zur KORG AX3000G Workstation: Wegfall des FREEZ, dafür STEREO DELAY, Intervalldauer je nach Delay-Typ zwischen 26 (ms) und bis zu 8.000 (ms) (ca. 3 x so lang wie KORG AX3000G (2700 (ms))

11 Hall-/Reverb-Typen
SLAP, SPRING, BOUNCE, PLATE, GARAGE, CHAMBER, CANYON, ROOM, STUDIO, HALL, ARENA

Auch hier finden wir eine mit der KORG AX3000G Workstation identische Auswahl

Rauschunterdrückung

Es bringt jetzt nichts, jede Einstellung klangmäßig zu beschreiben, weil das würde den Rahmen und das Fassungsvermögen der Präsentation sprengen, die dadurch mit Sicherheit länger geraten würde, als die Präsentation meiner FENDER Ritchie Blackmore Signature Stratocaster, deren Inhalt ich nicht unerheblich abspecken musste, weil der zur Verfügung stehende Platz nicht ausreichte.
Nur soviel: Die Sounds klingen mit dem ToneLab insgesamt tatsächlich mehr nach Röhre, kommen satter und mit mehr Dynamik rüber.

Das Pedal kann als Schwellerpedal zur Regulierung der Lautstärke, aber auch als Expressionspedal zur Änderung der Geschwindigkeit bspw. beim Rotary-Effekt oder als Wah-Wah-Pedal genutzt werden. Wie das Pedal arbeiten soll, kann dem jeweiligen Speicherplatz per Programmierung zugeordnet werden.

Des weiteren kann jede Programmierung entschlüsselt werden, d.h. durch Drehen der einzelnen Regler wird im Display bei Erreichen der gespeicherten Parametereinstellung durch ein Symbol (ORIG) im Display angezeigt, welcher Effekt, welches Amp- und Boxen-Modell, welche EQ-, Gain- und Volumen-Einstellung der jeweiligen Programmierung zugeordnet ist. So ergibt sich schlussendlich exakt die Reglerkonfiguration, mit welcher der Sound erstellt wurde.

Dies alles ist ganz grob umrissen das, was dieses Gerät leistet. Das ist erstmal nicht wenig und das ist mehr als ausreichend. Für einen Gig ließe sich für jedes Stück die perfekte Abstimmung programmieren. Man braucht noch nicht mal die Gitarre wechseln, sondern nur die Speicherplätze rauf- und/oder runter switchen. Wer wie ich gerne zappt, der kommt alleine hierbei voll auf seine Kosten.

Primär benötigte ich jedoch ein robustes, live-taugliches Gerät, mit welchem ich die benötigten Sounds abrufbereit speichern kann, ohne gleich eine ganze Batterie von Bodentretern vor mir aufzubauen. Dafür schien mir das VOX ToneLab LE ideal. Letztendlich bietet das ToneLab LE wie auch die KORG AX3000G Workstation mehr Soundmöglichkeiten, als man gemeinhin benötigt. Die guten Sounderfahrungen mit der KORG Workstation haben mich aber schließlich dazu gebracht, mich für das VOX ToneLab LE zu entscheiden. Dass LE auch meine Initialen sind, ist dabei lediglich eine kuriose Begleiterscheinung. Oder sollte ich verlautbaren, dass es sich um eine Signature-Workstation handelt?

Andere Workstations werde ich bei Gelegenheit dennoch auch mal intensiver antesten. Vielleicht tut sich da ja noch was. Das heißt nun nicht, dass eine umfassende Multieffekt-Sammlung aufmache, aber prinzipiell interessieren mich solche Multieffekt-Geräte.

Listenpreis am Kauftag: 475,00 Euro, erhalten August 2009 für 299,- Euro.

Die wichtigsten Eckdaten/Spezifikationen

Speicherplätze: 120 (24 mehr als die KORG AX3000G Workstation)
Amp-/Drive-Modelle: 16
Cabinet-Modelle: 11
Pre-Effekte: 11
Modulationseffekte: 11
Echo-Delay-Typen: 11
Hall-/Reverb-Typen: 11
Pedal-Typen: 16
Tuner: ja
Volumen-/Wah-Wah-/Expressions-Pedal: ja (speicherbare Funktionszuordnung)
Abmessungen: 500 (B) x 8,0 (H) x 24,9 (T) cm
Gewicht: ca. 4,5 kg

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VOX UK: Guitarmaniacs.de und sein Betreiber übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten....auch wenn wir persönlich der Meinung sind, dass dieser Disclaimer völliger Hirnriß ist...
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PS: hier noch ein Tipp an alle VOX ToneLab LE-User, die mit der Beschreibung zum Thema Delay Tap-Tempo Probleme haben. Die Beschreibung im Handbuch ist da etwas irritierend. Hier die einzelnen Schritte:

1) Bank wählen
2) Speicherplatz wählen (Anzeige blinkt)
3) DELAY-Mode wählen (Taste blinkt)
4) EXP-CTL CHAIN drücken (Taste blinkt) = Anzeige: EX / CT / CH
5) > drücken = Anzeige VOLUME
6) 9 x ^ drücken = Anzeige D/INPUT
7) 4 x ^ drücken = Anzeige DLY TAP