Mesa Boogie Express 5:50


Eigentlich stehe ich auf den Sound vom Fender Twin 100 oder Vox AC-30. Den Fender habe ich seit den 80er Jahren in meinem Haus. Den AC-30 immer noch nicht. Dafür aber den AC-15. Jahrelang hat dieser britische 15 Watt Combo meinen Ansprüchen einigermaßen genügt.


Immer wieder mal andere Tretminen wie das eben so ist. Auch Mulitieffekte haben meinen Weg geteilt. Mit dabei waren Digitech, Line 6, Vox, Korg und viele andere. Irgendwie war ich mit den Multis zwar von der Vielfalt zufrieden, aber nicht vom tatsächlichen Sound. Die Verbindung Vox AC-15 und Tubescreamer, bzw. diverse Tretminen von Ibanez und Boss brachten bessere Ergebnisse. Der Sound war schlagartig einfach wertiger für meine Ohren. Ich war voll zufrieden. Wie ich schon berichtete hatten sich die Röhren beim AC-15 verabschiedet. Diese wurden ersetzt durch neue russische. Hat wunderbar funktioniert. Eine Nacht ohne Amp mit den Tretminen direkt in den Mixer war nicht nur ungewohnt, sondern hat bei mir fast Ohrenkrebs verursacht. Nun gut, nach dem Röhrenwechsel war alles wieder ok. Die neuen Röhren brachten auch soundmäßig was.

Vor etwa zwei Monaten Anfang September hörte ich bei Soloparts immer einen unschönen zweiten Ton durch den AC-15. Ich dachte zuerst an meinen zweiten Eigenbau. Doch die Gitarre war in Ordnung. Die Tretminen auch. Doch leider der AC-15 nicht. Mit jedem Ton kam ein anderer nicht passender Ton mit. Was tun? Ich hatte noch meinen kleinen Kustom mit 15 Watt den ich mir als Übungsverstärker mit genommen hatte dabei. Also den mit genommen. Ha ha ha ha. Genau zwei Lieder und auch dieser war still. Keine Ahnung, aber vielleicht habe ich die Pest oder sowas. Schnell in der Pause nach Hause und einen alten schottischen aus den 80ern geholt.

Diesen hatte ich an diesem Nachmittag als Geschenk für ein gekauftes Keyboard (Tyrus 1 gebraucht) als Geschenk bekommen. Der kleine Schotte klang wirklich gut. Das einzige Problem, er ist fast 7 Jahre gestanden und die Potis kratzten. Also am nächsten Tag früher aufgestanden, den Vox und den Kustom zusammen mit dem Schotten eingepackt, den Schotten zu Hause abgestellt, mit den beiden anderen ab nach Palma ins Musikgeschäft zu Nico. Der sagte mir die Reparatur würde drei vier Tage brauchen falls die Teile da sind. Ich habe noch ein paar Amps durchprobiert. Für alle Fälle. Danach ab nach Hause und den kleinen Schotten aufgeschraubt damit ich an die Potis komme. Da muss was passiert sein denn nun gab auch der Schotte keinen Ton mehr von sich. Wieder nach Palma nun mit dem dritten Amp zur Reparatur. Aber was tun? Ohne Amp klingt es Schei…….


Also wieder Amp anspielen. Mir fiel ein Bugera 333 212 ins Auge. Der Bruder vom Chef meinte für Dich ist das nichts. Ja, klingt nicht schlecht, aber nächstes Jahr bist Du wieder da um einen anderen zu kaufen. Das hält der nicht durch. Ich sollte doch den Fender Deluxe oder den Mesa 5:50 probieren. Relativ klein und gute Leistung. Ich war aber vom Bugera fasziniert aufgrund der drei Kanäle. Mit der Option ihn nach einer Woche wieder eintauschen zu können, nahm ich ihn mit. Für € 550,-- hatte ich eigentlich zu viel bezahlt. Das habe ich aber auch erst zu Hause bemerkt. Egal, erst mal auf der Bühne spielen. Am Abend angekommen mit dem Riesenteil und total durchschwitzt, musste ich erst mal Platz machen. Der Bugera machte eine gute Figur. Doch der Name Fender und Mesa spukte mir im Kopf rum. Nur der Preis!!!!! Der Mesa war angeschrieben mit € 1780,--, der Fender auch nicht billiger. Naja, drei oder vier Tage später wollte ich den Vox abholen und dann ist dieses Thema sowieso gegessen. Aus drei vier Tagen wurde eine Woche. Irgendwie war ich doch nicht zufrieden mit der rießen Kiste. Zu groß, zu schwer, doch nicht der Sound. Eigentlich alles Kopfsache.


Aber eben Kopfsache. Fender, Marshall, Mesa, Soldano, Engl, das sind Namen die das nicht ein Ableger von Behringer? wohl jeder Gitarrist kennt. Bugera? Ist Also ab nach Palma wegen der drei Amps. Rein zu Nico in die Werkstatt. Vox? Ahja der Vox. Da fehlt ein Teil. Ich habe das bestellt. Wie lange? Zwei Monate mindestens. Und die beiden Anderen? Habe ich noch nicht angesehen. Also nichts mit schnell mal reparieren. Etwas entäuscht probierte ich wieder mal ein paar andere Amps aus. Dieses mal auch den Fender Deluxe Hotrod. Nicht schlecht aber nichts für mich. Der Mesa ist da schon besser. Nun die Frage was kostet der wirklich. Der Verkäufer sagte mir für € 1400,-- gehört er Dir. Den Bugera hatte ich im Auto. Also austauschen. Am Abend mit dem Mesa aufgetaucht. Oh, wieder etwas mehr Platz und zwar nur mehr 50 Watt, aber auf Anhieb wirklich ein besserer Klang als beim Bugera.

Einfach anders. Der klingt einfach mehr nach Gitarre. Schwer zu beschreiben für mich. Leider nicht drei Kanäle wie der Bugera, aber vorher hatte ich nur einen. Laut Mesa ist dieser der erste unter € 2000,-- Die Einstellmöglichkeiten sind wirklich vielfältig und der kleinste Dreher verändert den Sound. Dazu gibt es noch die Möglichkeit des Contour-Schalters. Eine Art fünfteiliger EQ. Auf der Rückseite besteht die Möglichkeit des einschleifen von Effekten. Auch zwei Speaker mit jeweils 4 Ohm könnten angesteckt werden anstelle des im Combo eingebauten 8 Ohm Lautsprechers mit 90 Watt. Umschaltbar ist der Amp von 50 Watt auf 5 Watt für das Wohnzimmer. Sicherung und Röhren sind gut erreichbar. Das ist auch nicht unwichtig für den Fall der Fälle.
Der Amp von vorne. Ein Inputjack, ein Miniswitch von CLEAN auf CHRUNCH im Cleankanal. Jeweils ein Gain, Treble, Mid, Bass, Reverb und Master pro Kanal. Der zweite Kanal ist prinzipiell identisch. Auch da gibt es einen Miniswitch. Diesmal BLUES und BURN. Das ergibt prinzipiell vier von Grund auf verschiedene Sounds. Zwar leider mit der gleichen Einstellung der Potis, aber immerhin.


Nochmal zur Technik:
• Bestückung: 1x 12" C-90 Lautsprecher
• Duo Class Endstufe
• 5 Watt Class a oder 50 Watt Class A/B
• 2x 6L6 Röhren thomann
• Vorstufe 5x 12AX7 Röhren
• 2 völlig unabhängige Kanäle mit 4 Modes
• pro Kanal voreinstellbare bzw. fußschaltbare Contourfunktion
• Röhren Federhall
• Röhren Effektweg
• Externe Schalteingänge für Kanal-Contour 1/2-Reverb
• Maße (H x B x T) ca.: 500 x 580 x 300 mm
• Gewicht: 25 kg
• 3-fach Fußschalter



Zum Klang selbst: Ihr kennt mich schon und wisst das beschreiben des Klanges einer Gitarre oder Verstärkers überlasse ich lieber anderen Kollegen. Die können das besser. Aber der Sound dieser Kiste hat mich mehr überzeugt als der vom Bugera. Klar muss man immer auch den Preis im Auge behalten. Und der Mehrpreis war es mir auch wert. Klarer Fall ist allerdings der Vox kann hier nicht mehr mithalten. Ich denke der AC-30 hätte da grundsätzlich kein Problem mit. Aber ist schon wieder eine andere Liga.
Der Federhall klingt besser als beim Vox. Tremoloeffekt ist keiner Vorhanden. Den habe ich eh nicht gebraucht. Mittlerweile verwende ich nur mehr den Chorus bei den Tretminen. Ja, so ändern sich die Gewohnheiten. Die drei Amps habe ich zu einem Kollegen in meiner Nähe gebracht. Schon komisch was in Spanien alles so passiert.

Im Moment bin ich zufrieden. Wer weiß wie lange. Aber so ein dritter Kanal wäre schon was feines.


Für Metaller dürfte er nicht unbedingt das richtige sein. Ich denke die Fans von schönen cleanen oder leicht angechrunchten Sound sind hier besser bediehnt. Obwohl es kommt bei Bedarf auch schön Sahnig ala Carlos.

Ich grüße die Gemeinde